FANDOM


Tyrion VI ist das zweiundzwanzigste Kapitel von Der Sohn des Greifen, dem ersten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Tyrion Lennister.

Zusammenfassung Bearbeiten

Tyrion Lennister erwacht nach einigen Tagen Bewusstlosigkeit auf der Scheuen Maid, die Selhorys erreicht hat. Bei einem Spiel Cyvasse erteilt er dem Jungen Greif einen Rat, wie er Daenerys Targaryen für sich gewinnen könne. Am Abend geht er mit Haldon in die Stadt, um Gerüchten nachzugehen und wird in einem Freudenhaus von Jorah Mormont entführt.

SynopsisBearbeiten

Tyrion erwacht in SelhorysBearbeiten

Tyrion Lennister träumt von seinem Vater Tywin Lennister und dem Verhüllten Lord, die in seinem Traum ein und dieselbe Person sind. Als sein Vater ihn mit versteinerten Armen umarmen will, erwacht Tyrion mit wild pochendem Herz. Haldon ist bei ihm, und Tyrion erinnert sich daran, wie einer der Steinmenschen ihn in der Gram in die Rhoyne mitgerissen hatte, als diese die Scheue Maid angegriffen hatten. Haldon weist Ser Rolly Entenfeld an, Tyrion eine Brühe zuzubereiten, damit er wieder zu Kräften kommt. Tyrion liegt unter einer kratzigen Decke und riecht nach Essig, weil Septa Lemore der Ansicht ist, dass Essig gegen die Ausbreitung der Grauschuppen helfe. Haldon erzählt, dass Jon Connington Tyrion aus dem Wasser gezogen habe und Lemore ihm dann das Wasser aus den Lungen gepumpt hat. Yandry wollte Tyrion wieder in den Fluss werfen, weil er schon blaue Lippen gehabt hat, aber der Junge Greif hatte das verboten. Dann erklärt Haldon, dass sie mittlerweile bereits in Selhorys seien. Er wirft Tyrion ein Messer zu, mit dem er in seine Zehen und Finger stechen soll, um zu kontrollieren, ob er sich mit den Grauschuppen angesteckt hat. Er gibt ihm auch den Rat, nicht zu zögern und das entsprechende Körperteil abzuschneiden, falls er Anzeichen bemerkt, denn alles sei besser als ein Leben auf der Brücke der Träume. Tyrion habe sehr viel Wasser aus der Rhoyne getrunken und sollte sich ein Leben lang kontrollieren. Als Tyrion seine Brühe trinkt, merkt er, dass die Anderen Abstand zu ihm halten.

Selhorys wird von Volantis aus regiert. Als Tyrion an Deck geht, sieht eine Stadtmauer aus Sandstein mit einigen Läden davor und hinter der Stadtmauer Türme und Kuppeln einer Kleinstadt. Die Scheue Maid ist am Ostufer der Rhoyne im Hafen von Selhorys vertäut, und zwei Stege weiter liegt eine Flussgaleere aus Volantis, von der Soldaten an Land gehen. Lemore und der Junge Greif kommen ebenfalls auf Deck, und die Septa umarmt Tyrion vor Freude. Sie hat das Gewand der Septa abgelegt und stattdessen ein Kleid angezogen, das eher zur Frau eines wohlhabenden Händlers passt. Der Junge Greif ist weniger überschwänglich, da er schlechte Laune hat. Er wäre gerne mit mit Yandry und Ysilla in die Stadt gegangen, um sie zu erkunden, aber Jon Connington und Haldon halten das für zu gefährlich. Haldon erzählt Tyrion, dass sie auf dem Weg von der Gram nach Selhorys mehrfach Dothraki am Ostufer gesichtet haben, und von Volantis kämen eine Menge Flussgaleeren mit Sklavensoldaten die Rhoyne hinauf. Anscheinend fürchten die Triarchen von Volantis einen Angriff auf Selhorys, die die die einzige größere Stadt am Ostufer der Rhoyne ist, weshalb sie den Angriffen der Dothraki besonders ausgesetzt ist.

