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Jon III ist das dreiundzwanzigste Kapitel von Die Saat des goldenen Löwen, dem zweiten Teil des zweiten Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Jon Schnee.

ZusammenfassungBearbeiten

Qhorin Halbhands Gruppe um Jon Schnee entdeckt ein Lagerfeuer und ein paar Kundschafter hoch oben auf dem Klagenden Pass. Jon und Steinschlange klettern in der Nacht hinauf zu ihnen und töten zwei der drei Wildlinge. Der dritte Kundschafter ist eine Frau, die sich als Ygritte vorstellt und Jon die Geschichte von Bael dem Barden erzählt, nachdem er zugelassen hat, dass sie sich ergibt. Zurück bei Qhorin bringt er es nicht fertig, sie zu töten und lässt sie stattdessen laufen.

SynopsisBearbeiten

Qhorins Gruppe entdeckt ein Lagerfeuer auf dem PassBearbeiten

Qhorin und seine Gruppe passieren gerade den Klagenden Pass, als sie das Lagerfeuer von Wildlingskundschaftern bemerken, die hoch über ihnen über den Pass wachen. Die Gruppe besteht neben Qhorin und Jon Schnee aus Dalbrück, Ebben und Steinschlange. Qhorin hatte nicht gewagt, ein Feuer anzuzünden, und Jon hatten die kalten Nächte auf dem steinigen Boden längst an die kältesten Winter auf Winterfell erinnert. Ebben sagt, dass Manke Rayder den Kundschaftern das Fell über die Ohren ziehen würde, wenn er wüsste, dass sie ein Feuer angezündet haben, und Steinschlange warnt, dass sie vermutlich ein Horn haben würden, dass sie auf keinen Fall blasen dürften. Qhorin schickt Steinschlange und Jon Schnee los, der sich freiwillig meldet, um die Kundschafter auszuschalten. Außerdem bestimmt er, dass Geist nicht mitgehen dürfe, weil man sein weißes Fell im Mondlicht zu leicht erkennen würde.

Steinschlange und Jon überraschen die WildlingeBearbeiten

Steinschlange und Jon ziehen los in die Nacht, einen gewundenen steilen Pfad hinauf. Der Klagende Pass ist eigentlich eine Abfolge von mehreren Pässen; eine lange und verschlungene Strecke, die sich um eisige Gipfel hoch- und wieder hinabwindet. Die Frostfänge sind der unwirtlichste Ort, den Jon je gesehen hat: der Wind schneidet wie ein Messer ins Fleisch, nachts klagt der Wind wie eine Mutter, die um ihre erschlagenen Kinder trauert, und die wenigen Bäume sind verkümmert, grotesk anzusehen, aus Spalten und Ritzen wachsend. Über dem Weg hängen Felsvorsprünge, mit Eiszapfen gesäumt, die wie lange Zähne aussehen. Er hat Bergwiesen mit Kaltschnapper, Frostfeuer und Pfeifergras gesehen, Eiswasserfälle und Adler in der Luft sowie eine Schattenkatze, die ein Bergschaf gerissen hat. Steinschlange führt Jon über den gefährlichen Aufstieg über Geröll, Hohlräume und den manchmal sehr schmal werdenden Pfad. Nach zwei Stunden werden sie immer wieder von Sturmböen gestoppt, die sie kauernd abwarten müssen, um nicht fortgeweht zu werden. Schließlich endet der Pfad an einem Granitvorsprung. Steinschlange bindet sich ein Seil um und gibt Jon Anweisungen, dann ist er in der Dunkelheit verschwunden. Nach ein paar Metern bleibt er an einem geeigneten Platz sitzen und wartet, bis Jon hinterhergeklettert ist. So geht es weiter nach oben. Jon reißt sich einen Fingernagel ab und ist in Versuchung, seine Handschuhe wieder anzuziehen, doch er erinnert sich eisern an die Anweisungen, die Steinschlange ihm ein paar Tage zuvor bei einer kleinen Kletterpartie gegeben hatte. Er denkt an Bran, der für sein Leben gern geklettert ist. Nach ein paar Hundert Metern Klettern erreichen sie ihr Ziel und blicken von oben auf das Lagerfeuer hinab.

