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Melisandre ist das einunddreißigste Kapitel von Der Sohn des Greifen, dem ersten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Melisandre.

Zusammenfassung Bearbeiten

Melisandre versucht vergeblich, in den Flammen das Mädchen in Grau auf der Flucht zu sehen, um mehr über sie zu erfahren. Stattdessen sieht sie immer wieder Jon Schnee in den Visionen, auch als sie R'hllor bittet, dass er ihr Stannis Baratheon zeigen solle. Nachdem sich ihre Prophezeiung erfüllt hat und drei Grenzer tot an die Mauer gebracht werden, vertraut Jon ihren Kräften mehr, und sie offebahrt ihm, dass Manke Rayder noch lebt, dem sie durch ihren Blendzauber die Gestalt von Rasselhemd gegeben hat. Manke soll Arya Stark retten.

SynopsisBearbeiten

Melisandre blickt in die FlammenBearbeiten

Melisandre spricht in ihrem Gemach im Königsturm ein Gebet zu R'hllor, während Devan Seewert bei ihm ist. Ihr Zimmer ist die ganze Nacht über durch Kerzen erhellt, und in ihrem Kamin brennt immer ein Feuer, auch tagsüber. Sie blickt immer wieder ins Feuer, um ein zweites Mal das Mädchen in Grau auf dem sterbenden Pferd zu sehen, das auf der Flucht ist, denn sie will mehr über sie erfahren, um mit diesem Wissen Jon Schnees Vertrauen zu gewinnen, der sicher bald mehr über das Mädchen wissen will. Sie sieht stattdessen ein weißes Gesicht aus Holz und daneben einen heulenden Jungen mit einem Wolfsgesicht. Schwarzes rauchendes Blut rinnt ihren Schenkel hinunter, und sie spürt, dass das Feuer wieder in ihr ist, was Verzückung und Qual zugleich bedeutet. Das Feuer verwandelt sie, und sie hört fremde Stimmen aus längst vergangenen Tagen nach ihr rufen. Eine Frauenstimme ruft "Melonie", und ein Mann "Los Nummer sieben". Dann hat sie die Vision einer Schlacht mit den Anderen, und eine weitere, in der sie abermals erkennt, dass Jon Schnee von Feinden umgeben ist.

Niemand in ihrem Orden ist so geschickt darin, die Visionen aus dem Feuer richtig zu deuten, denn es ist eine hohe Kunst, in der sie sich bereits seit sehr langer Zeit versucht. Trotzdem schafft sie es nun nicht, Stannis Baratheon in den Flammen zu sehen, die vermeintliche Wiedergeburt von Azor Ahai, der derweil auf Tiefwald Motte zumarschiert. Obwohl sie R'hllor um einen Blick auf ihn gebeten hat, zeigen ihr die Flammen immer wieder nur Jon, den Bastardjungen.[A 1]

Sie bittet Devan, ihr einen Becher Wasser zu geben. Als sie sich bei ihm mit einem Lächeln bedankt, errötet der Knappe. Melisandre weiß, dass er in sie verliebt ist und sie verehrt. Trotz allem ist Devan auch wütend, weil Stannis ihn in der Schwarzen Festung zurückgelassen hat, denn er hatte davon geträumt, in Tiefwald Motte in Stannis' Armee Heldentaten zu vollbringen. Er denkt, dass Stannis ihn bestrafen will, vielleicht für einen Fehler seines Vaters Davos Seewert, aber in Wirklichkeit hatte Melisandre darum gebeten, ihn bei ihr zu lassen. Die vier ältesten Söhne Davos' waren in der Schlacht am Schwarzwasser durch das Seefeuer gefallen, und Melisandre will Devan beschützen, auch wenn sie dafür keinen Dank erwartet, am wenigsten von Davos, der zwar immer noch nicht an R'hllor glaubt, dafür aber immerhin Stannis' treuester Diener ist und außerdem ein guter Mensch ist.

