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Jaime III ist das elfte Kapitel von Die dunkle Königin, dem zweiten Teil des vierten Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Jaime Lennister.

Zusammenfassung Bearbeiten

Bevor Jaime Lennister schließlich Schnellwasser erreicht, berät er sich mit Ser Dawen Lennister, dem Wächter des Westens und Kommandeur der Belagerung und mit seiner Tante Lady Genna Lennister. Er will trotz ihrer Bedenken Ser Brynden Tully ein großzügiges Angebot machen, damit die Belagerung von Schnellwasser zügig beendet wird.

SynopsisBearbeiten

Dawen berichtet in Jaimes Lager über die BelagerungBearbeiten

Jaime Lennister und sein kleines Heer befinden sich einen Tagesritt von Schnellwasser entfernt. Ser Dawen Lennister, der neue Wächter des Westens und Kommandeur der Belagerung von Schnellwasser, kommt ihm entgegen geritten, um sich mit ihm zu beraten. Als er mit Trompeten mit der Abenddämmerung eintrifft, erschreckt das Jaimes Knappen Josmyn Peckelden so sehr, dass er instinktiv Jaimes Schwertgurt greift, woraufhin Jaime ihm erklärt, dass Geächtete keine Trompeten zum Angriff blasen würden. Vor seinem Zelt begrüßt Jaime seinen Cousin, der von einem Dutzend Rittern und 40 berittenen Bogenschützen eskortiert wird. Jaime neckt Dawen wegen seiner struppigen Erscheinung, der aber erklärt, er habe sich geschworen, sich nicht mehr das Haar zu schneiden, bis sein Vater Steffert Lennister gerächt sei, allerdings habe Robb Stark den Mörder seines Vaters Rickard Karstark vor ihm in die Finger bekommen und ihn so seiner Rache beraubt. Er erzählt, dass sie sich nach der Schlacht im Wisperwald Sorgen um Jaime gemacht hätten, weil das Gerücht umging, Robbs Schattenwolf Grauwind habe Jaime getötet. Dawen scherzt, dass falls Jaime etwas zugestoßen wäre, halb Lennishort geweint hätte, wenn auch nur die weibliche Hälfte. Als er Jaimes Goldhand bemerkt, fragt er, ob es stimme, dass Catelyn Tully dafür verantwortlich war, woraufhin Jaime die Geschichte von Vargo Hoat erzählt. Jaime führt Dawen ins Zelt, wo Garrett Paege bereits die Kohlebecken angezündet hat. Luis Peiper nimmt Dawens Umhang, wobei Dawen ihn neckt, dass er so kümmerlich aussehe wie ein echter Peiper und dass er seinen Bruder Marq Peiper einst in einem Buhurt verprügelt habe. Pia serviert heißen Wein.

Jaime fragt seinen Cousin, was ihn in Schnellwasser bei der Belagerung erwarte. Dawen berichtet, dass keine der beiden Parteien den Kampf suche und es daher zu einer Art Pattsituation gekommen sei. Hinzu komme das unmögliche Gehabe der Freys: Ser Ryman Frey sei öfter betrunken als nüchtern, sein Sohn Edwyn Frey voller Hass, und Lord Emmon Frey versuche ununterbrochen, ihm zu erklären, wie er die Belagerung zu führen habe, ohne die Festung zu beschädigen, da Schnellwasser nun sein neuer Sitz sei. Auch Walder Strom und Ser Perwyn Frey würde er gerne loswerden. Dawen erklärt Jaime, dass er nach einer alten Vereinbarung seines Vaters Lord Tywin Lennisters bald ein Frey-Mädchen heiraten soll, allerdings hatte sein eigener Vater schon vorher vor der Schlacht von Ochsenfurt mit Lord Paxter Rothweyn eine Heirat verhandelt, bei der es um dessen Tochter Desmera Rothweyn mitsamt einer großen Mitgift ging. Jaime macht sich über Desmeras Sommersprossen lustig, woraufhin Dawen lästert, die meisten Frey-Mädchen sähen aus wie Wiesel, doch Jaime erwidert, dass Amerei Frey, die er auf Darry gesehen habe, noch schlimmer aussähe. Jaime erzählt Dawen von Lancel Lennisters neuer Frömmigkeit und von dem Plan seines Vaters Ser Kevan Lennister, mit der Heirat das Volk von Darry hinter sich zu bringen, da Amis Mutter Mariya eine Darry sei. Dann erklärt er, dass sich Lancel diesem Plan aber entzogen habe und sich auf dem Weg nach Königsmund befinde, um sich den Söhnen des Kriegers anzuschließen. Beim Abschied von Darry hatte Amerei ihm unter Tränen von der Auflösung der Ehe erzählt, während die übrigen Freys ihn wegen der Ehrverletzung ihres Hauses böse angeschaut hatten. Dawen beruhigt Jaime, dass er nicht gedenke, diese Endehrung zu wiederholen, sondern pflichtbewusst "sein Wiesel" heiraten und betten werde, allerdings werde er eine erwählen, die noch nicht erblüht sei, sonst laufe er Gefahr, dass der Schwarze Walder sie schon entjungfert habe, so erzählt man sich jedenfalls im Frey-Lager.

