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Tyrion II ist das achte Kapitel von Der Thron der Sieben Königreiche, dem dritten Band der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Tyrion Lennister.

ZusammenfassungBearbeiten

Tyrion Lennister isst mit Lord Janos Slynt zu Abend. Sie reden über die Ermordung von König Robert Baratheons Bastardtochter, über Eddard Starks Exekution und über mögliche Nachfolger für den Posten des Kommandanten der Stadtwache von Königsmund. Dann schickt Tyrion Slynt unvermittelt in die Dienste der Nachtwache. Im Anschluss bespricht er seine Entscheidung erst mit Varys und dann mit Bronn.

SynopsisBearbeiten

Tyrion entlässt Janos SlyntBearbeiten

Tyrion Lennister isst im Kleinen Saal allein mit Lord Janos Slynt zu Abend. Lord Slynt ist der Sohn eines Schlachters, und er scheint viel Wein zu vertragen. Tyrion bietet seinem Gast ein weiteres Glas an, und Slynt täuscht Kenntnis vor, indem er fragt, ob der Wein vom Arbor komme. Tyrion erwidert, dass der Wein eigentlich eine ungewöhnliche Sorte aus Dorne sei, die für gewöhnlich nciht so vollmundig schmecken würden. Slynt macht Tyrion Komplimente für seine Art, Dinge zu beschreiben und nennt ihn dabei Lord Tyrion, doch Tyrion berichtigt ihn, dass Slynt der wahre Lord sei und ein einfaches Tyrion genügen würde. Tyrion fällt auf, dass Slynt seinen Wein nicht nippt, sondern eher grob trinkt und sich mittlerweile sogar sein Seidenwams bekleckert. Er ist ziemlich betrunken. Anders als Slynt hatte Tyrion den Wein mäßiger getrunken und außerdem zuvor bei dem ausgiebigen Abendessen kräftig zugelangt. Einer seiner ersten Amtshandlungen war es gewesen, sich in der Stadt nach der besten Köchin umzuhören und diese dann in seinen Dienst zu stellen. Slynt lobt das Essen in vollsten Zügen und prahlt damit, dass er Tyrion seine Köchin vielleicht abwerben würde, um sie mit nach Harrenhal zu nehmen. Tyrion scherzt, dass schon wegen geringeren Anlässen Kriege ausgebrochen seien, woraufhin beide lauthals lachen.

Tyrion erklärt, dass Slynt ein verwegener Mann sei, eine so finstere, teure und obendrein offenbar verfluchte Festung wie Harrenhal als Lehen anzunehmen. Slynt nennt das Gerede darüber Aberglaube und behauptet, dass nur verwegene Männer aufsteigen würden, so wie Tyrion und er selbst es wären. Tyrion füllt Slynts Becher nach und lenkt das Gespräch auf eine Liste mit sechs möglichen Nachfolgern als Kommandanten der Stadtwache von Königsmund, die Slynt angefertigt hat. Slynt favorisiert Allar Deem, den er einen guten und loyalen Mann nennt. Ser Jaslyn Amwasser, der Hauptmann des Schlammtors, den Tyrion bevorzugt, sei dahingegen unbeugsam, ihn würden die Männer nicht mögen und er achte zu sehr auf seine Ehre und sich selbst, Allar Deem sei die weit bessere Wahl. Tyrion merkt an, dass Allar Deem auf den Straßen von Königsmund wenig beliebt sei, aber das hält Slynt eher für einen Vorteil. Tyrion erwähnt, dass Deem eine junge Prostituierte und ihr Baby getötet habe[A 1]. Slynt erklärt, dass eigentlich nur das Kind sterben sollte, dass die Mutter sich aber in den Weg gestellt habe. Er sagt, dass Deem ein harter Mann sei, der Befehlen folge und im Nachhinein niemals darüber rede. Tyrion fragt, wer Slynt beauftagt hat, den Bastard zu töten, aber Slynt schweigt.

