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Der Aufstand der militärischen Orden des Glaubes (engl.: Faith Militant uprising) war eine große Rebellion der militärischen Orden des Glaubes an die Sieben gegen die Herrschaft des Hauses Targaryen über die Sieben Königslande.[1][2]

HintergrundBearbeiten

Erzmaester Gyldayn führt den Konflikt auf die unterschiedlichen Sitten und Bräuche der Targaryens und der Sieben Königslande zurück. So war es bei den Targaryens Brauch, unter Verwandten zu heiraten. Bevorzugt wurden Ehen zwischen Brüdern und Schwestern geschlossen, andernfalls auch zwischen Nichten und Onkeln, Neffen und Tanten oder Vettern und Basen. Diese Gepflogenheiten gingen zurück auf die Bräuche im Valyrischen Freistaat, wo vor allem die Familien, die Drachen ritten, davon sprachen, dass das "Blut des Drachen [...] rein erhalten werden" müsse. Einige der valyrischen Hexerfürsten nahmen sich auch mehr als eine Frau zur Gemahlin. Im Valyrischen Freistaat wurden zwar zahlreiche Götter verehrt, aber keiner gefürchtet. Im Gegensatz dazu waren ein Großteil der Bewohner von Westeros Anhänger des Glaubens an die Sieben, dem der Hohe Septon in Altsass vorstand. Die Lehren des Glaubens bewerteten sowohl Inzest als auch Vielehe als schreckliche Sünde.[3]

Während Aegons Eroberung erwarteten viele der Ergebensten, dass der Hohe Septon die Stimme gegen Aegon I. Targaryen und seine Schwestergemahlinnen erheben würde, und waren sehr verärgert, als ihr geistliches Oberhaupt stattdessen Lord Manfred Hohenturm riet, nicht gegen Aegon zu kämpfen, und den Eroberer sogar in der Sternensepte krönte und segnete. König Aegon achtete stets darauf, den Glauben zu ehren und zu allen Hohen Septonen eine gute Beziehung zu pflegen. Als Königin Visenya Targaryen im Jahre 23 n. A. E. vorschlug, Prinz Maegor Targaryen mit dessen Nichte Rhaena zu vermählen und der Hohe Septon warnte, dass der Glauben eine solche Eheschließung nicht gutheißen würde, folgte Aegon dem Vorschlag des Hohen Septons und vermählte Maegor stattdessen mit Ceryse Hohenturm. Auch wenn sich kein Hoher Septon während Aegons Herrschaft gegen dessen Ehen aussprach, erklärte sie auch keiner für rechtmäßig. So blieb die Frage nach der moralischen Rechtmäßigkeit ungeklärt und schwelte weiter unter der Oberfläche. Die einfacheren Angehörigen des Glaubens wie Dorfseptone, heilige Schwestern oder Bettelbrüder hielten Inzest und Vielehe weiterhin für eine Sünde.[3]

Nach Aegons Tod im Jahre 37 n. A. E. bestieg sein Sohn Aenys den Thron und ernannte seinen Halbbruder Maegor zur Hand des Königs. Im Jahre 39 n. A. E. heiratete Maegor, dessen Ehe mit Ceryse kinderlos geblieben war, in einer geheimen Zeremonie unter dem Schutz von Königinwitwe Visenya Lady Alys Eggen. Als dieser Vorgang bekannt wurde, sorgte er für bitteren Streit zwischen Maegor und Aenys. Ceryses Vater Lord Manfred Hohenturm beschwerte sich beim König und verlangte die Auflösung der Ehe mit Alys, der Hohe Septon verurteilte die Eheschließung aufs Schärfste und bezeichnete Alys als "Maegors Hure". Maegor gab allerdings nicht nach, er sah sich nicht an die Gebote des Glauben gebunden und führte an, dass auch sein Vater zwei Ehefrauen gehabt habe. Dies verletzte die Angehörigen des Glaubens sehr und viele fromme Lords begannen ebenfalls öffentlich von "Maegors Hure" zu sprechen. Daraufhin wurde Maegor von seinem Bruder vor die Wahl gestellt, sich entweder von Alys zu trennen und zu Ceryse zurückzukehren oder für fünf Jahre ins Exil zu gehen. Maegor entschied sich für die Verbannung und brach im Jahre 40 n. A. E. nach Pentos auf. Als neue Hand setzte Aenys den Geistlichen Septon Murmison ein. Durch die Ernennung Murmisons glaubte der König, den Glauben besänftigen zu können, was jedoch nicht der Fall war. Der Hohe Septon hielt weiterhin Wutreden und viele Lords stellten angesichts Aenys' Schwäche im Umgang mit Maegor infrage, dass der König fähig herrschen könne.[3]

