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Jon I ist das dritte Kapitel von Der Sohn des Greifen, dem ersten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Jon Schnee.

Zusammenfassung Bearbeiten

Nachdem Jon Schnee einen weiteren Wolfstraum hat, sucht er Stannis Baratheon auf, um sich mit ihm zu beraten. Er weigert sich, Stannis' Forderung nachzukommen, ihm alle unbemannten Burgen an der Mauer zu überlassen, damit er sie an die Lords aus dem Süden vergeben könne, stattdessen fordert er Männer von Stannis, die unter Anleitung der Nachtwache die Burgen wieder aufbauen. Melisandre unterhält sich im Anschluss mit Jon unter vier Augen, und sie warnt ihn eindringlich davor, dass er mehr Feinde habe, als ihm bewusst sei.

SynopsisBearbeiten

Jon hat einen WolfstraumBearbeiten

Jon liegt im Bett seiner bescheidenen Gemächer hinter der Waffenkammer, die ehemals Donal Noyes Unterkunft waren. Er träumt, er stecke im Körper seines Schattenwolfs Geist und streunt durch den Wald am Rand der Südseite der Mauer. Dabei spürt er die Präsenz der noch lebenden Geschwister seines Wurfs: Struppel, der gerade eine Ziege frisst,[A 1] Nymeria, die in den wärmeren Flusslanden ein riesiges Wolfsrudel um sich geschart hat und manchmal sogar Menschenfleisch frisst, und Sommer der auf der noch kälteren Nordseite der Mauer ist. Nachdem Lady schon lange tot ist, spürt er seit Neuestem auch Grauwind nicht mehr.[A 2]

Mormonts Rabe weckt Jon, indem er auf seiner Brust landet. Jon verscheucht ihn, und gleichzeitig tritt Eddison Tollett ein und fragt, ob Jon frühstücken möchte. Jon will Stannis Baratheon nicht warten lassen und verschiebt das Frühstück auf später, er erkundigt sich aber nach den Pferchen, in denen Stannis die Freien Völker nach der Schlacht an der Schwarzen Festung eingesperrt hatte. In der letzten Nacht sind zudem zwei weitere Menschen an der Schwarzen Festung eingetroffen und haben um Aufnahme gebeten: eine Frau mit einem schreienden Mädchen und einem toten Jungen im Arm. Fast jede Nacht kehren halb verhungerte Männer und Frauen zurück, nachdem sie eine Zeit lang durch das Land jenseits der Mauer geirrt sind und keine andere Möglichkeit mehr sahen. Trotzdem gibt es auch noch gefährliche Krieger, die frei sind, bspw. den Weiner oder Tormund Riesentod. Der tote Säugling wurde verbrannt, und dabei muss Jon daran denken, was Melisandre gefordert hatte: sie wollte erst Manke Rayder und dann seinen neugeborenen Sohn verbrennen, und zwar in genau dieser Reihenfolge, damit beide als Könige stürben. Mit diesem Ritual wollte sie einen Drachen erwecken.

Jon spürt, dass seine Wolfsträume stärker werden und dass er sich jetzt bereits daran erinnern kann, was er geträumt hat. Er denkt darüber nach, dass Geist gespürt hat, dass Grauwind tot ist. Der Schattenwolf war zusammen mit Robb Stark auf den Zwillingen ermordet worden. Auch Rickon und Bran sind tot, ermordet von Theon Graufreud, dem ehemaligen Mündel seines Vaters Eddard Stark. Wenn die Träume allerdings nicht lügen, waren ihre beiden Schattenwölfe entkommen. Und da war noch der graue Schattenwolf gewesen, der ihm bei Königinkron das Leben gerettet hat. Jon fragt sich, ob ein Teil ihrer Brüder in ihren Wölfen fortlebt. Jon wäscht sich kurz, dann öffnet er Mormonts Raben das Fenster, damit er hinausfliegen kann.

