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Jon V ist das einundzwanzigste Kapitel von Ein Tanz mit Drachen, dem zweiten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Jon Schnee.

Zusammenfassung Bearbeiten

Jon Schnee überwacht zunächst die Übergabe der 100 Geiseln durch Tormund Riesentod an die Nachtwache und beaufsichtigt dann mit ihm zusammen, wie 3119 Wildlinge die Mauer passieren.

SynopsisBearbeiten

Jon frühstückt mit seinen OffizierenBearbeiten

In der Nacht vor der Ankunft Tormunds plagt Jon Schnee ein Alptraum von heulenden und marschierenden Wildlingen und Riesen, die sich unaufhaltsam der Schwarzen Festung nähern, während er versucht, sie allein von der Mauer aus abzuwehren, und niemand ist dort, um seine Befehle zu hören. Ein Adler schreit seinen Namen, und die Feinde krabbeln wie Spinnen die Mauer hinauf. Oben erschlägt Jon sie alle und schickt sie wieder hinunter: einen alten Mann und einen Jungen, mittendrin auch Ygritte, die er zu spät erkennt, dann Donal Noye, Dick Follard und Qhorin Halbhand, und schließlich kämpft er auch gegen Robb Stark, dem er den Kopf abschlägt, bevor Mormonts Rabe ihn aus dem Alptraum erlöst, indem er auf Jons Brust landet.

Es ist die Stunde des Wolfes und der Tag bricht bald an. Erneut kommen Jon Zweifel an seinem Plan, über 3000 Wildlinge durch die Mauer zu lassen, und er wünscht sich, jemand anderes als er hätte mit Tormund Riesentod verhandelt: Jeor Mormont vielleicht, Jaremy Rykker, Qhorin Halbhand oder sein Onkel Benjen Stark. Während er sich seine Kleidung anzieht, kreischt der Rabe "Korn", "König" und sogar "Jon Schnee", wobei sich Jon nicht daran erinnern kann, dass der Rabe jemals seinen ganzen Namen gerufen hat.

Jon frühstückt zusammen mit anderen Offizieren im Kellergewölbe, wobei sie den Ablauf des Tages noch einmal durchgehen. Bowen Marsch versichert Jon, dass alles gut gehen werde, wenn die Wildlinge sich an die Abmachungen halten. Jon erinnert sie daran, dass die Wildlinge verängstigt und ausgehungert sind und auf keinem Fall provoziert werden sollten. Einer nach dem anderen steht von dem Tisch auf und macht sich an seine Arbeit, und als Letzter bleibt Eddison Tollett zurück. Er war in der vergangenen Nacht mit sechs Wagen aus Langhügel angekommen, das von den Schwarzen Brüdern mittlerweile schon "Hurenhügel" genannt wird, weil dort nur Speerfrauen stationiert sind. Nun soll Eddison Tollett so viele Speerfrauen mit nach Langhügel nehmen, wie er transportieren kann. Eddison erzählt in gewohnt missmutiger Laune, dass sie sicher noch zehn Jahre bräuchten, um die Feste wieder bewohnbar zu machen. Anfangs habe es in Langhügel vor Ratten gewimmelt, nun wimmele es vor Speerfrauen, und Eddison weiß nicht, was ihm lieber ist. Jon fragt nach dem Eisernen Emmett, und Eddison erzählt, dass meistens Maris dessen Befehle ausführe und er die Maultiere versorge, sodass er selbst schon wie eins wirkt, so sagt jedenfalls Nessel. Als sie hinausgehen, sehen sie, dass der kommende Tag wolkenfrei und sonnig beginnen wird, was Eddison Tollett für diese Jahreszeit als unnatürlich und für ein schlechtes Zeichen hält. Als Jon ihn fragt, wie er es finden würde, wenn es schneien würde, sagt er, dass das ein noch schlechteres Zeichen wäre. Dann kehrt er zu seinen Maultieren zurück.

Jon überwacht die Übergabe der 100 GeiselnBearbeiten

Nach dem Frühstück geht Jon zu den Ställen, wo Satin ihm bereits ein stattliches Pferd für die Patrouille vor der Mauer gesattelt hat. Daneben wartet seine Leibgarde für heute auf ihn, und auch wenn Jon es hasst, sich mit Männern zu seinem Schutz zu umgeben, so hat er heute seine besten Kämpfer ausgesucht. Nun ist er beruhigt und zufrieden, denn sie machen einen durchaus grimmigen und gefährlichen Eindruck: Ty, Mully, Linkshand Leo, Duncan Kleyn, Rory, Folke, Garrett Grünspeer und Leder. Im Osten zeigt sich mittlerweile ein dunkles Morgenrot, und einige der Männer der Königin stehen in der Nähe neben der Glut von Melisandres Nachtfeuer. Königin Selyse Florent ist nicht erschienen.