Stannis hat ihr ein Dutzend Männer zurückgelassen, aber die meisten von ihnen sind im Gegensatz zu Devan zu nichts zu gebrauchen, denn es sind die Kampfunfähigen, die entweder alt, blind oder verkrüppelt sind. Auch drei Kastraten sind unter ihnen, die Stannis bestraft hat, weil sie sich an einer freien Frau vergriffen hatten. Obwohl sie also von diesen Männern wenig Schutz zu erwarten hat, fürchtet sie nicht um ihr Leben, denn sie vertraut darauf, dass R'hllor sie beschützen wird. Nach dem Schluck Wasser erhebt sie sich von ihrem Stuhl und erholt sich davon, dass sie so lange in das Feuer gestarrt hat. Sie trägt Devan auf, Holz nachzulegen und stellt fest, dass es bald zum Morgen dämmert. Seit Stannis fortgezogen ist, hat sie nur noch stundenweise geschlafen. In ihren Augen ist Schlaf der kleine Bruder des Todes und Träume Einflüsterungen des Großen Anderen. Von ihrem Fenster aus beobachtet sie, wie die Schwarze Festung langsam zum Leben erwacht. Die Schwarzen Brüder gehen zum Frühstück und lösen die nächtlichen Wachen ab, und auch Devan fragt Melisandre, ob sie frühstücken möchte, und obwohl sie seit langer Zeit kein Essen mehr braucht, isst sie ab und zu etwas, damit die sterblichen Menschen nicht misstrauisch werden. Sie denkt über Jon nach, der immer noch in den Gemächern Donal Noyes haust statt in einer angemessenen Unterkunft für einen Lord Kommandanten der Nachtwache, aber er scheint noch nicht erkannt zu haben, welche Bedeutung die Insignien der Macht haben können. Jedesmal, wenn sie mit ihm sprechen will, muss sie zu ihm gehen, und selbst dann lässt er sie warten oder hat keine Zeit für sie.

Melisandre lässt Rasselhemd holenBearbeiten

Sie schickt Devan los, Rasselhemd zu holen, und nachdem Devan gegangen ist, wechselt sie die Kleidung und überprüft ihre Robe, die viele versteckte kleine Taschen enthält, in denen sie Pülverchen bei sich trägt, die bspw. Feuer farbig machen können oder die Flammen über sich hinauswachsen lassen, und die verschiedene Rauchsorten erzeugen können, die Lust, Wahrheit oder Angst erzeugen oder sogar töten können. Die Truhe mit diesen Pulvern, die sie mit über die Meerenge gebracht hat, ist inzwischen zwar fast zu drei Vierteln leer, doch dafür sind ihre Zauber an der Mauer viel wirksamer als anderswo, selbst als in Asshai. Sie denkt darüber nach, dass ein Schatten, den sie hier gebären würde, viel fürchterlicher und vernichtender sein würde als alle vorherigen.

Schließlich erscheint ihr einarmiger Feldwebel und kündigt Rasselhemd an. Der Wildling betritt das Zimmer und Melisandre bemerkt zu ihrem Ärger, dass er das Knochengewand abgelegt hat mit der Begründung, das Gerassel habe ihn genervt. Melisandre betrachtet den Mann, der von ihrem Blendzauber umgeben ist, den sie deutlich als Schatten und Schleier zerrissenen grauen Nebels erkennen kann, denn in Wirklichkeit ist der Mann Manke Rayder. Der Rubin an ihrem Hals pulsiert, als der Mann sich ihr nähert. Er erzählt, dass er am Abend zuvor mit Bowen Marsch beim Abendessen in einen Streit geraten sei, weil dieser ihm unterstellt hatte, ihn auszuspionieren. Der Wildling setzt sich ans Fenster und spielt mit seinem Dolch. Melisandre hat schon als Kind im Roten Tempel als Erstes gelernt, in den Flammen zu erkennen, wann Gefahr für ihr Leben besteht, und so weiß sie jetzt, dass von diesem Wildlinge keine Gefahr für sie ausgeht. Der Wildling deutet auf seine Handfesseln mit den kleineren Rubinen, die ebenfalls pulsieren und leuchten, und er sagt, dass er den Blendzauber sogar im Schlaf spüre. Melisandre drängt den Wildling dazu, die Knochenrüstung wieder anzulegen, denn sie seien ein Teil der Verblendung, und sollten die Menschen erfahren, wer er wirklich ist, würden sie ihn auf der Stelle töten. Der Wildling beschwert sich darüber, dass er wieder kämpfen wolle, und Melisandre verspricht ihm, dass er das schon bald wieder tun könne.

Sie erklärt, die Armee des "wahren Gegners" hätte sich in Bewegung gesetzt, und Jon Schnees Grenzer würden noch an diesem Tag ohne Augen zur Schwarzen Festung zurückkehren, so wie sie es ihm prophezeit habe. Manke erzählt, dass der Weiner seinen Gegnern stets die Augen herausgeschnitten habe, weil er der Meinung sei, nur einen blinde Krähe sei eine gute Krähe. Er erzählt auch von Jons Hoffnung, dass sich die verbliebenen Wildlinge jenseits der Mauer Tormund Riesentod anschließen würden, weil Jon und Tormund eine gewisse Sympathie füreinander empfunden haben, aber sollte Tormund den Machtkampf verlieren und sich die Wildlinge dem Weiner anschließen, wäre das schlecht für die Wildlinge und auch für sie. Melisandre nickt ernst, um dem Wildling das Gefühl zu geben, dass sie seine Worte ernst nehme, allerdings weiß sie, dass das Schicksal des Freien Volks völlig unwichtig sei, da es ohnehin verloren ist. Sie werden genauso verschwinden wie die Kinder des Waldes einst verschwunden sind.[A 2]