Jon geht zum KönigsturmBearbeiten

Jon verlässt sein Schlafgemach und steigt eine Treppe hinunter in einen Raum mit einem zerkratzten Kieferntisch und einem Dutzend Stühlen. Auf dem Tisch liegt eine Urkunde von Stannis Baratheon, die Jon unterschreiben soll. Jon kennt den Inhalt der Urkunde schon, und er fühlt sich hin- und hergerissen, denn Stannis fordert nicht wenig. Stannis war auf dem Königsweg fast bis nach Königinkron geritten, hatte die verlassenen Hütten von Mulwarft untersucht, hatte die Ruinen von Königintor und Eichenschild begutachtet, schreitet jede Nacht mit Melisandre die Mauer ab und besucht regelmäßig mit ihr die Pferche, um Gefangene auszusuchen, die die Rote Priesterin dann verhört. Jon hört, wie sich ein Haufen junger Rekruten ihre Waffen abholt, angetrieben vom Eisernen Emmett. Jon nimmt seinen Mantel, bemerkt, dass Geists Platz leer ist und bedankt sich bei Gars, der ihm eine Eskorte anbietet. Auf dem Hof beobachtet Jon einen Moment lang die Rekruten beim Training: er sieht, wie Hareth Hopp-Robin zurückdrängt. Auf der anderen Seite des Hofs üben die Männer der Königin und die des Königs, allerdings sind es nur wenige. Jon vermutet, dass es den meisten Rittern zu kalt ist. Einer der Ritter ruft ihn einen "Jungen", aber Jon ignoriert ihn zunächst. Erst als er ihn "Lord Kommandant" nennt, bleibt Jon stehen. Es ist Ser Godry Farring, der während der Schlacht an der Schwarzen Festung einen fliehenden Riesen getötet hatte und seitdem "Riesentöter" genannt wird. Er überragt Jon um sechs Fuß und erklärt ihm, dass ein Mann, der ein Schwert aus Valyrischem Stahl trägt, es auch einsetzen sollte. Jon entgegnet, dass er Langklaue nur dann ziehe, wenn es notwendig sei. Ser Godry fordert ihn zu einem Duell heraus, aber Jon lehnt dankend ab, sodass Ser Godry behauptet, er habe Angst.

Jon geht weiter und bemerkt, dass die Schwarze Festung eine halbe Ruine ist. Der Turm des Lord Kommandanten ist abgebrannt, vom Speisesaal sind nur noch die Balken übrig, und Hardins Turm sieht so aus, als würde er jeden Moment einstürzen. An der Mauer selbst arbeiten unzählige Baumeister unentwegt am Wiederaufbau der Treppe, um wieder ohne den Windenaufzug auf die Mauer gelangen zu können. Auf dem Königsturm weht das Banner von Stannis. Jon erinnert sich an die Schlacht, als er dort zusammen mit Satin und Dick Follard Pfeile auf die Angreifer geschossen hatte. Vor dem Turm halten zwei zitternde Männer der Königin Wache, denen Jon den Tipp gibt, sich bei Bowen Marsch Lederhandschuhe abzuholen, damit ihre Finger nicht abfrieren. Auf der Treppe des Turms begegnet Jon Samwell Tarly, der Stannis einen Brief von Maester Aemon gebracht hat. Jon errät, dass es eine weitere Absage eines ehemaligen Vasallen seines Vaters Eddard Stark an Stannis Aufforderung war, vor ihm das Knie zu beugen. Nur Haus Karstark hat sich bislang zu ihm bekannt. Jon erkundigt sich danach, ob Sam Fortschritte beim Bogenschießen mache, aber Sam beklagt sich nur über zahlreiche Blasen an den Fingern.

Jon trifft Stannis und MelisandreBearbeiten

Vor dem Solar des Königs stehen zwei weitere Wachen, die verlangen, dass Jon seine Waffen abgibt. Drinnen ist es warm, und Melisandre sitzt am Feuer. Jon muss an Ygritte denken, als er die rothaarige Frau sieht. Stannis steht hinter einem schlichten Tisch, an dem Jeor Mormont früher seine Speisen zu sich genommen hat. Vor ihm ist eine Karte des Nordens ausgebreitet. Jon kniet zur Begrüßung, und Stannis fragt ihn nach Lyanna Mormont. Jon erklärt, sie sei nach Lyanna Stark benannt und die jüngste Tochter von Lady Maegen Mormont von der Bäreninsel. Obwohl sie erst zehn Jahre alt ist, hat sie Stannis geschrieben, dass sie keinen anderen König als einen aus dem Haus Stark akzeptiere. Jon wundert sich, denn er weiß, dass obwohl Lady Maegen mit ihrer ältesten Tochter Derya Mormont mit Robb Stark in den Krieg gezogen ist, es noch drei ältere Töchter als Lyanna gibt, und er fragt sich, was mit ihnen geschehen ist. Kurz fragt er sich, was sie geantwortet hätte, wenn er Stannis' Angebot angenommen hätte, Lord von Winterfell zu werden und die Anfrage von "Jon Stark" gekommen wäre. Stannis beschwert sich darüber, dass ihm niemand außer Arnolf Karstark aus dem Norden folge. Jon überlegt, dass er Stannis erklären könnte, dass die Karstarks seit Lord Rickard Karstarks Missachtung von Robbs Befehlen und der Ermordung zweier Lennister-Jungen keine andere Wahl haben, als sich Stannis anzuschließen, aber er antwortet stattdessen mit förmlicher Höflichkeit, dass es für die Nordmänner zu viele Könige gebe, die Gefolgschaft einforderten und sie Lord Tywin Lennister genau so viel fürchten wie die Boltons. Als sich aber Melisandre einmischt, erklärt er offen heraus, dass manche Nordmänner ihn vielleicht nur als einen weiteren Prätendenten ansehen könnten. Als Stannis erklärt, dass er Gold und Silber brauche, um Männer wie Salladhor Saan auf seiner Seite behalten zu können, erklärt Jon ihm, dass er dann Haus Manderly aus Weißwasserhafen gewinnen müsse, denn die Stadt sei die reichste im Norden, wenn auch nicht so reich wie Altsass oder Königsmund. Lord Wyman Manderly hat allerdings auch schon eine Antwort an Stannis' Aufforderung geschickt, in der er ausweichend von seinem Alter und seiner Gebrechlichkeit sprach.