Dawen erzählt weiterhin, dass Ser Kevan Lennister drei Tage lang bei ihnen vor Schnellwasser gewesen sei, als er auf dem Weg zurück in den Westen war, und dass Dawen ihn gerne eine Weile bei der Belagerung behalten hätte, denn Kevan genieße einen besseren Stand bei den Freys als er selbst. Allerdings habe Kevan die ganze Zeit nur vor sich hin gegrübelt und kaum ein Wort mit ihm gewechselt, sodass Dawen fürchtet, Kevan würde ihm die Ernennung zum Wächter des Westens übel nehmen. Während Dawen Belagerungswaffen und Rammen habe bauen lassen, ließ Ryman einen Galgen vor der Festung errichten und droht seitdem jeden Tag, Edmure Tully zu erhängen, falls die Festung nicht übergeben wird. Ser Brynden Tully allerdings beachtet das Theater gar nicht, sodass Edmure den ganzen Tag bis zur Dämmerung mit der Schlinge um den Hals auf dem Podest steht und erst am Abend fortgebracht wird. Roslin Frey ist bei der Roten Hochzeit tatsächlich schwanger geworden mit Edmures Kind, und da sie Edmure offenbar wirklich lieb gewonnen hat, betet sie, dass es ein Mädchen wird, denn andernfalls habe Lord Walder Frey keinen Grund mehr, Edmure am leben zu lassen. Auch der neue Lord Emmon würde Edmure am liebsten sofort hinrichten lassen. Dagegen spricht sich Lord Gawen Westerling aus, der ebenfalls bei der Belagerung ist, denn er sorgt sich um seine Tochter Jeyne Westerling und seine Gemahlin Sybelle Spezer, die in der Festung sind, denn er fürchtet, dass ihr Leben im Falle von Edmures Tod verwirkt wäre.

Insgesamt ist die Festung von drei Lagern umstellt: Ser Ryman kommandiert die Frey-Truppen nördlich des Trommelsteins, auf der Südseite des Roten Arms kampieren Lord Emmon Frey bei Ser Forley Prester und den Überresten von Jaimes ursprünglicher Armee sowie den Flusslords, die der Krone erneut Treue geschworen haben, und ein drittes Lager wird von Dawen selbst zwischen den Flüssen befehligt, genau vor den Toren der Burg. Es gibt außerdem eine Blockade des Roten Arms unter dem Kommando von Ser Manfryd Eib und Ser Raynard Ruttiger etwas flussabwärts, um eine mögliche Flucht der Belagerten zu verhindern. Dawen erklärt, dass die Burg nicht ausgehungert werden kann, da Ser Brynden alle unnützen Menschen aus der Burg fortgeschickt und alle verfügbaren Vorräte eingesammelt hat, derer er noch habhaft werden konnte, bevor die Belagerungsarmeen eingetroffen sind. Er hat Vorräte für zwei Jahre. Sie selbst haben nur Fisch zu essen, aber ihnen fehlt Futter für die Pferde, und da Ser Ryman behauptet, die Nachschübe von den Zwillingen würden nur für ihre eigenen Pferde reichen, müssen sich die Westmänner anders behelfen. Viele der Männer, die Ser Dawen ausgeschickt hat, sind desertiert oder gehenkt worden. Ser Dawen denkt, dass Geächtete dahinter stecken könnte, vielleicht aber auch Nordmänner oder Flussmänner, deren Lords nur vorgeben, die Seite gewechselt zu haben. Als Jaime Lord Beric Dondarrion erwähnt, winkt Dawen ab und berichtet, dass es so viele verschiedene Geschichten über den Blitzlord gebe, dass er mittlerweile keine davon glauben könne. Seine Kundschafter beobachten nächtliche Signalfeuer um ihre Lager herum auf den Höhen, und in manchen Städten beobachten sie Feuer zu Ehren eines neuen Gottes, den Thoros von Myr in die Gegend gebracht haben soll.

