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Tyrion I ist das erste Kapitel von Der Sohn des Greifen, dem ersten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Tyrion Lennister.

Zusammenfassung Bearbeiten

Tyrion Lennister überquert unbemerkt die Meerenge und wird in die Villa von Magister Illyrio Mopatis geschmuggelt, wo er dessen Gastfreundschaft genießen darf. Zunächst betrinkt sich Tyrion weiterhin und zerfließt in Selbstmitleid, doch Illyrio offenbart ihm seinen Plan, Westeros bald einen Erlöser aus dem Haus Targaryen zu präsentieren.

SynopsisBearbeiten

Tyrion überquert die MeerengeBearbeiten

Tyrion Lennister befindet sich auf der Flucht von Königsmund nach Essos auf einem Schiff in der Meerenge. Seine Kabine ist klein, aber der Kapitän des Schiffs hat ihm verboten, an Deck zu gehen. Tyrion betrinkt sich die ganze Überfahrt über. Er denkt an seinen Vater Lord Tywin Lennister, den er getötet hat und der nie etwas für Trinker übrig gehabt hatte. Tyrin bereut nicht, das getan zu haben, vielmehr wünscht er sich sogar, seinem Vater ins Gemächt statt in den Bauch geschossen zu haben. Tyrion kann die Tage nicht zählen, weil es unter Deck immer dunkel ist, aber jeden Tag kommt ein Schiffsjunge und bringt ihm Essen, das er nicht anrührt, und schrubbt die Kabine mit Wasser und Bürste. Tyrion fragt ihn, wohin sie fahren, doch der Schiffsjunge redet kein Wort mit ihm. Jaime Lennister hatte beim Abschied erwähnt, dass es in die Freien Städte gehe. Er wäre lieber nach Dorne zu Myrcella Baratheon gebracht worden, der nach dornischem Recht der Eiserne Thron zustünde, und dann hätte er ihr geholfen, ihr Recht gegen Tommen Baratheon durchzusetzen, so wie Oberyn Martell es vorgehabt hatte. Auch sprechen sie dort die Gemeine Zunge. Oberyn war allerdings tot, von Ser Gregor Clegane im Urteil durch Kampf erschlagen, und Tyrion zweifelt daran, dass Fürst Doran Martell ein solch gefährliches Wagnis eingehen würde, sich gegen den Eisernen Thron zu stellen. Er fürchtet, dass Doran ihn eher an Cersei Lennister ausliefern würde. Er denkt, dass er auch an der Mauer hätte einen Platz finden können, denn Lord Kommandant Jeor Mormont hatte ihm einst gesagt, die Nachtwache bräuchte Männer wie ihn,[A 1] aber vielleicht ist Mormont auch schon lange tot und Janos Slynt inzwischen Lord Kommandant.

Tyrion schläft noch weniger als er ohnehin schon gewohnt ist, und meistens trinkt er sich einfach nur in die Ohnmacht, wobei er dann wenigstens nicht träumt. Immer und immer wieder fragt er sich, "wohin auch immer Huren gehen", denn das hatte sein Vater als Letztes zu ihm gesagt, als er ihn nach Tyshas Verbleib gefragt hatte. Dann hatte er ihn mit der Armbrust erschossen und war wie in Trance die 230 Stufen des Geheimgangs wieder hinuntergeklettert, um an Varys' Seite durch die Dunkelheit zu fliehen. Als er ihm erzählt hatte, dass er seinen Vater und auch Shae getötet habe, hatte dieser ihm nur vorwurfsvoll gesagt, dass er die Leiter nicht hätte hinaufsteigen sollen. Tyrion nimmt einen weiteren Schluck Wein, will aufstehen, schwankt und stürzt, und wird in einer Lache Erbrochenem ohnmächtig.

Illyrio Mopatis nimmt Tyrion aufBearbeiten

Als er wieder zu sich kommt, behauptet der Kapitän, sie seien in einem Hafen. Ein Seemann schleppt ihn in den Frachtraum, wo er ihn in ein leeres Weinfass steckt, das selbst für ihn zu klein ist, sodass er sich nicht bewegen kann, während seine Knie an seinen Ohren festklemmen. Das Fass wird gerollt, gedreht, gegen andere Fässer gestoßen, hochgehoben, und nach einer endlosen halben Stunde wieder aufgebrochen, und Tyrion fällt in einem dunklen Raum auf den Boden. Ein unglaublich fetter Mann mit einem Gabelbart hat das Fass aufgebrochen und steht nun neben ihm. Er stellt sich als Illyrio Mopatis vor und bietet Tyrion seine Gastfreundschaft an, aber Tyrion ist misstrauisch, weil Illyrio ein Freund von Varys sein muss. Nach einem Bad, bei dem er augenblicklich einschläft, erwacht er in einem herrlich weichen Federbett. Er öffnet die Fensterläden und blickt in einen Garten mit einem Wasserbecken samt Marmorfigur und sechs Kirschbäumen. Hinter einer dreieinhalb Meter hohen Mauer sieht er eine Stadt: Ziegeldächer, eine Bucht, viereckige Backsteintürme, einen großen Roten Tempel und in der Ferne einen Palast auf einem Berg.