Die Wildlinge haben ihr Lager an der schmalsten Stelle des Passes errichtet: ein Wildling schläft unter einem Haufen Fellen, einer sitzt am Lagerfeuer und der dritte beobachten den dunklen Pass, wobei er ein Horn bei sich trägt. Steinschlange deutet auf dem Mann mit dem Horn und Jon nickt dem am Feuer zu. Er ist aufgeregt und fragt sich, ob Robb Stark vor seiner ersten Schlacht auch aufgeregt gewesen ist. Steinschlange bewegt sich unglaublich schnell und springt auf den Hornträger zu, während Jon Langklaue zieht und ebenfalls hinunterspringt. Der Mann mit dem Horn greift zuerst zum Horn und nicht zur Waffe, aber Steinschlange schlägt ihm den Arm ab, bevor er hineinblasen kann. Jon tötet den zweiten Wildling mit Langklaue, aber der tödlich Verwundete reißt das Schwert mit zu Boden.[A 1] Jon stürzt sich mit seinem Dolch auf den Wildling unter den Decken und hält ihm die Klinge an den Hals, als er bemerkt, dass es sich um eine Wildlingsfrau handelt. Steinschlange fordert Jon auf, sie zu töten, doch Jon zögert und erlaubt ihr sich zu ergeben. Jon nimmt sie als seine Gefangene, obwohl Steinschlange ihm davon abrät. Ygritte empfiehlt den beiden, die Toten zu verbrennen, aber Steinschlange entgegnet, dass sie dafür ein größeres Feuer bräuchten und er das nicht riskieren möchte. Stattdessen werfen sie die beiden Leichen über die Klippe in die Schlucht. Sie versuchen, Ygritte auszufragen, erfahren aber keine Neuigkeiten.

Jon nimmt Ygritte gefangenBearbeiten

Als Ygritte erfährt, dass Jon ein Bastardsohn von Lord Eddard Stark ist, erzählt sie ihm die Geschichte von Bael dem Barden. Dieser war ein Bandit gewesen, bevor er König-jenseits-der-Mauer wurde. Bael war ein mächtiger Bandit gewesen, woraufhin Steinschlange einwirft, dass er vielmehr ein Mörder, Räuber und Schänder gewesen sei. Ein Lord von Winterfell namens Brandon der Tochterlose wollte Bael daher gefangen nehmen, bekam ihn aber nicht zu fassen und nannte Bael einen Feigling, der immer nur über die Schwachen herfiele. Um ihm das Gegenteil zu beweisen, erklomm Bael die Mauer, nahm den Königsweg und betrat die Halle von Winterfell als Sänger namens Sygerrik von Skagos, was in der Alten Sprache Täuscher heißt. Er spielte und sang so schön, dass der Lord ihm anbot, sich selbst eine Belohnung auszusuchen. Bael bat nur um eines: die schönste Blume, die in den Gärten von Winterfell blüht. Weil gerade die blauen Winterrosen ihre Blüten trugen, akzeptierte der Lord den Wunsch und schickte einen Diener los, damit er Bael eine dieser Rosen hole. Am nächsten Tag jedoch war Bael verschwunden und mit ihm die jungfräuliche und wunderschöne Tochter des Lords. Auf ihrem Bett hatte Bael nur eine blaue Winterrose auf dem Kopfkissen hinterlassen. Brandon ließ die gesamte Nachtwache nach seiner Tochter suchen, denn sie war sein einziges Kind. Ein Jahr lang suchten sie vergeblich, dann verließ Brandon langsam der Mut und er dachte, seine Linie würde mit ihm enden, doch eines Nachts hörte er das Schreien eines Kindes. Als er das Zimmer seiner Tochter betrat, fand er sie dort mit einem Säugling. Sie hatte die Burg nie verlassen, sondern hatte ein Jahr lang unter der Burg bei den Toten in der Gruft von Winterfell gelebt. Die Jungfrau hatte Bael zuliebe den Sohn ausgetragen, und der Lord hatte nun einen Nachfolger.

Mit der Dämmerung treffen Qhorin und die anderen unten am Pass ein, und Jon, seine Gefangene und Steinschlange gehen ihnen auf einem bequemeren Weg entgegen. Ebben berichtet, dass sie die Überreste der beiden anderen Wildlinge unterwegs gesehen haben. Jon erklärt, dass Ygritte sich ergeben habe, aber als sie zugibt, dass sie Qhorin kennt, wendet er sich an Jon und sagt ihm, dass sie weder Essen für sie haben, noch könnten sie die Gefahr eingehen, dass sie sie in einer brenzligen Situation mit einem Schrei ins Verderben ziehen würde. Sie bestehen darauf, dass sie sterben muss, und lassen Jon mit ihr allein, damit er es erledigt. Ygritte erkennt, dass er noch nie eine Frau getötet hat, und sie bietet ihm an, zu Manke überzulaufen. Als er dies ablehnt, ergibt sie sich ihrem Schicksal und sagt, dass sie keine Angst habe im Hellen, denn nur die Dunkelheit bringe den Schrecken[A 2]. Sie kniet vor ihm nieder. Er hebt Langklaue mit beiden Händen hoch und zögert einen Moment, während Ygritte ihn drängt. Schließlich senkt er aber das Schwert und sagt ihr, sie solle gehen. Sie starrt ihn zunächst an, dann geht sie fort.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

Handelnde Personen:

Erwähnte Personen:

Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

Orte:

Begriffe:

AnmerkungenBearbeiten

  1. Spoiler zeigen
    Es ist der Warg Orell, der fortan in seinem Adler gefangen ist‚ siehe: IV-Jon V.
  2. Womit sie die Anderen meint.

Siehe auchBearbeiten

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