Tyrion erwähnt beiläufig, dass Jeor Mormont, Lord Kommandant der Nachtwache, Männer wie Slynt oder Deem gut gebrauchen könne, aber Slynt antwortet, dass es dazu wohl kaum kommen werde. Tyrion erläutert, dass das Leben manchmal seltsame Wege gehe, wie man an Eddard Stark sehen könne, der wohl niemals damit gerechnet hätte, auf den Stufen der Großen Septe von Baelor zu enden, worüber selbst Varys überrascht gewesen ist. Slynt lacht darüber herzlich. Dann überrascht Tyrion Slynt mit der Bemerkung, dass Cersei eigentlich befohlen hatte, Eddard das Schwarz der Nachtwache anzubieten, aber Slynt sagt, dass der Befehl zu seiner Hinrichtung von König Joffrey Baratheon persönlich gekommen sei.

Tyrion erwähnt Slynts neues Banner, das einen blutigen Speer zeigt, und fragt ihn, ob er Eddard Stark den Speer eigenhändig in den Rücken gestoßen habe. Verärgert besteht Slynt darauf, dass Eddard Stark ein Verräter gewesen sei, der sogar versucht habe, ihn zu bestechen, woraufhin Tyrion sarkastisch entgegnet, dass er ja bereits bestochen worden sei. Slynt erklärt erbost, er lasse nicht an seiner Ehre zweifeln, aber Tyrion stellt in Frage, dass er überhaupt welche besitze, obwohl er zugeben müsse, dass eine Lordschaft und eine Festung ein guter Lohn für einen Speerstoß in den Rücken sei. Slynt fährt von seinem Stuhl hoch und fragt Tyrion, wer er sei, dass er ihn so beleidige, aber Tyrion erwidert, dass er genau wisse, wer er sei und dass Slynt froh sein sollte, dass er sich nicht Lord Tywin Lennister persönlich verantworten muss, woraufhin Slynt etwas unsicherer wird.

Jacelyn Amwasser PatrickMcEvoy

Ser Jaslyn Amwasser (von Patrick McEvoy ©FFG)

Tyrion erklärt Slynt, dass seine beiden jüngeren Söhne Jothos und Danos Knappen werden würden und der älteste Morros Slynt seinen Titel und Ländereien, nicht aber Harrenhal. Dann fährt er aus, dass die Karacke Sommertraum Slynt an die Mauer bringen werde, wo er sich der Nachtwache anschließen wird sowie dem Lord Kommandanten seine besten Grüße ausrichten soll. Außer sich vor Wut erklärt Slynt, dass er einflussreiche Freunde habe wie König Joffrey, Petyr Baelish oder Königin Cersei und dass es ja vielleicht Tyrion sein werde, der an die Mauer verbannt wird. Als Slynt die Tür des Saals aufreißt, steht Ser Jaslyn Amwasser in der Rüstung des Hauptmanns der Stadtwache vor ihm. Sechs Goldröcke führen Slynt ab, und Tyrion gibt Ser Jaslyn die Liste mit den Vorschlägen Slynts für seine Nachfolge mit dem Befehl, diese Männer mit nach Ostwacht an der See zu schicken und dass es nicht schlimm ware, wenn Allar Deem bei der Überfahrt versehentlich über Bord ginge.