RebellionBearbeiten

BeginnBearbeiten

Im Jahre 41 n. A. E. verkündete Aenys, seine Tochter Rhaena mit seinem ältesten Sohn Aegon vermählen zu wollen. Die beiden befanden sich im heiratsfähigen Alter und angesichts der Traditionen und Gebräuche seines Hauses erschien dem König eine Ehe zwischen den beiden naheliegend. Trotz der vorangegangenen Warnzeichen zeigten sich König und Hof von der entrüsteten Reaktion des Glaubens überrascht. Der Hohe Septon verdammte den Plan und verurteilte die Vermählung von Bruder und Schwester als Obszönität. Zehntausende Septone verlasen im Reich seine Erklärung, in der er Kinder aus inzestuösen Verbindungen als "Abscheulichkeiten im Angesicht der Götter und Menschen" bezeichnete. Aenys hielt jedoch an den Hochzeitsplänen fest. Am Tag der Hochzeit säumten die Söhne des Kriegers, einer der beiden militärischen Orden des Glaubens, den Weg der Hochzeitgesellschaft und prägten sich die Gesichter der Gäste gut ein. Die weiseren Lords blieben dem Ereignis vorsorglich fern.[3]

Weil Aenys der zunehmenden Unruhe im Reich entgegenwirken wollte, schickte er Rhaena und Aegon auf eine Reise, um die Gunst des Volkes zurückzugewinnen. Allerdings hatte der König die Stimmung im Reich und die Macht der Worte des Hohen Septons falsch eingeschätzt, und so wurden seine Kinder auf ihrer Reise von Gläubigen in großer Zahl verhöhnt. In Jungfernteich wollte kein Septon auf dem Fest zu Ehren des Paares einen Segen sprechen und in einem Dorf in den Flusslanden wurden die beiden sogar von Armen Gefährten mit Erdklumpen beworfen. Unterdessen wurde Septon Murmison aus dem Glauben ausgeschlossen, weil er die verbotene Trauung durchgeführt hatte. In einem Brief bat Aenys den Hohen Septon, "meinen guten Murmison" wieder aufzunehmen, und erklärte die lange Tradition der Ehe zwischen Bruder und Schwester im Alten Valyria. Das Oberhaupt des Glaubens zeigte sich jedoch unnachgiebig, bezeichnete Aenys als "König Abscheulichkeit" sowie Prätendenten und sprach ihm das Recht ab, über die Sieben Königslande zu herrschen. In der Folge wurde Septon Murmison in Königsmund von Armen Gefährten erschlagen und der Aufstand nahm seinen Lauf.[3]

Besetzung von Königsmund und Bewegung im ReichBearbeiten

Die Söhne des Kriegers begannen mit der Befestigung von Rhaenys' Hügel und verwandelten die Gedächtnissepte in ihre Zitadelle. Da der Rote Bergfried nach wie vor unvollendet war, residierte der König in einer Villa auf Visenyas Hügel, welche er nun allerdings für zu verwundbar hielt, weshalb er den Entschluss fasste, sich mit Königin Alyssa Velaryon und den jüngeren Kindern nach Drachenstein zurückzuziehen. Drei Tage vor der Abreise erklommen zwei Arme Gefährten, welche die königliche Familie ermorden wollten,[4] die Mauern des Anwesens und drangen ins Schlafgemach des Königs ein. Nur das rechtzeitige Eingreifen der Königsgarde rettete Aenys das Leben. Nach seiner Abreise besetzten die Söhne des Kriegers die Tore der Stadt und kontrollierten, wer ein- und ausging, außerdem vertrieben sie die Arbeiter vom Roten Bergfried.[3]

Gegen Ende des Jahres 41 n. A. E. stand ein Großteil des Reiches gegen die Targaryens. Die Rebellen hielten sich für Krieger der Sieben in einem heiligen Krieg gegen gottlose Tyrannei. Dutzende frommer Lords sagten sich vom König los und erklärten sich stattdessen für den Hohen Septon. Tausende Armer Gefährten zogen über die Straßen und zwangen Reisende zu bekennen, ob sie es "mit den Göttern oder der Abscheulichkeit" hielten. Sie protestierten vor den Toren der Burgen, bis die Lords herauskamen und König Aenys abschworen. Prinz Aegon und Prinzessin Rhaena mussten ihre Reise in den Westlanden abbrechen und Schutz in Rallenhall suchen. Ein Gesandter der Eisernen Bank von Braavos berichtete nach Hause, dass der Hohe Septon in jeder Hinsicht außer dem Namen nach "der wahre König von Westeros" sei.[3]