Jaime fragt, ob es schon Verhandlungen gegeben habe, aber bisher ist nur Ser Ryman einmal betrunken vor den Toren Schnellwassers auf- und abgeritten und hat wütende Drohungen ausgerufen, woraufhin Ser Brynden seinem Pferd einen Pfeil in den Leib geschoßen hat, sodass Ryman in den Dreck fiel. Jaime erklärt, dass er vorhabe, Brynden großzügige Bedingungen zu machen. Insgeheim fühlt er sich an seinen Eid Catelyn Tully gegenüber gebunden, sein Schwert nie wieder gegen die Starks oder Tullys zu erheben. Dawen erklärt, dass es vermutlich zwecklos sein werde und dass sie die Burg stürmen müssen. Jaime denkt, dass er noch vor kurzem diesem Plan freudig beigepflichtet hätte, doch nicht mehr ohne seine Hand, andererseits ist ihm auch klar, dass er nicht zwei Jahre lang warten kann, um die Burg auszuhungern. Als Dawen sich nach Cersei Lennister erkundigt und nach dem Grund für Kevans Rückkehr nach Casterlystein fragt, erinnert sich Jaime an den Traum der letzten Nacht: darin hatte er Cersei dabei erwischt, wie sie mit Mondbub schlief, und im Traum hatte er den Narren getötet und Cersei mit seiner goldenen Hand die Zähne ausgeschlagen.

Jaime unterhält sich eine weitere Stunde mit Dawen, dann legt er seine Goldhand an und inspiziert sein Lager. Er muss sich eingestehen, dass er das Leben im Feld immer noch mehr genießt als das bei Hof. Ein junger Ritter fragt ihn, wie man am besten gegen einen Kriegshammer kämpft, und am Fluss sieht er Rafford, wie er mit ein paar anderen Soldaten und zwei jungen und halbnackten Mädchen auf den Schultern rangelt. Am Ende findet er Ser Ilyn Payn vor seinem Zelt, auf ihn wartend und lächelnd. Sie reiten ein Stück den Weg zurück zu den Ruinen eines Dorfes, wo sie gegen Mitternacht mit den Schwertern trainieren, aber auch dieses Mal verliert Jaime in demütigender Art und Weise.

Jaime erreicht SchnellwasserBearbeiten

Der nächste Tag ist kalt und böig, als sie Schnellwasser erreichen. Rymans Lager ist das größte der drei, aber auch das mit der größten Unordnung. Der große Galgen, an dem Edmure mit einer Schlinge um den Hals steht, ragt über den Zelten der Freys auf, wie von Dawen beschrieben. Dahinter sind die Frey-Zelte und Kochfeuer ohne jede Ordnung angelegt worden. Dawen erklärt, dass Ser Ryman seinen Männern Freudenmädchen, Hahnenkämpfe und Eberhatzen erlaubt, um sie bei Laune zu halten. Zudem unterhält er einen eigenen Sänger[A 1], allein aus dem Grund, weil auch Lady Genna Lennister den Weißlächelnden Wat aus Lennishort mitgebracht hat. Jaime nimmt die Burg in Augenschein, auf der immer noch die Banner von Haus Tully und Haus Stark wehen, und er muss daran denken, wie er zum ersten Mal zu dieser Burg gekommen ist, als Knappe von Lord Somner Rallenhall, für den er persönlich eine Botschaft zu Lord Hoster Tully bringen sollte. Lord Hoster hatte 14 Tage lang über eine Antwort nachgedacht, und bei jedem Essen hatte er Jaime neben Lysa Tully gesetzt. Jaime fand sogar, dass Lysa eigentlich ein hübsches Mädchen gewesen ist, zart, mit süßen Grübchen und langem goldbraunem Haar, allerdings auch sehr schüchtern. Er fand damals ihre ältere Schwester Catelyn interessanter, doch war diese schon Brandon Stark versprochen, und Jaime liebte ohnehin niemanden anderes als seine Schwester Cersei. Obendrein interessierte Jaime sich in seinem Alter kaum für Mädchen, er wollte stattdessen nur die Geschichten von Ser Brynden hören über Xhobar Qhoqua, den Ebenholzprinz und Maelys I. Schwarzfeuer den Abscheulichen, denn Brynden hatte gerade erst durch seine Taten im Krieg der Neunheller-Könige auf den Trittsteinen einigen Ruhm erlangt.

