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Tyrion III ist das achte Kapitel von Der Sohn des Greifen, dem ersten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Tyrion Lennister.

Zusammenfassung Bearbeiten

Illyrio Mopatis übergibt Tyrion Lennister an Haldon und Ser Rolly Entenfeld, und einen Tag später erreichen sie Ghoyan Drohe und die Scheue Maid, wo Tyrion Greif kennenlernt, der Daenerys Targaryen in Volantis treffen will.

SynopsisBearbeiten

Tyrion lernt Ser Rolly und Haldon kennenBearbeiten

Tyrion Lennister wacht alleine in der Sänfte auf, die ihn und Illyrio Mopatis an die Rhoyne transportieren soll. Draußen findet er Illyrio, der zwischen zwei Reitern steht, die mit abgetragenen Lederhemden und Wollmänteln gekleidet sind. Sie heißen Haldon und Ser Rolly Entenfeld, genannt "Ente". Der ältere Haldon weist Ente an, sich um die sechs Truhen zu kümmern, die Illyrio ihnen mitgebracht hat und die nun von Packeseln auf Pferde umgeladen werden müssen. Illyrio fragt nach einem gewissen Jungen, und Haldon erzählt, dass er mittlerweile schon so groß sei wie "Greif". Illyrio wird eigenartig sentimental, als er erzählt, dass in den Truhen auch kandierter Ingwer sei, ein Geschenk für den Jungen, und dass er sie eigentlich bis Ghoyan Drohe begleiten und dort ein Abschiedsfest halten wollte. Haldon erklärt, dass Greif aufbrechen will, sobald sie zu ihm zurückgekehrt seien, und dass sie daher keine Zeit für Feste hätten.

Sie haben besorgniserregende Nachrichten gehört: nördlich des Dolchsees seien Dothraki gesichtet worden, und es handele sich um Vorreiter des alten Khal Motho. Außerdem sei Khal Zekko direkt hinter ihm im Wald von Qohor gesichtet worden. Illyrio erzählt, dass Zekko alle drei oder vier Jahre vor Qohor erscheine und mit einem Sack Gold wieder nach Osten reite, und dass Mothos Männer fast so alt seien wie er selbst und daher keine Bedrohung darstellen, aber Haldon unterbricht ihn und erklärt, dass die beiden Khalasare auf der Flucht seien vor Khal Pono, der laut Berichten im Quellgebiet des Selhoru 30000 Männer versammelt habe. Greif will nicht zwischen die Dothraki geraten und sich daher beeilen.

Haldon fragt Illyrio, ob Tyrion reiten könne, und dieser antwortet, dass Tyrion eigentlich einen speziellen Sattel bräuchte, dass er aber auch selber sprechen könne. Haldon stellt sich als Heiler vor und seinen Gefährten als Ser Rolly. Sie fragen Tyrion nach dessen Namen, und Illyrio wirft schnell ein, dass er "Yollo" heiße. Tyrion ärgert sich über den albernen Namen, der obendrein aus Pentos stammt, wobei jeder sehen kann, dass Tyrion selbst niemals aus dieser Stadt stammt. Er erklärt, dass er nur in Pentos so genannt werde und eigentlich "Hugor Hügel" heiße. Haldon stellt Tyrion auf die Probe, indem er ihn fragt, wie Serwyn vom Spiegelschild es geschafft habe, den Drachen Urrax zu töten, und Tyrion erklärt, dass er sich hinter seinem Schild an ihn herangeschlichen habe. Urrax habe nur sein eigenes Spiegelbild in dem Schild gesehen, und dann sei Serwyn hervorgesprungen und habe dem Drachen seinen Speer ins Auge gerammt. Haldon ist wenig beeindruckt, da die Geschichte weithin bekannt sei, und so fragt er als Nächstes nach dem Ritter, der dasselbe mit Vhagar in der Zeit des Drachentanzes versucht hat. Tyrion antwortet, dass Ser Beyron Swann versucht habe, einen Drachen auf diese Weise zu töten und dabei umgekommen sei, und dass nur Maester Munkun in seiner Tanz der Drachen, eine wahre Geschichte behauptet, dass sein Gegner Vhagar war, dass aber Ser Beyrons Knappe seiner Tochter einen Bericht geschickt habe, indem er erklärt, dass es sich bei dem Drachen um Rhaenyra Targaryens Drachendame Syrax gehandelt habe. Tyrion merkt an, dass diese Version auch viel mehr Sinn mache, denn Ser Beyron sei der Sohn eines Lords aus den Dornischen Marschen gewesen, und da Sturmkap auf der Seite Aegon II. Targaryens stand und Vhagar von Aegons Bruder und Verbündetem Prinz Aemond Targaryen geritten wurde, mache es keinen Sinn, warum Ser Beyron ihn habe töten wollen.