Jon gibt das Kommando, das Tor zu öffnen, und der Große Kleyn brüllt den Befehl zu den Posten oben auf der Mauer weiter. Die Kriegshörner setzen zu einem einzelnen, langen Ton an, was für gewöhnlich bedeutet, dass Grenzer oder Freunde zurück zur Festung kommen. Satin führt die Kolonne in den Tunnel an, gefolgt von Jon, seinen Wachen, Bowen Marsch und 20 seiner Burschen. Oben auf der Mauer hat Jon Ulmer das Kommando über drei Dutzend Bogenschützen übertragen, die sich bereit halten für den Fall, dass es Ärger gibt. Nördlich der Mauer wartet Tormund auf einem kleinen Bergpferd auf sie, umgeben von seinen beiden Söhnen Toregg und Dryn und fünf Dutzend Kriegern. Tormund begrüßt Jon herzlich und erklärt, er wolle Jon seinen Kriegern vorstellen, damit sie lernen, dass sie die Nachtwache nicht mehr fürchten müssen, woraufhin Jon pfeift und Geist herbeiruft, um sich auf humorlose Art Respekt zu verschaffen.

Tormunds Hornbläser lässt ein Signal ertönen, woraufhin sich die Wildlinge in Bewegung setzen. Den ganzen Tag über schaut Jon dabei zu, wie das Freie Volk an ihnen vorbeizieht und im Tunnel verschwindet. Als Erstes übergibt Tormund Jon die 100 Geiseln, die dieser gefordert hatte: Jungen im Alter zwischen acht und 16 Jahren. Tormund meint zu Jon, dass dies der verlangte Blutpreis wäre und er hoffe, dass das Wehklagen der Mütter Jon nicht den Schlaf rauben würde. Die Jungen gehen zu den Burschen Bowen Marschs, wo ihre Namen aufgeschrieben werden und sie ihre Wertsachen abgeben, damit sie fortan einem Orden dienen können, den sie ihr Leben lang als ihren Feind angesehen haben, und trotzdem sieht Jon nirgendwo unter ihnen einen Jungen, der Tränen zeigt. Die Jungen sind allesamt dünn, fast ausgemergelt, aber ansonsten sind sie alle recht unterschiedlich in ihrem Aussehen. Manche gehen auf Bärenpfoten, und einige wenige haben sogar ein Pferd dabei. Tormund macht Jon über die Söhne der Anführer des Freien Volks aufmerksam: den Sohn von Soren Schildbrecher; einen Jungen, der angeblich ein Abkömmling von Gerrick Königsblut und Raymun Rotbart ist; zwei Jungen, die sich sehr ähneln, angeblich aber die Söhne von Harl dem Hübschen und Harl dem Jäger sind; die Söhne von Wied Wanderer, Brogg, Devyn Seehundhäuter, Kyleg, Morna Weißmaske, dem Großen Walross und weiteren. Drei Geiseln sind angeblich Söhne von Alfyn Krähentöter, den Qhorin erschlagen hat. Auch ein besonders dürrer Junge fällt ihnen auf. Es ist der Sohn von Varamyr Sechsleib, dem Leibwechsler, den seit der Schlacht an der Schwarzen Festung niemand mehr gesehen hat.

Zwei der Jungen entpuppen sich bei näherer Betrachtung als verkleidete Mädchen, wovon eins um sich schlägt, als Jon zwei seiner Männer anweist, sie zu ihm zu bringen. Jon fordert zwei neue Geiseln für die beiden. Als Tormund sich weigert, erzählt Jon ihm vom Lied über die "Tapfere Danny Flint". Danny war ein Mädchen, das sich verkleidet hat, um sich der Nachtwache anschließen zu können, doch nahm die Geschichte ein böses Ende, und nun spukt ihr Geist angeblich immer noch durch die Nachtfeste. Dann entscheidet er, dass die beiden Mädchen mit den anderen Speerfrauen nach Langhügel geschickt werden sollen. Tormund sucht schließlich doch zwei neue Geiseln aus, und als letzte Geisel schickt er seinen eigenen Sohn Dryn zu Jon und droht ihm, gut auf ihn aufzupassen. Dryn ist in etwa in Brandon Starks Alter, nur hat er nicht dessen freundliches Wesen. Jon erklärt, dass er ihn zu seinem persönlichen Pagen machen werde.