Während der Junge Greif mit Lemore darüber streitet, warum er nicht an Land gehen darf, denkt Tyrion für sich über die Schiffsmitglieder nach: Das Geheimnis des Jungen Greifen und Jon Conningtons hat er schnell herausgefunden, Yandry und Ysilla scheinen das zu sein, was sie sein sollen, und Ser Rolly ist vermutlich sogar etwas weniger als das. Bei Lemore hingegen ist sich Tyrion nicht einmal sicher, dass sie überhaupt je eine echte Septa gewesen ist. Als Haldon fragt, warum Lemore ihr Gewand abgelegt hat, erklärt sie, dass es zu sehr an Westeros erinnere und dass auch sie etwas zu verstecken habe. Der Junge Greif hat sich immer noch nicht beruhigt, und so fordert Tyrion den Jungen zu einer Partie Cyvasse auf und provoziert ihn, indem er ihn darauf aufmerksam macht, dass er für gewöhnlich gegen ihn verliere.

Tyrion rät dem Jungen Greifen, nach Dorne zu gehenBearbeiten

Tyrions Plan geht auf, und wenig später sitzen sie vor dem Spielbrett. Der Junge Greif wählt wie meistens eine äußerst offensive Startaufstellung. Haldon beobachtet die Partie. Der Junge will schon sehr früh seinen Drachen ins Spiel bringen, aber Tyrion rät ihm davon ab. Auch sein Vater Rhaegar Targaryen habe die Gefahr gekannt, zu kühn vorzugehen. Er erzählt, dass er Rhaegar ein oder zweimal gesehen habe, dass er bei Rhaegars Tod aber erst zehn Jahre alt war und sein Vater Tywin Lennister ihn die meiste Zeit über auf Casterlystein versteckt gehalten habe. Er erklärt, dass Jon Connington dagegen ein wahrer Freund Rhaegars gewesen sein muss, wenn er dem Haus Targaryen die Treue hält, obwohl Aerys II. Targaryen seinem Haus Ländereien und Titel nahm und Jon in die Verbannung schickte. Tyrion spekuliert darüber, dass Jon Connington später vielleicht sogar die Plünderung von Königsmund hätte aufhalten können, dann wäre Aegon Targaryen vielleicht noch am leben. Erbost erzählt der Junge Greif, dass der Säugling den Ser Gregor Clegane getötet hatte, nicht er, sondern ein von Varys für einen Krug Arborgold gekauftes Kind eines Gerbers aus dem Pisswassergraben gewesen sei. Varys habe das falsche Kind dann seiner Mutter Elia Martell gegeben. Tyrion hakt ein und erzählt die Geschichte weiter: später hat Varys den Jungen dann über die Meerenge zu Illyrio Mopatis geschmuggelt, der ihn seitdem auf einem Stakkahn versteckt hält. Tyrion meint, das sei zwar Stoff für Legenden, dass es aber ein großes Problem gebe auf dem Weg zum Eisernen Thron: Daenerys Targaryen müsse ihn auch tatsächlich heiraten wollen. Als der Junge behauptet, sie müsse ihn heiraten, warnt Tyrion ihn davor, dass Königinnen in der Regel dieses Wort nicht gerne hören würden. Er sei zwar ein Prinz, wie ihn sich eine holde Jungfrau nur wünschen könne, Daenerys allerdings sei schon die Gemahlin eines Khals gewesen und habe außerdem schon ganze Städte erobert. Sie sei wie ein weiblicher Aegon der Eroberer, die vielleicht weniger willig sei, wie der Junge es sich wünscht.