Haldon gibt sich vorerst geschlagen und rät Tyrion, nicht vom Pferd zu fallen, denn dann könne er zu Fuß nach Pentos zurückkehren. Als Tyrion Haldon unvermittelt fragt, ob er wisse wohin Huren gehen würden, amüsiert sich Ente darüber, dass Haldon es nicht wagen würde, eine Prostituierte aufzusuchen, denn Lemore würde ihn zum Beten zwingen, der junge Greif würde mitkommen wollen und Greif selbst würde ihn bestrafen wollen. Nachdem Haldon die Kisten verladen hat, setzt er Tyrion vor sich auf den Sattel und weist ihn an, sich am Knauf festzuhalten. Zum Abschied lässt Illyrio "dem Jungen" seine besten Grüße ausrichten und schwört bei seiner verstorbenen Gemahlin Serra, dass er ihn in Westeros wiedertreffen werde.

Sie verabschieden sich von IllyrioBearbeiten

Nach einer Viertelmeile haben Tyrion und Ente, der neben seinem eigenen Pferd noch die drei Leinen seiner drei Tragpferde in den Händen hält, Haldon eingeholt, der voraus geritten war. Haldon und Ente scherzen darüber, was die Piraten am Dolchsee wohl mit Tyrion anstellen werden, wenn sie ihn erst einmal gefangen haben. Einer von ihnen sei Urho, der "Ungewaschene", der einen Mann allein mit seinem Gestank töten könne. Auch Lady Korra, die mit der Hexenzahn segele, sei gefährlich, denn es heißt, ihre Schiffsbesatzung bestünde nur aus schönen jungen Frauen, die jeden Mann kastrieren, der ihnen in die Hände fällt. Tyrion treibt seine Scherze trotz dieser bedrohlichen Aussichten, und Ente muss mehrmals lachen. Haldon merkt an, dass der Verhüllte jeden reich belohne, der ihn zum lachen bringe, woraufhin Ente Haldon rügt, dass man so nah an der Rhoyne keine Witze über ihn mache. Tyrion läuft es bei der Bemerkung über die Grauschuppen kalt den Rücken hinunter, und er versucht sich einzureden, dass der Verhüllte nur eine legendäre Figur sei wie etwa Lenn der Listige, dessen Geist angeblich immer noch auf Casterlystein herumspuke.

Ente erzählt seine Lebensgeschichte: Er ist der Sohn eines Waffenschmieds aus Bitterbrück und kam somit schon früh in Kontakt mit Schwertern. Schon früh fing er mit dem Schwertkampf an, und dabei fiel er sogar dem alten Lord Kaswell auf, der aber trotzdem seinen eigenen schwächlichen Sohn Lorrent Kaswell bevorzugte und schließlich zum Ritter schlug, weil er außer ihm nur noch vier Töchter hatte. Die anderen Knappen wagten kaum, ihn auf dem Übungsplatz ernsthaft herauszufordern, und der alte Lord Kaswell verbat es, ein Wort gegen ihn zu sagen. Als Rollys Vater seinem Sohn dann zum sechzehnten Namenstag ein Langschwert geschmiedet hatte, beanspruchte Lorrent es für sich, und Rollys Vater wagte nicht, ihm zu widersprechen. Als Rolly selbst sich beschwerte, sagte Lorrent ihm ins Gesicht, dass seine Hände für einen Hammer geschaffen seien und nicht für das Schwert, also ging Rolly los, holte einen Hammer, und brach Lorrent beide Arme und die Hälfte seiner Rippen damit. Augenblicklich musste er dann in die Weite fliehen, irgendwie schaffte er es über die Meerenge und schloss sich dann der Goldenen Kompanie an, wo er zunächst zum Schmied ausgebildet wurde. Dann machte Ser Harry Strickland ihn zu seinem Knappen, und als Greif jemand gesucht hat, der seinem Jungen den Umgang mit Waffen beibringen sollte, schickte Ser Harry Rolly zu ihm. Ein Jahr später schlug Greif ihn zum Ritter. Seinen Namen erhielt er, weil er beim Ritterschlag auf einem Feld voller Enten stand.