Melisandre fragt Jon, ob die Möglichkeit bestehe, Lord Wyman mit einer freien Frau zu vermählen, womit sie Val meint. Jon antwortet, dass Lord Wyman Val nicht gefallen würde, weil er tatsächlich viel zu fett ist, und dass sie ihn vermutlich noch in der Hochzeitsnacht töten würde. Er gibt außerdem zu bedenken, dass sie selbst und das Freie Volk sie nicht als Prinzessin ansehen, sondern lediglich als die Schwester der toten Gemahlin ihres Königs. Jons Meinung nach kann Stannis nur mit den Freien Völkern rechnen, wenn er Manke auf seine Seite bringen kann. Stannis erklärt, dass er stundenlang mit Manke geredet habe, dass er aber nach dem Recht der Sieben Königslande als Eidbrüchiger gelte und daher sterben müsse, selbst wenn er seinen Königstitel niederlegen würde. Stannis hat vor, Manke verbrennen zu lassen, um dem Norden zu zeigen, wie er mit Verrätern verfährt, und dass er Mankes Sohn habe, der nach dessen Tod König sein wird. Jon entgegnet, dass diese Erbfolge für die Völker jenseits der Mauer nicht gelte.

Dann fragt Stannis, ob Jon die Urkunde unterzeichnet habe, und Jon antwortet, dass er das nicht getan habe, weil Stannis zu viel erbitte. Stannis macht Jon deutlich, dass es keine Bitte, sondern eine Forderung sei, und dass das Nachtfort allein zu wenig sei. Er beabsichtigt, bis zum Ende des Jahres alle 19 Festungen der Mauer neu zu besetzen. Jon erwidert, dass er da nichts gegen hätte, dass er ihm aber nicht erlauben könne, die Burgen als Lehen an seine Vasallen zu vergeben, wie er es vorhabe. Er erklärt, dass er damit letztlich auch die Nordmänner verprellen würde, wenn er Burgen aus dem Norden an Lords aus dem Süden verleihen würde, woraufhin Stannis erwidert, dass er niemanden verlieren könne, der ohnehin nicht zu ihm stünde. Er habe ihm Winterfell angeboten, aber Jon habe abgelehnt. Jon erklärt, dass Winterfell dem Recht nach Sansa Stark zustehe, aber Stannis ergänzt, dass dann Tyrion Lennister Erbe Eddards Starks wäre, was er niemals zulassen werde. Von Goldy hat Jon außerdem erfahren, dass Stannis auch Rasselhemd und Sigorn, dem Magnar von Thenn, Ländereien und Burgen gewähren will. Stannis ist verärgert darüber, dass Goldy, die sich frei in der Burg bewegen darf, Geschichten herumerzählt. Jon erklärt, dass er sie von Ostwacht an der See nach Süden schicken will, woraufhin Melisandre einwirft, dass es grausam wäre, Dallas Sohn seine Amme wegzunehmen. Jon erklärt, dass Goldys Sohn kräftiger sei als der von Dalla, und dass Crasters gieriger Charakter anscheinend bei ihm durchkomme.[A 3] Erschrocken fragt Stannis nach, ob Goldy nun die Tochter oder die Gemahlin Crasters war, und Jon erklärt es ihm, sodass Stannis sie umso schneller loswerden will. Jon erklärt, dass er eine neue Amme finden werde, vielleicht bei den Bergstämmen aus dem Norden.