Der Junge Greif wird wütend, weil er offensichtlich noch nie darüber nachgedacht hat, und er wirft Tyrion vor, dass er Daenerys genau so wenig kenne. Tyrion zählt ihm daraufhin alles auf, was er über Daenerys weiß: sie lebte verarmt in der Verbannung, umgeben von Träumen und Intrigen und ständig auf der Flucht, und ihr einziger Vertrauter war ihr halb verrückter Bruder Viserys Targaryen. Dieser Bruder habe sie für das Versprechen auf ein Heer an einen Dothraki verkauft, und irgendwo im Dothrakischen Meer seien nicht nur ihre Drachen geschlüpft, sondern im Grunde auch sie selbst. Sie muss also bereits eine sehr stolze und starke Frau sein, denn sonst hätte sie das alles nicht überstanden. Außerdem sei sie sicherlich ein sehr wütender Mensch, wie ihr Umgang mit Astapor, Yunkai und Meereen beweise. Sie hat den Marsch durch die Rote Wüste überlebt und zahlreiche Anschläge, und trotz ihrer jungen Jahre hat sie bereits einen Bruder, einen Gemahl und einen Sohn verloren. Tyrion fragt den Jungen, wie sie wohl reagieren werde, wenn er aus dem Nichts mit einem kleinen Heer vor ihr erscheine und behaupte, er sei der für tot gehaltene Aegon Targaryen und er habe außerdem den berechtigteren Anspruch auf den Eisernen Thron. Jetzt wird der Junge richtig wütend, und er erinnert Tyrion unweigerlich an Joffrey Baratheon. Der Junge Greif behauptet, er vertraue darauf, dass Jon Connington das alles für ihn regeln werde, aber Tyrion mahnt ihn, niemandem zu vertrauen, weder Haldon, noch Jon, Ser Rolly, Lemore, und vor allem nicht Illyrio Mopatis oder Varys. Dieses Misstrauen werde ihm viele schlaflose Nächte bereiten, aber das könnte ihm möglicherweise das Leben retten.

Dann deutet Tyrion an, dass er eigene Vorstellungen darüber habe, wie er an Stelle des Jungen vorgehen würde, und das macht ihn neugierig. Tyrion rät ihm, seinen Blick nach Westen statt nach Osten zu wenden und in Dorne zu landen, um dort seine Banner zu hissen. Seiner Meinung nach waren die Sieben Königslande selten so instabil wie jetzt: Tommen Baratheon sei noch ein Kind, der Norden versinke im Chaos, die Flusslande seien völlig verwüstet und Sturmkap sowie Drachenstein stünden immer noch unter dem Befehl Stannis Baratheons. Bald werde zudem der Winter Einzug halten und die Lage weiter destabilisieren, und nur Cersei Lennister sei Tommen noch geblieben, denn sein Bruder Jaime Lennister sei nicht machtbesessen, und sein Onkel Kevan Lennister sei zwar ein geeigneter Regent, der dies aber nur tun würde, wenn ihn jemand dazu erheben würde. Er sei schon immer eher Mitläufer denn Anführer gewesen. Lord Maes Tyrell würde die Macht zwar gerne an sich reißen, aber dem stünden die Lennisters im Weg, und Stannis wird von allen gehasst. Es bleibe also tatsächlich nur noch Cersei, die so sanftmütig sei wie Maegor der Grausame, so selbstlos wie Aegon der Unwerte und so weise wie Aerys der Irre, mit anderen Worten: sie sei völlig ungeeignet als Regentin und werde die Bündnisse, die ihr Vater mühevoll aufgebaut hat, bald schon allesamt zerstört haben. Tyrion rät dem Jungen also, nach Westeros zu gehen, denn die Lords und das Gemeine Volk würden ihm zu Scharen folgen, doch solle er sich beeilen, denn andernfalls könnte Cersei schon gestürzt worden sein und ein fähiger Regent an ihre Stelle getreten sein.

Als der Junge fragt, wie er ohne die Drachen auf einen Sieg hoffen könne, erklärt Tyrion, dass er gar nicht siegen müsse, sondern lediglich so lange ausharren müsse, bis ihm Daenerys mit ihren Drachen zu Hilfe käme. Wenn er nach Westeros gehen würde, wirke er auf Daenerys eher wie ein Eroberer als wie ein Bettler. Tyrion glaubt, dass sie sich vor allem als "Retterin" sieht, und wenn sie von seinem aussichtslosen Kampf für die Ehre ihres Hauses hören würde, werde sie so schnell wie möglich zu Hilfe eilen. Nebenbei zieht Tyrion seinen Drachen und kündigt an, dass der Junge in vier Zügen verloren habe. Als dieser sich darüber beschwert, dass Tyrion ihm das Spiel betreffend falsche Ratschläge gegeben habe, antwortet Tyrion, dass er eben gelogen habe und dass der Junge wirklich niemandem trauen solle. Der Junge Greif wird darüber so wütend, dass er den Cyvasse-Tisch umschmeißt und Tyrion befiehlt, die Figuren für ihn einzusammeln. Tyrion gehorcht dem Jungen und denkt bei sich, dass er vielleicht doch ein Targaryen sein könnte.