Nach Sonnenuntergang verlassen sie die Straße und rasten in einem überwucherten Garten an einem alten Steinbrunnen. Tyrion fragt nach den drei Truhen, die sie verladen haben, und er schätzt, dass da kein Gold drin ist, denn sonst hätte Rolly sie nicht so einfach hochheben können. Die beiden versichern Tyrion, dass sich nur eine Rüstung und höfische Kleidung darin befindet. Bei Mondaufgang reiten sie weiter nach Osten über die Valyrische Straße die sich fast schon romantisch durch Wald und Tal schlängelt. Tyrion empfindet ein Gefühl des Friedens, und er sagt, dass Lomas Langschritt Recht hatte, als er sagte, dass diese Straße ein Wunder sei. Tyrion erklärt Ente, dass Lomas ein Schriftgelehrter gewesen sei, der schon lange tot ist. Zeit seines Lebens habe er die Welt bereist um über die Länder zu schreiben, die er dabei gesehen hat. Er hat zwei Bücher geschrieben: Weltwunder und Weltwunder aus Menschenhand. Tyrion hatte zwei Exemplare davon von seinem Onkel Gerion Lennister geschenkt bekommen, und als Tyrion 16 Jahre alt war, wollte er diese Weltwunder mit eigenen Augen sehen und die Freien Städte bereisen, so wie es seine Onkel im gleichen Alter auch getan hatten, doch sein Vater verbat es mit der Begründung, dass seine Brüder nicht auf die Idee gekommen wären, ein Freudenmädchen zu heiraten, so wie Tyrion es getan hatte. Als Tyrion dann gedroht hatte, seinen Willen durchzusetzen, hatte Tywin erwidert, dass er das dann aus eigener Tasche zahlen müsste und nie wieder nach Casterlystein zurückkommen dürfe. Tyrion hatte sich gebeugt, und sein Vater hatte ihm dann die Aufsicht über die Abwasserkanäle von Casterlystein übertragen. Vermutlich hatte sein Vater gehofft, dass Tyrion an der Aufgabe scheitern würde, aber die Kanäle waren nie in einem besseren Zustand gewesen.

Sie erreichen Ghoyan DroheBearbeiten

Sie reiten die ganze Nacht hindurch. Tyrion schläft immer wieder ein, doch Ente schiebt ihn dann wieder zurück in den Sattel. Am nächsten Tag erreichen sie Ghoyan Drohe an der Kleinen Rhoyne, die nur halb so breit ist wie der kleinste der drei Arme des Trident, und sie fließt außerdem sehr langsam. Ghoyan Drohe war einst eine kleine schöne und blühende Stadt gewesen, bis die Targaryen sie zerstört haben. Jetzt versinken die alten Tempel im weichen Boden, und die einstigen Kanäle sind überwuchert und Brutplätze für Fliegen geworden. Einige wenige Menschen leben in den Ruinen und bestellen kleine Gärten im Schilf. Als sie die Reiter hören, verkriechen sich die meisten verängstigt in ihren Behausungen, nur einige wenige Verwegene bleiben draußen und blicken die drei mit leerem Blick an. Hinter dem Weidengestrüpp endet die Straße plötzlich, und sie folgen dem Fluss nordwärts, bis sie zu einem Steinkai kommen.