Tyrion trifft VarysBearbeiten

Kurze Zeit später kommt Varys in die Halle und lobt Tyrions Maßnahmen. Tyrion kommentiert, dass es sich dennoch bitter anfühle und dass er sehr versucht sei, Varys das gleiche Schicksal wie Deem zukommen zu lassen. Varys erwidert, dass Tyrion wahrscheinlich enttäuscht ware: die Stürme kommen und gehen, er aber paddele immer weiter. Tyrion beschuldigt den Eunuchen, ihm nicht verraten zu haben, dass Cersei Slynt und die Goldröcke in das Bordell geschickt haben, um das Bastardkind König Roberts umbringen zu lassen. Varys bittet um Vergebung, aber Tyrion lehnt ab und ärgert sich, dass er solche Männer wie Slynt und Deem öffentlich bestrafen muss, während seine Schwester ihren Rachefeldzug fortführt. Tyrion besteht darauf, dass Varys ihm ab nun alles mitteilt, was er erfährt, aber der Eunuch erwidert nur, dass er eine ganze Menge wisse und dass dann viel Zeit in Anspruch nehme. Er habe zwar nicht die Prostituierte und ihr Kind retten können, dafür aber einen anderen Bastard in Sicherheit gebracht, nämlich einen älteren Jungen. Er gibt zu, dass er nicht gedacht hätte, dass die neugeborene Tochter eines Freudenmädchens eine Gefahr darstelle, sodass man sie aus dem Weg räumen will. Tyrion macht klar, dass allein die Abstammung von Robert für Cersei eine Bedrohung wäre. Varys gibt sich die Schuld für ihren Tod und sagt, dass das Mädchen König Robert anscheinend tatsächlich geliebt habe.

Tyrion denkt an Shae und Tysha und fragt sich, ob eine Prostituierte wirkliche Liebe empfinden kann. Er hat Shae in einem großen Haus untergebracht und mit teuren Geschenken bedacht, doch sie sagt, sie wolle mehr Zeit mit ihm verbringen und ihm dienen. Darauf hatte er erwidert, am besten diene sie ihm zwischen den Bettlaken, aber dann hatte er denn Eindruck gehabt, dass sei nicht die Antwort gewesen, die sie gern gehört hätte. Tyrion resümiert, dass für Eddards Tod anscheinend allein Joffrey verantwortlich ist, auch wenn Slynt und Ser Ilyn Payn die Befehle unverzüglich ausgeführt haben. Varys bemerkt, dass Tyrion nun weitere Dummheiten mithilfe der Goldröcke verhindern könne, aber dass Cersei immer noch die Rotröcke von Haus Lennister befehlige. Tyrion antwortet, dass diese Casterlystein gegenüber loyal seien und in der Anzahl von den Männern der Bergstämme übertroffen würde, nicht zu vergessen die 6000 Goldröcke, die ihm dienen würden, wenn Varys mit seiner Einschätzung von Jaslyn Amwasser Recht habe.

Tyrion traut Varys nicht, sieht aber durchaus auch den Nutzen in diesem Verbündeten. Er fragt ihn, warum er ihm überhaupt hilft. Varys antwortet pflichtbewusst, dass Tyrion die Hand sei und er dem Königreich, dem König und der Hand diene. Auf Jon Arryn und Eddard Stark angesprochen ergänzt er, dass er sein Bestes gegeben habe, und dass er zudem nicht glaube, dass Tyrion das gleiche Schicksal erleiden werde. Macht sei eine seltsame Sache. Varys fragt Tyrion nach dem Rätsel, dass er ihm bei ihrem letzten Treffen aufgegeben hatte[A 2], und Tyrion antwortet, dass alles von dem Mann mit dem Schwert abhänge, aber Varys entgegnet, dass dieser Mann dennoch ein Nichts sei und fragt, warum dann Könige die Macht hätten und nicht die mit dem Schwert? Tyrion erwidert, dass Könige andere Söldner rufen könnten, aber Varys fragt weiter, warum denn dann nicht die anderen Söldner die Macht übernähmen. Weder der göttliche Hohe Septon, noch die gerechte Königinregentin, noch der allwissende Varys selbst konnten Eddard Stark retten, wer also tötete ihn wirklich? Joffrey, der den Befehl gab? Ser Ilyn, der das Schwert schwang? Oder jemand anderes? Dann gibt er die Antwort: Macht ist dort, wo die Menschen glauben, dass die Macht ist. Sie sei nur ein Schatten an der Wand, aber auch Schatten könnten töten und manchmal werfen auch kleine Männer große Schatten.