Sie fragt Manke, wie gut er den Norden kenne, denn sie macht sich Sorgen um das Mädchen auf dem sterbenden Pferd, das sie für Arya Stark hält, was für sie die einzig logische Erklärung zu sein scheint. Sie hofft, mit ihrer Rettung endgültig Jons Vertrauen gewinnen zu können. Der Wildling glaubt nicht, dass Jon Rasselhemd so weit vertrauen und ihn statt der eigenen Leute auf solch eine Mission schicken würde, aber Melisandre entgegnet, dass Jon die Hände gebunden seien wegen des Gelübdes der Nachtwache, sich nicht in die Belange des Reiches einmischen zu dürfen, dass aber Rasselhemd der Nachtwache nicht angehöre. Melisandre beschreibt ihre Vision von dem Mädchen: sie hat sie östlich von einem Wasser gesehen, dass der Wildling als den Langen See wiedererkennt, und sie reitet abseits vom Königsweg durch Bäche und die Wildnis, um ihre Spur zu verwischen.

Jon entdeckt drei tote GrenzerBearbeiten

Plötzlich ertönt ein Kriegshorn, was bedeutet, dass ein Grenzer zurückgekehrt ist. Melisandre erinnert Manke daran, wieder sein Knochengewand anzulegen und in ihrem Gemach auf sie zu warten. Auf der Treppe des Königsturms begegnet Melisandre Devan, der ihr Frühstück bringen will, und sie schickt ihn zu Rasselhemd in ihre Gemächer. Am Tor der Mauer haben sich bereits einige Schwarze Brüder versammelt, aber sie machen Melisandre Platz und lassen sie passieren, als sie eintrifft. Morgan und Merrel begleiten sie. Eigentlich sind sie zwei unnütze Trinker, aber so früh am Morgen sind sie noch nüchtern, und Melisandre lässt sich immer von zwei Leibwächtern begleiten, jedoch allein um ihre Macht zu demonstrieren und nicht, weil sie Hilfe von ihnen erwarten könnte, sollte sie einmal tatsächlich in Gefahr geraten. Jon ist bereits mit Bowen Marsch und 20 Speerträgern durch das Tor auf die andere Seite der Mauer gegangen.

Auf der nördlichen Seite der Mauer haben sich Jon, Geist und seine Männer um drei zweieinhalb Meter lange Speere versammelt, die in der Nacht etwa 20 Meter von dem Tor entfernt in den eisigen Boden gerammt worden sind. Auf den Speeren stecken die Köpfe von Hans Bulwer, dem Haarigen Hal und Garth Graufeder. Bowen Marsch vermutet, dass die Wildlinge Stunden gebraucht haben müssen, um die Speere so tief in den vereisten Boden zu treiben, und schließt daraus, dass sich die Wildlinge vielleicht noch in der Nähe befinden könnten. Eddison Tollett hofft, dass der Weiner die Leichen der Drei verbrannt habe, denn er fürchtet, sie kämen sonst als Wiedergänger zurück. Als Bowen Marsch lautstark die Entscheidung Jons kritisieren will, überhaupt Grenzer in den Verfluchten Wald geschickt zu haben, mahnt ihn Jon barsch, ruhig zu sein. Dann weist er vier Männer an, die Speere aus dem Boden zu ziehen und die drei Köpfe zu verbrennen.

Dann erst scheint er Melisandre zu bemerken und bittet sie um eine Unterredung. Sie gehen gemeinsam durch den Tunnel zurück in die Festung, und Melisandre drosselt absichtlich das Tempo, damit Jon bemerkt, wie das Eis in ihrer Nähe zu schmelzen beginnt. Dann bricht Jon das Schweigen und bittet die Rote Priesterin, in den Flammen nach den anderen sechs Grenzern zu sehen, die er ausgeschickt hat. Jon berichtet ihr von Ser Denys Mallisters Nachricht, der jenseits des Schlunds Feuer gesichtet hat und fürchtet, dass sie versuchen könnten, die Schädelbrücke zu überqueren. Melisandre ihrerseits berichtet Jon von einer Vision, in der sie Türme am Meer gesehen hat, die von einer schwarzen Flut überschwemmt werden, und sie überlegen gemeinsam, ob Ostwacht an der See in Gefahr sein könnte. Melisandre kann nicht sagen, wann der Angriff losgehen wird, und sie hegt die Hoffnung, dass Jon den Angriff sogar verhindern könnte, denn ihre Visionen zeigen manchmal auch nur eine mögliche Zukunft.