Stannis versucht erneut, über die Burgen der Mauer zu verhandeln. Jon entgegnet, dass er Stannis' Männern bereits ihre Wintervorräte, Winterkleidung und Land in den Schenkungen der Nachtwache überlassen habe, woraufhin Stannis ihn daran erinnert, dass sie ohne ihn nicht mehr leben würden. Dann zieht er sogar sein Schwert Lichtbringer, das in verschiedenen Farben leuchtet. Jon gibt zu, dass die Burgen wieder besetzt werden müssten, und er bittet Stannis im Gegenzug, ihm Männer zu überlassen, die er seinen Offizieren an den Burgen unterstellen will. Stannis ist beeindruckt von Jons Kühnheit, doch er erklärt, dass seine Männer nicht unter Wilderern und Bauern dienen würden. Jon hält ihm entgegen, dass selbst seine eigene Hand des Königs ein Schmuggler gewesen sei. Dann droht Stannis Jon offen damit, ihn hinrichten zu lassen, damit sich der nächste Lord Kommandant gefügiger gibt. Außerdem sei er nur Lord Kommandant, weil er es zugelassen habe, denn nach der Wahl habe sich Ser Allisar Thorn bei ihm über die Art der Wahl beschwert. Jon erklärt, dass er sich auf Stannis' Gerechtigkeitssinn verlasse, den Eddard Stark immer gerühmt habe, und dass seine Wahl rechtens gewesen ist. Zum Abschied droht Stannis Jon, dass er ihm Zeit gebe bis zum Ende des Jahres, und sollten die Burgen dann noch unbesetzt seien, werde er sie sich mit Gewalt nehmen. Als Jon gehen will, bittet Melisandre darum, ihn begleiten zu dürfen, worüber sich Stannis wundert.

Melisandre begleitet JonBearbeiten

Draußen ist es eisig kalt. Stannis' Feldwebel empfiehlt Melisandre, einen wärmeren Mantel anzuziehen, aber die Rote Priesterin erwidert, dass ihr Glaube sie genügend wärme. Sie verrät Jon, dass Stannis ihn schätzen lerne, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so wirke. Auf dem Hof hakt sie sich bei Jon ein. Sie sagt, er könne richtig liegen mit seiner Einschätzung, was Manke angeht. Sie sagt, dass sie in die Flammen sehen werde, um genaueres herauszufinden, denn in den Flammen könne sie die Wahrheit in den Herzen der Menschen sehen, mit lange gestorbenen Königen sprechen und mit Kindern, die noch nicht geboren sind. Nur manchmal unterlaufen ihr Verwechslungen, und sie kann nicht zwischen dem unterscheiden, was geschehen müsse, und dem, was geschehen könne. Jon spürt die Hitze der Frau selbst durch seine Wollkleidung. Er sieht, wie die Männer auf dem Hof sie beobachten und fürchtet, es könne Gerede geben, daher befreit er sich aus ihrem Arm und sagt ihr, sie solle ihm Bescheid sagen, wenn der nächste Angriff bevorstünde. Melisandre erklärt, dass R'hllor seine Visionen schicke, wann er will, und dass sie Jon und auch die Mauer schon darin gesehen habe. Sie warnt Jon davor, ihre Freundschaft leichtfertig abzulehnen, denn sie könne ihm helfen, seine Feinde zu erkennen. Als Jon sagt, er wisse bereits, wenn er fürchten muss, erklärt sie, dass es einige gebe, die ihn anlächeln würden, in Wirklichkeit aber seinen Tod wollen. Sie habe Eis und Dolche im Dunkeln gesehen, und Jon solle immer sehen, dass Geist in seiner Nähe ist. Am Ende benutzt sie eine Redewendung, die Ygritte Jon gegenüber immer benutzt hatte: "Du weißt gar nichts, Jon Schnee".

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

Handelnde Personen:

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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AnmerkungenBearbeiten

  1. Das bedeutet, dass Struppel und vielleicht auch Rickon Stark noch leben.
  2. Grauwind wurde auf der Roten Hochzeit von den Freys getötet.
  3. Jon vertauscht hier schon die beiden Neugeborenen‚ denn in Wirklichkeit ist Dallas Sohn der größere der beiden.

Siehe auchBearbeiten

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