Um die nächste Furt flussaufwärts und damit Dawens Lager zu erreichen, müssen sie durch Emmons Lager auf der Südseite des Flusses hindurchmarschieren. Jaime sieht dort die Banner vieler Häuser, die ihr Knie gebeugt haben und wieder in den Königsfrieden aufgenommen worden sind: Haus Lychester, Haus Vanke, Haus Wurtz, Haus Gotbrook, Haus Kleinwald und Haus Peiper, allerdings fällt ihm auch auf, dass eine Reihe Häuser fehlen, die eigentlich ebenfalls dort sein sollten: Haus Mallister, Haus Bracken, Haus Ryger oder Haus Paege, wobei die Brackens entschuldigt sind, da sie ihren alten Erzfeind Haus Schwarzhain für die Krone bekämpfen. Jaime spürt, dass sich einige Flusslords Lord Tytos Schwarzhains Aufsässigkeit zum Beispiel nehmen könnten, wenn die Belagerung nicht schnell beendet wird.

Waffenstillstand AndersFiner

Jon Bettlin mit dem Friedensbanner vor Schnellwasser
(von Anders Finer ©FFG)

Als sie die Furt überqueren und sich dem Lager Ser Dawens nähern, bläst Ser Kennos von Kayss das Horn von Herrock, um ihre Ankunft zu verkünden, während Ser Dermot und Ser Hugo Vanke Jaimes Banner vorantragen. Jaime sieht zwei fertig gestellte Belagerungstürme und eine Ramme, außerdem ist ein dritter Turm im Bau. Er gibt Peck vor, an welche Stelle im Lager ihre Zelte errichtet werden sollen, dann befiehlt er Ser Addam Marbrand, die Verteidigungswälle zu inspizieren, und sendet Ser Jon Bettlin los, um mit dem Friedensbanner eine Audienz mit Ser Brynden für den nächsten Morgen zu erbitten.

Genna sucht Jaime aufBearbeiten

Peck hilft Pia das Kohlebecken anzuzünden. Jaime hat die beiden in letzter Zeit oft abends gehört, wie sie unter den Decken miteinander schlafen. Schon nach kurzer Zeit erscheint Jaimes Tante Genna Lennister, die Gemahlin vom neuen Lord Emmon Frey, der an ihrem Rockzipfel hängt. Genna war früher einmal eine hübsche Frau, doch nun ist sie dick und doppelt so breit wie ihr Gemahl. Genna freut sich sichtlich, Jaime zu sehen und bekundet sofort ihr Mitgefühl für den Verlust seines Vaters. Ihr Gemahl Emmon ist ein mickriger Kerl mit fliehendem Kinn und riesigem Adamsapfel, eine groteske Gestalt. Genna fragt, was an den Gerüchten dran sei, dass Tyrion Tywin getötet habe, und sie ist ernsthaft geschockt, als sie die Wahrheit erfährt. Dann fragen sie nach ihrem Sohn Ser Cleos Frey, und Jaime erzählt ihnen eine Geschichte, die sie zufrieden stellt: Cleos habe sein Leben bei dem Versuch verloren, eine Überzahl von Geächteten auseinanderzutreiben.