Haldon und Tyrion gehen nach SelhorysBearbeiten

Am Abend kehren Yandry und Ysilla mit Proviant auf die Scheue Maid zurück. Als Ysilla Tyrion sieht, macht sie ein abergläubisches Zeichen mit ihren Fingern und schaut ihn misstrauisch an. Yandry trägt Haldon auf, Jon Connington zu wecken, denn er habe wichtige Neuigkeiten: Daenerys sitze in Meereen fest und sei von allen Seiten von Feinden umzingelt. Auch Volantis schließe sich ihren Gegnern vielleicht bald an. Das widerspricht ihrer Einschätzung, dass sich Daenerys bereits auf dem weg nach Volantis befinde, aber als Tyrion darüber nachdenkt, findet er, dass es tatsächlich gefährlich für Daenerys wäre, die 1500 Meilen Wüste, Berge und Sümpfe über Land zurückzulegen, die zwischen Meereen und Volantis liegen, und auf denen Städte wie Mantarys liegen, die einen unheilvollen Ruf haben. Kurze Zeit später erscheint Jon Connignton an Deck, und er unterhält sich unter vier Augen mit Yandry. Dann schickt Jon Haldon an Land. Er soll in Erfahrung bringen, ob an diesen Gerüchten etwas dran ist. Er könne Qavo aufsuchen, der sich vielleicht im "Flussschiffer" oder in der "Bemalten Schildkröte" aufhalte. Haldon nimmt Tyrion mit, und Jon erklärt Haldon beim Abschied, dass er sich zur Goldenen Kompanie durchschlagen solle, falls etwas schief gehe. Dann erhalten sie zwei Beutel Silber aus Illyrios Truhen und ziehen in der Abenddämmerung los.

Am Hafen haben die meisten Schiffe ihre Planken hochgezogen, und auf manchen befinden sich bewaffnete Männer, die sie misstrauisch ansehen. An der Stadtmauer brennen bunte Pergamentlaternen. Jede Menge Lustsklavinnen treiben sich am Hafen herum, und man kann sie an einer tätowierten Träne unter ihrem rechten Auge erkennen. Am Flusstor steht eine Gruppe volantischer Speerträger Wache, die grüne Tigerstreifen-Tätowierungen auf beiden Wangen tragen. Einer der Wachen nimmt Tyrion unvermittelt in den Schwitzkasten und reibt ihm unter dem Gelächter der anderen unsanft den Kopf, und anschließend erklärt Haldon ihm, dass die Menschen hier glauben, es bringe Glück, einem Zwerg den Kopf zu reiben. Nachdem Haldon kurz mit den Wachen gesprochen hat, werden sie in die Stadt gelassen. Sie kommen auf einen großen Platz, der selbst zu dieser später Stunde noch bevölkert ist. Bunte Glaslaternen beleuchten den Platz, und zu ihrer rechten sehen sie ein Nachtfeuer vor einem Tempel von R'hllor. Auf dem Balkon des Tempels hält ein Roter Priester eine Predigt vor einer kleinen Menschenmenge. In der Mitte des Platzes steht die kopflose Marmorstatue von Horonno, einem Triarch von Volantis aus dem Jahrhundert des Blutes. Haldon erzählt, er habe sich zum Triarch auf Lebenszeit ernennen lassen, nachdem er 40 Jahre lang immer wieder gewählt worden war. Die Volantener verurteilten ihn daraufhin allerdings zum Tode und ließen ihn von zwei Elefanten in zwei teile reißen. Als die Partei der Elefanten dann Jahre später die Tiger ablösten, schlugen sie der Statue den Kopf ab.

Haldon schlägt vor, dass sie sich die Predigt des Roten Priesters anhören könnten, denn er glaubt, den Namen Daenerys gehört zu haben. Tyrion versteht die Sprache des Predigers nicht, aber Haldon erklärt ihm, dass er die Volantener dazu aufruft, auf der gerechten Seite in den Krieg zu ziehen. Nyessos Vhassar und Malaquo Maegyr hätten sich von Yunkai verführen lassen, sie aber sollten Daenerys und ihre Drachen unterstützen. Benerro, der Hohepriester des Roten Tempels in Volatis, habe eine Nachricht geschickt, dass Daenerys der wiedergeborene Azor Ahai sei und die Erfüllung einer uralten Prophezeiung. Der einzige Rote Priester, den Tyrion vorher kennengelernt hatte, war Thoros von Myr, den großen Säufer an Robert Baratheons Hof, der ab und zu sein flammendes Schwert auf einem Turnier geschwungen hat.