Auf dem Dach eines klapprigen Holzkahns steht ein etwa 16-jähriger Junge mit dunkelblauem Haar, der freudig Haldon und Ente mit Namen ruft und dabei seinen Strohhut schwenkt. Der Kahn ist die Scheue Maid, ein breites Flachbodenschiff mit einem Mast. Ente antwortet, sein Pferd prescht vor und die übrige Mannschaft der Scheuen Maid erscheint an Deck: ein älteres Paar mit rhoynischen Zügen, eine hübsche braunhaarige Septa und Greif, der sofort zur Ruhe mahnt. Als er Tyrion erblickt, will er wissen, warum sie einen Zwerg mitgebracht haben, aber Tyrion wendet sich sofort dem Jungen Greif zu und sagt ihm, dass sein blaues Haar in Tyrosh Sinn mache, er in Westeros aber mit Steinen beworfen werden würde. Greif unterbricht sie und Haldon erklärt, dass Illyrio ihnen einen erklärenden Brief mitgegeben hätte. Greif will ihn sehen und fordert Haldon auf, mit Tyrion in seine Kabine zu kommen.

Tyrion gefallen die eisblauen und kalten Augen des Söldners nicht, die er bemerkt, als er sich in seiner Kabine niederlässt. Ihm fällt auf, dass der Söldner sehr flüssig lesen kann, was sehr ungewöhnlich ist. Nachdem er den Brief beendet hat, fragt er ungläubig, ob Tywin Lennister tatsächlich durch Tyrions Hand gestorben sei, und Tyrion scherzt, dass er sogar nur einen Finger gebraucht habe. Tyrion kommt in Fahrt und erzählt weiterhin, dass er außerdem seine Mutter bei seiner Geburt ermordet habe und seinen Neffen Joffrey Lennister auf dessen Hochzeit. Er behauptet, auch gerne seine Schwester und seinen Bruder zu töten, wenn es seiner Königin gefiele. Greif ist außer sich vor Wut, und er versteht nicht, warum Illyrio glaubt, Daenerys würde einen Sippenmörder gebrauchen können. Tyrion antwortet, dass er den König getötet habe, der auf dem Eisernen Thron gesessen habe und auch sonst schon viele Lennisters verraten habe, er Daenerys also bereits gute Dienste geleistet habe. Tyrion bittet darum, Illyrios Brief lesen zu dürfen, aber Greif verbrennt ihn mit Hilfe einer Kerze. Greif fragt Tyrion, warum er einer Targaryen helfen wolle, und Tyrion erklärt, der Hass auf seine Schwester sei sein größter Antrieb. Greif erwidert dass er dieses Gefühl gut kenne. Als Tyrion ihn mit "Ser" anredet, behauptet Greif, kein Ritter zu sein, was Tyrion sofort als Lüge erkennt. Tyrion erklärt, dass sie bei ihrer Tarnung bleiben sollten und er gibt ihm sein Wort, dass er Daenerys dienen wolle, und zwar als Ratgeber. Er könne Daenerys erklären, wie seine Schwester denkt, wie man Jaime in der Schlacht besiegt und wie es um die Lords der Königin bestellt ist. Außerdem wisse er einiges über Drachen, sei außerdem lustig und brauche nicht viel Essen. Greif willigt ein, Tyrion aufzunehmen, macht ihm aber klar, dass er in ihrer Gemeinschaft an letzter Stelle stehe und zu gehorchen habe, und als Tyrion seine Witze macht, ermahnt er ihn, ihn mit seiner Ironie in Ruhe zu lassen, sonst könne er bald seinen eigenen Weg gehen. Tyrion verneigt sich und will gehen, fragt aber noch als Letztes, was passiere, wenn sich das ganze Gerede von Drachen als Unsinn herausstellt, denn es gebe schließlich genügend Fabelwesen auf der Welt, zu denen er auch "Geflügelte Löwen" zählt, eine Anspielung auf das Haus Connington, das den Greif in seinem Wappen trägt. Greif starrt Tyrion an und warnt ihn erneut, seine Zunge zu hüten. Er erklärt, dass dies kein Spiel sei und es um Königreiche ginge, und Tyrion denkt bei sich, dass es das doch ist, nämlich das "Spiel der Throne".


Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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Siehe auchBearbeiten

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