Als sein Gastgeber eintritt, errät Tyrion, dass er in Pentos gelandet ist. Tyrion macht eine Bemerkung über Huren, und Illyrio erklärt ihm, er brauche nur eine der Mägde anzusprechen, und sie würden sich ihm nicht verweigern. Als Tyrion fragt, ob es allesamt Sklaven seien, erklärt Illyrio, dass in Pentos die Sklaverei seit hundert Jahren verboten ist, als die Braavosi ihnen dies aufgezwungen haben, dass die Mägde sich ihm aber trotzdem nicht widersetzen würden. Dann entschuldigt er sich, da er als Magister an einer Versammlung des Fürsten teilnehmen müsse. Er rät Tyrion, er solle das Anwesen erkundigen, dabei aber nicht über die Mauer gehen und bis zum Abend auf ihn warten.

Tyrion denkt, dass Illyrio Profit aus ihm schlagen will, und dass er ihn auch ohne Skrupel an seine Schwester verhökern werde, sobald er denkt, dass sein Profit dadurch steigt. Er muss ständig an Tysha denken, so auch an die Massenvergewaltigung, die sein Vater seiner Wache befohlen hatte und bei der sich Tyrion beteiligen musste. In einer Truhe findet er saubere Kleidung, die einmal für einen edlen Jungen genäht worden ist. Er beginnt seine Erkundungsrunde in der Küche, wo er sich an Käse und Brot bedient und von zwei fetten Frauen und einem Küchenjungen beäugt wird. Als nächstes sucht Tyrion den Keller auf, in dem Illyrio ihn aus dem Fass befreit hat. Es handelt sich um einen Weinkeller, in dem es süßen Roten aus der Weite und herben Wein aus Dorne gibt, dazu Wein aus Pentos, Myr, vom Arbor und sogar Weine aus dem fernen Osten, aus Qarth, Yi Ti und Asshai. Tyrion nimmt sich ein Fässchen, das der Aufschrift nach einmal Lord Runzfort Rothweyn gehört hat, dem Großvater von Lord Paxter Rothweyn. Tyrion füllt sich einen Becher und einen Krug und will in den Garten mit den Kirschbäumen gehen, doch er wählt die falsche Tür und gelangt in den viel größeren Garten hinter dem Gebäude. Er inspiziert die Mauer, auf denen nur einfache Eisenspitzen ragen und über die man leicht mit einem Seil klettern könnte, und er entdeckt drei Tore, wovon eins mit einer Kette verschlossen ist und die anderen beiden von Unbefleckten bewacht werden. Tyrion folgt einem Säulengang, geht durch einen Spitzbogen und trifft auf eine junge rothaarige Waschfrau, der er Wein anbietet. Sie scheint ihn nicht zu verstehen, aber Tyrion führt ein Selbstgespräch mit ihr, in dem er sich fragt, ob er Illyrio vertrauen könne und was er als nächstes tun solle. Die Waschfrau geht weiter ihrer Tätigkeit nach, und als sie schließlich aufsteht und fortgeht, unterhält sich Tyrion mit der Wäsche, die sie aufgehangen hat. Sein Weinkrug ist leer, und er merkt, wie er wirkt. In einer Ritze zwischen den Fliesen entdeckt er sieben Giftpilze, und er sammelt sie ein und wickelt sie in ein Taschentuch.

Erneut wacht er in seinem Federbett auf. Diesmal weckt ihn ein blondes Mädchen, sagt ihm, sein Bad würde warten und in einer Stunde erwarte Magister Illyrio ihn bei Tisch. Tyrion stellt verwundert fest, dass das Mädchen die Gemeine Zunge spricht, und sie erklärt, dass sie gekauft worden sei, um dem König Freude zu bereiten. Sie ist jung, hat blaue Augen und ist gertenschlank. Sie sagt, Illyrio hätte ihr aufgetragen, Tyrions Rücken zu schrubben und sein Bett zu wärmen. Tyrion fragt auch sie, wohin Huren gehen, aber sie denkt, es sei ein Rätsel und entschuldigt sich, dass sie nicht gut im Rätselraten sei. Als sie ihm ihren Namen mitteilen will, verbietet er es ihr. Sie hilft ihm beim Bad, massiert ihm die schmerzhaften Waden und kleidet ihn an, und am Ende fragt sie ihn, ob er sie nach dem Essen ins Bett nehmen wolle, und als Tyrion zu seinem eigenen Erstaunen ablehnt, bietet sie ihm an, ihm einen Jungen zu besorgen, falls er das wünsche. Tyrion ändert seine Meinung spontan und trägt ihr auf, nach dem Essen nackt in seinem Bett zu warten. Als er sie lüstern anblickt und enttäuscht ist, dass sie keine Furcht, sondern nur Abscheu in ihrem Gesicht zeigt, erzählt er ihr, dass er die letzte Hure, mit der geschlafen habe, erdrosseln musste, und jetzt sieht er, dass das Mädchen sich doch fürchtet.