Qavo berichtet von Volantis und DaenerysBearbeiten

Als nächstes führt Haldon sie über den Platz zu einem steinernen Gasthaus, das "Bemalte Schildkröte" heißt. Drinnen finden zwei Männer, die in eine Partie Cyvasse vertieft sind. Haldon setzt sich zu ihnen und behauptet, Tyrion spiele besser Cyvasse als die beiden zusammen. Der dickere der beiden schaut auf und beleidigt Tyrion in der Sprache von Alt-Volantis, während der Dünnere Haldon anbietet, ihm Tyrion für die Groteskenschau des Triarchen abzukaufen, aber Haldon erklärt ihm, dass Tyrion kein Sklave sei. Das Spiel der beiden ist schnell beendet, wobei der Dünnere gewinnt. Dann fordert der Dünne Tyrion zu einem Spiel mit Wetteinsatz auf. Haldon stellt ihn Tyrion als Qavo Nogarys, einen Zöllner aus Selhorys, vor, gegen den er noch nie im Cyvasse gewonnen habe. Tyrion stapelt einen Turm Silbermünzen auf, bis Qavo zufrieden ist, dann beginnen sie das Spiel. Während sie die Figuren aufbauen, fragt Haldon den Zöllner nach Neuigkeiten aus. Qavo erzählt, dass Grazdan mo Eraz, ein Gesandter aus Yunkai, nach Volantis gekommen sei mit Truhen voller Gold, Edelsteinen und 200 Lustsklaven, Mädchen wie Jungen, die in der Kunst der Sieben Seufzer ausgebildet worden sind. So sei Nyessos Vhassar bestochen worden, und er wolle nun Volantis für die Weisen Herren aus Yunkai kämpfen lassen. Der Mittriarch Malaquo Maegyr sei ohnehin ein Tiger und damit kriegshungrig, und Doniphos Paenymion werde bald abgewählt werden, sodass seine Meinung nicht mehr wichtig ist. Qavo erklärt, dass die Stadt sich nach Krieg sehne.

Tyrion fragt, wie die "süße" Kindkönigin Volantis erzürnt haben mag, aber Qavo erwidert, dass sie den Geschichten aus der Sklavenbucht nach alles andere als süß sei, sondern eher ein Ungeheuer: Sie soll blutrünstig sein und ihre Feinde auf Pfählen aufspießen; sie sei eine Zauberin und füttere ihre Drachen mit Neugeborenen; sie sei eine Eidbrüchige, die Götter verspotte, Gesandte bedrohe und sich sogar gegen ihre treuen Ergebenen wende. Ihre Lust sei unstillbar, und sie paare sich nicht nur mit Männern und Frauen, sondern sogar mit Eunuchen, Hunden und Kindern.[A 1] Ihr schlimmstes Verbrechen aber sei, dass sie den Sklavenhandel verboten hat, und das hätte sogar Auswirkungen bis nach Volantis, wo die Adeligen sich plötzlich vor ihren Dienern fürchten müssten. Auf der anderen Seite sei Daenerys aber selbst bei den Armen unbeliebt, denn deren einziger Trost ist, dass sie wenigstens noch ein bisschen mehr wert seien als die Sklaven. Tyrion erwidert, dass die Roten Priester offenbar anderer Meinung sind, und dass Volantis trotz alledem Daenerys unterstützen solle, aber Qavo erzählt, dass es deswegen auch schon zu Kämpfen mit Benerros Anhängern gekommen sei. In Volantis würden sich jeden Abend Tausende Sklaven und Freigelassene auf dem Tempelplatz einfinden, um sich Benerros Predigten anzuhören. Tyrion fragt nach Daenerys' Drachen. Der Zöllner bestätigt, dass es sie gibt, meint aber auch, dass ihr dafür jede Menge Feinde gegenüber stünden, denn die Weisen Herren hätten ihre Gesandten nicht nur nach Volantis geschickt. Neu Ghis, Tolos und Elyria stünden schon auf ihrer Seite, und dazu sogar die Dothraki. Als Haldon anmerkt, dass die Dothraki auch vor Selhorys stünden, erklärt der Zöllner, dass dies lediglich Khal Pono sei, der die "Geschenke" abholen würde, die er regelmäßig erhalte, damit er die Stadt in Frieden lässt.