Zu Beginn des Jahres 42 n. A. E. erhielt Aenys die Nachricht, dass seine Kinder Rhaena und Aegon in Rallenhall von Tausenden Armen Gefährten belagert wurden, woraufhin er zusammenbrach und drei Tage später verstarb. Königinwitwe Visenya Targaryen flog umgehend nach Pentos und holte ihren Sohn Maegor aus dem Exil zurück. Dieser ließ sich zum König krönen und überging damit den Anspruch von Aenys' Kindern.[3]

Einen Tag später flog Maegor zusammen mit seiner Mutter Visenya nach Königsmund, welches immer noch von den Söhnen des Kriegers gehalten wurde. Die Targaryens landeten auf Visenyas Hügel und die Königinwitwe forderte alle, die Maegors Anspruch infrage stellten, dazu auf, ihre Worte mit ihrem Leben zu verteidigen. Die Söhne des Kriegers nahmen die Herausforderung an und siebenhundert Ordensmitglieder ritten unter Führung von Großhauptmann Ser Damon Morrigen von Rhaenys' Hügel herab. Maegor und Damon einigten sich auf ein Urteil der Sieben, in welchem Maegor als letzter Mann stand, bevor er zusammenbrach und wochenlang bewusstlos blieb. Die siebenhundert Söhne des Kriegers unterwarfen sich zunächst und diskutierten während Maegors Bewusstlosigkeit darüber, ob sie ihn als König anerkennen oder den Kampf fortsetzen sollten. Unterdessen strömten Tausende Armer Gefährten in Richtung Königsmund. Diejenigen aus den Westlanden schlossen sich Wat dem Hauer an und auch die Armen Gefährten um Burg Rallenhall zogen ostwärts, sodass sich Aegon und Rhaena nach Casterlystein unter den Schutz von Lord Lyman Lennister begeben konnten.[3]

Maegor Balerion Gedächtnissepte JordiGonzalez

Maegor auf Balerion setzt die Gedächtnissepte in Schutt und Asche ©Jordi Gonzalez Escamilla

Maegor bestieg Balerion und flog ohne Vorwarnung zur Gedächtnissepte auf Rhaenys' Hügel. Dort entfesselte er das Drachenfeuer und verbrannte die Septe und alle, die sich darin aufhielten. Jene die fliehen wollten, wurden von Maegors Bogenschützen getötet, die er im Umkreis verteilt hatte. Die Schreie der brennenden und sterbenden Männern sollen durch alle Gassen von Königsmund zu hören gewesen sein und eine Rauchwolke soll sieben Tage über der Stadt gehangen haben.

In der Schlacht von Steinbrück sollen Maegors brutale Methoden gegen den Glauben, den Mander rot gefärbt haben. Seitdem sind die Brücke und die Burg die sie bewacht nur noch als Bitterbrück bekannt. Eine weitere heftige Schlacht fand am Großen Arm des Schwarzwassers stand, wo Maegors Drache eine Spur der Zerstörung hinter sich zog und welche einen entscheidenden Sieg für Maegor darstellte.

Der Aufstand zog sich über Maegors gesamter Regentschaft und Maegor verwendete brutale und strenge Methoden, um ihn niederzuschlagen: Er setzte ein Kopfgeld auf jedes Mitglied der beiden Orden aus; einen Golddrachen für einen Sohn des Kriegers und einen Silberhirschen für einen Armen Gefährten).[5] Das brachte ihm den Namen "der Grausame" ein. Nicht einmal der Tod des Hohen Septons im Jahr 44 n. A. E. und seine Ersetzung durch einen Fügsameren konnte die Entschlossenheit der Schwerter und Sterne bremsen.

Septon Mond und Ser Gottfrid Hunder führten im Jahre 48 n. A. E. eine große Armee Arme Gefährten gegen König Maegor.[6]

Nach Maegors Tod 48 n. A. E. bot sein Nachfolger König Jaehaerys I. Targaryen dem Glauben eine umfassende Amnestie an, im Austausch für die Auflösung der beiden militärischen Orden, was akzeptiert wurde. Dafür wurde Jaeherys I. der Name "der Schlichter" gegeben.[5]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Zeit der Krähen, Kapitel 11, Die Tochter des Kraken (Asha)
    A Feast for Crows, Kapitel 11, Die Tochter des Kraken (Asha)
  2. Die Königin der Drachen, Kapitel 11, Catelyn II
    A Storm of Swords, Kapitel 49, Catelyn VI
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 Feuer und Blut - Erstes Buch, Die Söhne des Drachen
  4. Die Welt von Eis und Feuer, Die Könige aus dem Hause Targaryen: Aenys I.
  5. 5,0 5,1 Die dunkle Königin, Kapitel 11, Jaime III
    A Feast for Crows, Kapitel 33, Jaime V
  6. Die Welt von Eis und Feuer, Die Könige aus dem Hause Targaryen: Maegor I.
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