Emmon lenkt das Thema auf die Belagerungsmaschinen und erklärt, dass Dawen vorhabe, die Burg in Schutt und Asche zu legen, was Emmon unbedingt verhindern will. Dabei zückt er ein Pergament, unterzeichnet von Tommen, das ihn zum Lord von Schnellwasser macht. Genna herrscht ihren Gemahl an, er solle das Papier wegstecken, denn es sei nichts wert, solange Ser Brynden die Burg halte. Emmon erklärt weiterhin, dass er die Flusslords streng aber gütig behandeln wolle, wobei er nebenbei bemerkt, dass er auch seinen Vater Lord Walder zu seinen neuen Vasallen zählt, so wie es zu Tully-Zeiten auch schon war. Jaime weist ihn allerdings darauf hin, dass er zwar per Dekret Burg und Ländereien der Tullys erhalten habe, dass aber Petyr Baelish der neue Oberste Herr am Trident sei und Schnellwasser und die Flusslords in Zukunft Untertanen von Harrenhal sein werden. Als Emmon daraufhin murrt, schlägt Jaime vor, dass er nach Königsmund ziehen solle, um sich bei Cersei zu beschweren. Genna schreitet ein und schickt ihren Gemahl nach draußen. Verdutzt leistet dieser Folge.

Nachdem ihr Gemahl gegangen ist, fragt Genna nach einem Becher Wein und beginnt über Emmon zu schimpfen. Sie fragt Jaime, was sich Tywin wohl dabei gedacht hat, Emmon zum Lord von Schnellwasser zu machen, und Jaime erklärt, dass er wohl an ihre drei verbliebenen Söhne gedacht haben könnte. Genna gesteht ihm ein, dass der junge Tywin Frey durchaus gute Voraussetzungen habe. Genna hingegen hätte lieber Darry für ihren Familienzweig als Lehen erhalten, wo doch Cleos' Witwe Jeyne ebenfalls eine Darry ist. Diese sei nun sauer, dass sie ihren Söhnen nicht die Ländereien ihres Vaters gewähren könne, weil Amerei Frey nur mütterlicherseits eine Darry sei. Jeyne ist ihre Tante, eine Schwester von Mariya Darry, wobei Jaime sie daran erinnert, dass Jeyne die jüngere der beiden Schwestern ist, und Schnellwasser obendrein von viel größerem Wert ist. Darauf erwidert Genna, dass Haus Darry männlicherseits ausgestorben sei, wohingegen es noch Tullys gebe, und obendrein sei Roslin Frey von Edmure schwanger. Immerhin besteht, falls es ein Mädchen wird, die Möglichkeit einer Heirat mit Tywin Frey. Falls es allerdings ein Junge wird, würde das die Legitimation Emmons weiter erschweren. Auch Brynden könnte die Burg eines Tages für sich oder für Lord Robert Arryn beanspruchen. Genna ist der Ansicht, dass Kevan Schnellwasser hätte erhalten sollen. Sie ist sauer, wenn auch nicht überrascht, dass Tywin nie ihren Rat diesbezüglich eingeholt hat. Jaime erzählt Genna von Lancel und sagt, dass sie Cersei schreiben solle, um die Dinge noch zu ändern und Darry anstatt Schnellwasser zu erhalten, aber Genna erklärt, dass Emmon sich nun in den Kopf gesetzt habe, die Flusslande regieren zu wollen. Kevan habe außerdem noch Martyn Lennister als einen weiteren Sohn, um ihn mit Amerei zu vermählen.

Dann fragt sie, warum Cersei die militärischen Orden des Glaubens wieder erlaubt habe. Selbst Aegon I. Targaryen habe den Glauben stets vorsichtig behandelt, da er sich seiner Macht bewusst war. Genna erinnert an den Aufstand der militärischen Orden des Glaubens, der sich nach dem Tod Aegons zugetragen hat, in dem der Glaube eine zentrale Rolle gespielt hat. Maegor I. Targaryen war schließlich gezwungen gewesen, einen Golddrachen Belohnung für jeden der Söhne des Kriegers und einen Silberhirschen für jeden Armen Gefährten auszuschreiben, und trotzdem hatte er es nicht geschafft, den Aufstand niederzuschlagen. Erst Jaehaerys I. Targaryen beendete die Rebellion, indem er all diejenigen begnadigte, die sich bereit erklärten, ihre Waffe niederzulegen. Dann reden sie erneut über Tywin: als Jaime erzählt, er habe auf der Totenbahre wegen der Leichenstarre gelächelt, erzählt Genna, dass Tywin in seinem gesamten Leben nur ein paar Mal gelächelt habe: als er seine Gemahlin Joanna Lennister zur Frau nahm, als Aerys II. Targaryen ihn zu seiner Hand des Königs gemacht hat, als Burg Tarbeck über Ellyn Regn zusammenbrach, und bei der Geburt von Jaime und Cersei. Gelacht habe er allerdings nie, denn er habe als Junge zu viele Vasallen über seinen Vater Lord Tytos Lennister lachen hören.