Als sie den Tunnel wieder verlassen und die Festung erreichen, hat sich die Schar der Neugierigen am Tor vergrößert. Melisandre erkennt Dreifinger Hobb, Mully, den zurückgebliebenen Owen und den stets betrunkenen Septon Celladar. Besorgt fragen sie Jon, wer die drei Toten sind und hoffen, dass es nicht Dywen ist. Als Jon die Namen der Toten nennt, bricht Alf, einer der Männer der Königin, in ein lautes Klageheulen aus. Er war einst als einer der ersten von den Sieben zu R'hllor übergetreten.

Melisandre bittet Jon, ihn in den Königsturm zu begleiten, da sie eine wichtige Sache mit ihm zu bereden habe. Jon wägt einen Augenblick lang ab, trägt Eddison dann aber auf, Geist zu seinem Gemach zu bringen, woraufhin auch Melisandre ihre Wachen fortschickt. Nebeneinander gehen sie zum Königsturm, und Melisandre spürt Jons ungebrochenes Unbehagen ihr gegenüber, aber immerhin scheint er jetzt verstanden zu haben, dass er ihre Hilfe brauchen und ihren Kräften vertrauen kann. Sie denkt darüber nach, dass Jon und Stannis viel gemeinsam haben, denn sie sind beide im Schatten eines älteren Bruders groß geworden, was sie zu ernsten und pflichtbewussten Männern hat werden lassen.

Als sie Melisandres Gemach betreten und Rasselhemd sehen, wird Jon zunächst allerdings misstrauisch und ungehalten. Der Wildling und Jon machen sich gegenseitig den Vorwurf, untreu zu sein, und Manke erinnert Jon dabei an Ygritte und prahlt, dass er ihn schon lange umgebracht haben könnte, wenn er gewollt hätte. Der Wildling, der Melisandres Anweisung gefolgt ist und wieder sein Knochenhemd angezogen hat, wendet sich an die Rote Priesterin und fordert ein Dutzend Pferde und einige der Speerfrauen aus Mulwarft. Als Jon wissen will, wovon Rasselhemd redet, erklärt Melisandre, dass nur er seine Schwester retten könne. Jon widerstrebt das und er erklärt, dass Rasselhemd Arya eher vergewaltigen würde als sie zu retten, und er sagt, dass er ihm den Kopf abschlagen würde, sollte er es wagen, die Schwarze Festung zu verlassen.

Melisandre sieht keinen anderen Ausweg, als Jon in den Blendzauber einzuweihen. Sie schickt Devan hinaus und berührt ihren Rubin, wobei sie ein Wort spricht, dessen Klang in dem Raum seltsam widerhallt und das für die beiden Anwesenden unterschiedlich klingt. Der Nebel, der den Wildling umgibt, löst sich langsam auf, und während das Knochengewand bleibt, verwandelt sich Rasselhemds Gestalt langsam in die von Manke Rayder. Jon reißt die Augen auf, während Manke erklärt, dass Stannis statt ihm Rasselhemd verbrannt habe. Auch sei er skeptisch gegenüber Melisandres Vorschlag gewesen, habe aber nichts zu verlieren gehabt. Melisandre erklärt, dass Dinge wie das Knochengewand helfen würden bei solcher Art von Zauber. Ihr ist bewusst, dass es den Männern vorkommen muss, als sei der Blendzauber ganz einfach, doch in Wirklichkeit erfordert er enorme Kräfte, und insgeheim war Melisandre sehr froh gewesen, als Jon Rasselhemd auf dem Scheiterhaufen hatte erschießen lassen, denn der Rubin an ihrem Hals war so heiß geworden, dass sie befürchtet hatte, er könne ihre Haut versengen. Melisandre erklärt, dass Manke gehorchen werde, da Jon Mankes Kind in seiner Gewalt habe, außerdem schulde er Jon sein Leben, denn er habe mit seinem Herzblut für seine Verbrechen bezahlt. Nun könne er Arya für ihn retten, und das sei ein Geschenk an Jon vom Herrn des Lichts und von ihr.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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AnmerkungenBearbeiten

  1. Vielleicht, weil er in Wirklichkeit der Auserwählte ist.
  2. Was ja nicht stimmt.

Siehe auchBearbeiten

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