Tyrion lacht und sagt, dass er langsam Gefallen an Varys finden würde, und obwohl er ihn vielleicht eines Tages werde töten müssen, würde er immerhin traurig darüber sein werden. Varys erklärt, er werde das als Lob auffassen. Er sagt, er sei lediglich ein loyaler Diener des Reiches. Tyrion bohrt nach und fragt, wer ihn zum Eunuchen gemacht habe und wer er wirklich sei. Varys umgeht die Frage höflich, doch bemerkt Tyrion für einen Moment ein seltsames Funkeln in seinen Augen. Varys sagt, die Geschichte sei zu lang und traurig und sie hätten Wichtigeres zu besprechen.

Timett Joshua Cairos

Timett stürzt sich auf den Betrüger
(von Joshua Cairós ©FFG)

Er zieht ein Dokument aus seinem Ärmel, dass besagt, dass der Meister der königlichen Galeere Weißer Hirsch plane, in drei Tagen Segel nach Drachenstein zu setzen und zu Lord Stannis Baratheon überzulaufen. Tyrion seufzt und sie beschließen, ein königliches Gerichtsverfahren einzuleiten und ein blutiges Exempel an diesem Mann zu statuieren, um andere Kapitäne von solchen Plänen abzuhalten. Gleichzeitig wäre Joffrey beschäftigt. Als nächstes informiert Varys Tyrion, dass Ser Horas und sein Zwillingsbruder Ser Hobber Rothweyn eine Wache bestochen hätten und die Flucht auf der Galeere Mondläufer aus Pentos planten. Tyrion instruiert Varys, dass er Amwasser losschicken solle, damit er die Wache ebenfalls an die Mauer schickt und zur Sicherheit Männer bei dem Schiff zu postieren für den Fall, dass die Rothweyns eine weitere Wache bestechen können. Dann berichtet Varys, dass Timett einen Mann in einer Spielhölle in der Straße des Silbers getötet habe, der bei den Spielsteinen betrogen habe, aber Tyrion sagt dazu nur, dass er allen ehrlichen Männern damit einen Gefallen getan habe. Dann berichtet Varys, dass der Rote Komet alle möglichen Sorten von Propheten in die Stadt gelockt habe, um Untergang und Zerstörung zu predigen. Tyrion sagt, Varys solle sie reden lassen. Zuletzt erzählt Varys, dass bei einem Abendessen von Lady Tanda Schurwerth Lord Gil Rosby einen Toast auf den König erhoben habe und Ser Balon Swann dazu scherzte, dass sie dann eigentlich drei Becher bräuchten, was alle zum Lachen gebracht habe. Tyrion sagt, er sei nicht an dem Geschwätz der Leute interessiert, was Varys weise findet. Dann verlässt Varys Tyrion.

Tyrion trifft Bronn in seinem SolarBearbeiten

Tyrion kehrt in sein Solar zurück und findet dort Bronn vor, der auf ihn wartet. Tyrion erklärt, dass er einen von Kleinfingers Männern mit einem von Varys’ eingetauscht habe, auch wenn Varys ihn glauben lassen will, dass Amwasser sein Mann sei. Tyrion fragt nach den Rekrutierungen: Bronn erklärt, er stelle nur diejenigen als Söldner ein, die im Zweikampf mit ihm eine gute Figur machen. Wen es jemand schaffen sollte, ihn zu töten, würde Tyrion den Mann bestimmt gern haben wollen. Tyrion fragt Bronn, ob er ein neugeborenes Mädchen töten würde, ohne nach dem Warum zu fragen. Bonn antwortet, dass er fragen würde, Wie viel er dafür bekäme. Tyrion denkt, dass er keine Männer wie Slynt oder Deem braucht, denn er hat selbst Hunderte von ihnen. Er weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll, aber er weiß, dass es ihm nach Shae verlangt.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

Handelnde Personen:

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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Begriffe:

AnmerkungenBearbeiten

  1. siehe: I-Eddard IX
  2. siehe: III-Tyrion I.

Siehe auchBearbeiten

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