Auch Genna fragt Jaime, was er zu tun gedenke, doch als sie von seinem Plan erfährt, zweifelt sie an einem Erfolg. Sie geht davon aus, dass kein Weg daran vorbeiführe, Edmure zu töten. Sie reden über Cersei und Genna schimpft darüber, dass Cersei den Turm der Hand niederbrennen ließ und über ihre personellen Entscheidungen: Ser Harys Swyft sei nicht mehr wert als der Gockel auf seinem Wappen, Lord Gil Rosby hatte sie schon lange für tot gehalten, und von den Sonnwetters halte sie auch wenig. Der alte Lord Owen Sonnwetter hatte wenig mehr zustande gebracht, als über die Witze König Aerys' zu kichern, bis er schließlich ins Exil geschickt wurde. Auch dass Cersei einen Bastard in den Kleinen Rat und einen Schwarzkessel in die Königsgarde berufen habe, kritisiert sie scharf. Hinzu komme, dass Cersei zulasse, dass die Eiserne Bank von Braavos in ganz Westeros ihre Darlehen zurückfordere, und nicht zuletzt die Sache mit der Wiederbewaffnung der militanten Orden. Sie sagt, Kevan hätte Hand des Königs werden sollen. Jaime erklärt ihr, Kevan habe gesagt, er sei "zu müde", aber Genna ahnt, dass das nur ein vorgeschobener Grund ist. Tywins Brüder haben alle anders auf seinen langen Schatten reagiert: Tygett habe versucht, einen eigenen Weg einzuschlagen, scheiterte, und wurde im Laufe seines Lebens immer wütender; Gerion Lennister habe Zuflucht im Spott gesucht, da er der Ansicht war, lieber das Spiel an sich zu verhöhnen als es zu spielen und zu verlieren; Kevan aber habe als einziger seinen Platz neben Tywin gesucht und gefunden. Sie selbst habe sich immer herausgehalten, weil dieses Spiel nicht für die Frauen bestimmt sei. Sie war lediglich die Prinzessin ihres Vaters und auch die Tywins gewesen sei, bis sie ihn eines Tages enttäuscht habe. Als Jaime sie fragt, ob sie Tywin geliebt habe, Genna erzählt ihm die Geschichte ihrer Eheschließung: ihr Vater Tytos habe sich von Lord Walder zu der Hochzeit mit Emmon überreden lassen, obwohl Emmon nicht einmal der Erbe der Zwillinge war, sondern nur der Zweitgeborene und somit eine äußerst schlechte Partie für eine Lennister ihren Ranges. Aber Tytos selbst war nur der Drittgeborene seines Vaters Gerold Lennister gewesen, und Genna denkt, dass sich Nachgeborene immer nach der Anerkennung Älterer sehnen. Die Verlobung wurde schließlich vor den halben Westlanden verkündet, Lady Ellyn Regn hatte dabei laut losgelacht und Lord Roger Regn war wutentbrannt aus der Halle gestürmt. Nur Gennas damals zehnjähriger Bruder Tywin hatte damals den Mut gefunden laut zu widersprechen und etwas gegen die Ehe einzuwenden, und dafür hatte Genna ihn ihr ganzes Leben lang geliebt, wenngleich sie auch nicht alles gut heißt, was er getan hat. Besorgt fragt sich Genna, wer sie jetzt nach Tywins Tod beschützen solle, und als Jaime sagt, Tywin habe immer noch einen Sohn hinterlassen, erklärt sie, dass sie genau das am meisten fürchte: Jaime lächele wie Gerion, kämpfe wie Tygett und habe auch Einiges von Kevan, sonst würde er nicht das Weiß tragen, aber Tyrion sei der einzig wahre Sohn Lord Tywins.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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AnmerkungenBearbeiten

  1. wie sich später herausstellt, ist das Tom aus Siebenbächen.

Siehe auchBearbeiten

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