Illyrio weiht Tyrion in seine Pläne einBearbeiten

Magister Illyrio Mopatis erwartet ihn auf einer Ruhebank liegend. Er trägt unzählige Ringe mit Edelsteinen an den Händen, und er lädt Tyrion ein, sich zu ihm zu setzen. Tyrion kommt sich verloren vor zwischen den riesigen Möbeln in Illyrios Haus, und als der Magister höflich nach dem Mädchen fragt, das er ihm geschickt hat, antwortet Tyrion launisch und unfreundlich. Illyrio lässt das Abendessen beginnen, und obwohl Tyrion erst skeptisch ist, ob er das Essen bei sich halten kann, schmeckt es ihm so gut, dass er denkt, er habe in seinem Leben noch nie so gut gegessen. Beiläufig fragt er Illyrio nach der morgendlichen Sitzung beim Fürsten, und der Magister erzählt ihm, dass die alten Sklavenstädte Astapor und Meereen gefallen seien, woraufhin Tyrion antwortet, dass die Sklavenbucht weit entfernt sei. Als Illyrio ihm dann aber nach diversen Gängen Pilze anbietet und darauf besteht, dass er sie zuerst kostet, wird Tyrion misstrauisch, und er weigert sich, von den Pilzen zu essen. Stattdessen erklärt er, dass es in Westeros ein Gesetz der Gastfreundschaft gebe, gegen das zu verstoßen eine schwere Sünde sei. Illyrio merkt an, dass es in Essos genauso verpönt sei, dass er aber verpflichtet sei, seinem Gast beim Sterben zu helfen, wenn er es denn offensichtlich so sehr wünsche. Zu den Pilzen erklärt er, dass erst vor einem halben Jahr Magister Ordello mit ihnen vergiftet worden sei, und dass der Tod durch sie kaum schmerzhafter sei als ein paar Bauchkrämpfe. Er fragt Tyrion, warum er seinen Wein und seine Zeit verschwenden wolle und fordert ihn auf, von den Pilzen zu essen. Tyrion blickt die Pilze an, und ein Teil von ihm ist verführt, sie einfach zu essen, doch dann gibt er nach und erklärt Illyrio, dass er nicht sterben wolle, wenngleich er auch nicht weiß, was er als nächstes tun solle. Illyrio scheint zufrieden zu sein und isst einen von den Pilzen, die offensichtlich doch nicht giftig sind, was Tyrion zornig macht. Es folgen weitere Gänge.

Illyrio erklärt, dass es in Westeros eine Menge Menschen gebe, die der Meinung seien, Lord Tywin zu töten sei erst ein guter Anfang gewesen, den es fortzuführen gelte. Tyrion fühlt sich beleidigt und er erklärt, er sei immer noch ein Lennister, auch wenn er ein Sippenmörder ist. Illyrio findet die Tradition der Westerosi mit ihren Häusern und Wappentieren belustigend, und er bietet Tyrion an, ihm echte Löwen zu zeigen, denn der Fürst von Pentos habe eine ganze Menagerie voll davon. Dann erklärt er, dass Cersei den Titel eines Lords für Tyrions Kopf geben würde. Das ist jedoch nicht das, was der Magister anstrebt. Dann lenkt Mopatis das Gespräch auf Stannis Baratheon und darauf, dass Tyrion dem Recht nach Erbe von Casterlystein sei. Er erzählt, dass Stannis zur Mauer gesegelt ist, was Tyrion wundert. Anscheinend hat die rothaarige Waschfrau vom Nachmittag ihn doch besser verstanden, als er zunächst vermutet hat, denn der Magister weiß auch von Tyrions Plan, nach Dorne gehen zu wollen, um Myrcella zur Königin zu krönen, allerdings ist Illyrio der Ansicht, das würde ihren Tod bedeuten, denn die Macht Dornes allein würde dafür nicht reichen. Tyrion muss eingestehen, dass ihm das auch klar ist, aber ihm fehlen Alternativen. Illyrio deutet an, dass es einen weiteren Weg gebe, und Tyrion ist langsam genervt von den vagen Behauptungen des Magisters. Illyrio erzählt vom Fürsten von Pentos, der allerlei repräsentative Aufgaben hat und ein prunkvolles Leben führt, im Falle einer Missernte oder eines verlorenen Kriegs aber getötet werde. Als Tyrion sich über diese Tradition lustig machen will, macht Illyrio ihn darauf aufmerksam, dass es in Westeros nicht anders zugehe. Auch dort gebe es keinen Frieden und keine Gerechtigkeit, und wenn bald die Lebensmittel während dem Winter knapp werden, dann würden sich die Bewohner nach einem Erlöser sehnen. Als Tyrion sagt, Stannis sei als Erlöser ungeeignet, erwidert Illyrio mit einem breiten Grinsen, dass er jemand anderen im Sinn habe, der stärker als Tommen, sanfter als Stannis und mit einem besseren Anspruch als Myrcella ausgestattet sei: ein Drache mit drei Köpfen.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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AnmerkungenBearbeiten

  1. siehe: I-Tyrion III.

Siehe auchBearbeiten

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