Mittlerweile hat Tyrion das Spiel verloren, und Qavo bietet ihm eine Revanche an, doch Haldon möchte zum Schiff zurückkehren. Draussen auf dem Platz leuchtet immer noch das Nachtfeuer vor dem Roten Tempel, doch die Menschenmenge hat sich bereits aufgelöst. Tyrion schaut sehnsüchtig zu den Freudenhäusern hinüber und überredet Haldon, ihm einen Besuch zu gönnen. Haldon lacht, dann sagt er, er werde in einer Schenke am Tor auf ihn warten. Das Freudenhaus, in das Tyrion geht, ist nicht besonders gut, aber der Besitzer führt Tyrion in einen langen Raum, wo vier gelangweilte Sklavinnen warten. Zwei von ihnen sind mindestens 40 Jahre alt, die jüngste vielleicht 15. Tyrion fragt auf Hochvalyrisch, ob eins der Mädchen die Gemeine Zunge von Westeros spricht, und der Besitzer führt Tyrion zu einem Mädchen mit Sommersprossen, das ein wenig nach einem Mädchen aus Westeros aussieht. Sie starrt angewidert auf Tyrions nasenloses Gesicht und versteht nichts von dem, was er zu ihr sagt. Tyrion trinkt einen Becher Wein, dann fordert er sie auf sich hinzulegen, ist aber nach sehr kurzer Zeit schon fertig mit ihr. Er fragt sie noch ein wenig nach Tysha, doch sie antwortet auf keine seine Fragen und wirkt seltsam leblos, sodass sich Tyrion sogar schämt, weil er sich so heruntergekommen fühlt. Tyrion nimmt sich den Krug Wein, spült ihn hinunter und muss sich sofort übergeben, sodass das Mädchen angeekelt anfängt zu kreischen. Tyrion bringt sie zum Schweigen, indem er noch einmal mit ihr schläft, dann wirft er sie hinaus und lässt sich in die Matratze sinken. Kurz bevor er einschläft rafft er seine Sache auf und taumelt nach unten, rutscht fast auf der Treppe aus und erregt so die Aufmerksamkeit der anwesenden Huren im unteren Raum.

Plötzlich ruft ihn ein Mann aus einer Nische und nennt ihn "Gnom". Er hat ein recht hübsches Mädchen auf dem Schoß, das lange, silberne Haar hat, und Tyrion ärgert sich, dass er das Mädchen nicht vorher gesehen hat. Tyrion erkennt sofort, dass der Mann ein Ritter aus den Sieben Königslanden ist, von dem Gefahr ausgeht. Er erklärt, dass er "Hugor Hügel" heiße und lädt den Fremden freundlich zu einem Wein ein. Der Fremde zieht sein Schwert und verkündet, dass er genug Wein hatte, dass "Hugor" nun ihm gehöre und dass er ihn zu Daenerys bringen werde.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

Handelnde Personen:

Erwähnte Personen:

Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

Orte:

Begriffe:

AnmerkungenBearbeiten

  1. Diese Gerüchte sind eine Verdrehung von Halbwahrheiten: die aufgespießten Feinde könnten die 163 Großen Herren sein, die Daenerys aus Rache hat hinrichten lassen, nachdem sie zuvor die gleiche Anzahl unschuldiger Sklavenkinder auf dieselbe Art haben hinrichten lassen; mit dem Menschenfutter für ihre Drachen könnte die tragische Geschichte um Hazzea gemeint sein; eidbrüchig ist Daenerys in gewisser Weise gegenüber den Guten Herren von Astapor geworden, als sie die Unbefleckten nach dem Kauf gegen die Verkäufer selbst eingesetzt hat; und der "Treue", den sie verbannt hat, war Jorah Mormont, der sie zuvor für Robert Baratheon ausspioniert hat.

Siehe auchBearbeiten

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.