Tormunds Krieger folgenBearbeiten

Tormund lässt erneut in das Kriegshorn blasen, und dieses Mal treten etwa 500 bis 1000 Krieger aus dem Wald hervor, allesamt bewaffnet, etwa die Hälfte zu Pferd, und unter ihnen sind auch einige Speerfrauen. Unter den Männern befinden sich viele Väter der Geiseln, und einige von ihnen schauen Jon beim Vorbeigehen mit eisigem Blick an oder legen ihre Hand auf ihren Schwertgriff. Viele schwören ihm einen Eid, so wie Brogg, Soren Schildbrecher oder Gerrick Königsblut, der drei Töchter mitbringt, die er in höchsten Tönen anpreist. Sie sind schüchterne, rothaarige junge Mädchen, und Jon schlägt vor, sie Königin Selyse vorzustellen, die sie vielleicht an einen Adeligen aus dem Süden vermitteln könnte. Wied Wanderer schwört seinen Eid auf sein schartiges Schwert, Devyn Seehundhäuter schenkt Jon einen Hut aus Seehundsfell, Harl der Jäger eine Kette aus Bärenkrallen, und die Kriegerhexe Morna nimmt kurz ihre Maske ab, um Jon mitzuteilen, dass sie ihm gehöre. Bevor die Krieger im Tunnel verschwinden, geben sie ihre Reichtümer bei Bowen Marschs Burschen ab: Bernstein, goldene Halsbänder, edelsteinbesetzte Dolche, Silberbroschen, Ringe, Armbänder, Kelche, Kriegshörner usw., und Bowen Marsch listet alles auf. Wie viel das alles letztlich wert sein wird, um Proviant in den Freien Städten einzukaufen, kann Jon nicht einschätzen. Immerhin sind auch einige echte Kuriositäten unter den Gegenständen wie etwas ein Helm aus dem Schädel eines Einhorns.

Nach den Reitern folgen die Männer von der Eisigen Küste auf ihren Streitwagen aus Knochen, die teils auf Rädern, teils auf Kufen fahren. Sie werden gezogen von riesigen Hunden, so groß wie Schattenwölfe. Manche Männer haben Geweihe an ihren Hüten befestigt, andere Stoßzähne von Walrössern, und Tormund erklärt, dass die beiden Gruppen sich nicht besonders mögen. Er reicht Jon einen Schlauch starken Met. Gegen Mittag verkeilt sich ein Ochsenkarren in einer Kurve im Tunnel, und beinahe wäre der daraus folgende Streit eskaliert, aber Tormund und Jon können schlichten, und nach einer geschlagenen Stunde geht der Treck weiter. Tormund scherzt, dass es schneller voran ginge, wenn er das Horn von Joramun hätte, und er lacht, als Jon erzählt, dass Melisandre es nach der Schlacht zerstört hat, denn das Horn, was Manke mit an die Mauer gebracht hatte, war zwar ein sehr altes Horn aus einem Grab eines Riesen, aber das wahre Horn von Joramun haben die Wildlinge nie gefunden.

Am Nachmittag wird es grau und windig und die Sonne verschwindet hinter Wolken. Zwei Wildlinge geraten in einen Streit miteinander, als sich einer von ihnen vordrängeln will, und als einer der beiden mit einem Messer zusticht, schnappt sich Toregg beide und schickt sie zurück ins Lager, wo sie sich erneut anstellen müssen. Während sie die Wildlinge beobachten, fragt Jon Tormund danach, was er über die Anderen wisse, aber Tormund will auf dieser Seite der Mauer nicht über sie reden, während er unbehaglich auf den Verfluchten Wald deutet. Er erklärt aber, dass sie nicht weit weg seien. Auf dem Weg zur Mauer wurden sie nie von vielen zugleich angegriffen, aber an den Flanken haben die Wildlinge eine Menge Kundschafter verloren. Jeden Abend haben sie einen Feuerring um das Lager herum entzündet, um sich zu schützen, aber mit dem Schneesturm wurde es immer schwieriger, trockenes Holz zu finden. Als er anfängt, von Torwyrd zu erzählen, versagt Tormund die Stimme. Jon will ihm tröstende Worte spenden, doch Tormund macht sich nichts aus seinem Trost, dann erzählt er, dass Manke im Gegensatz zu Jon schon gegen Hunderte Wiedergänger gekämpft habe. Etwas völlig anderes sei es indes, gegen ihre Herren zu kämpfen, gegen die man nicht viel anrichten könne. Jon muss an das denken, was Samwell Tarly über sie herausgefunden hat, und er hofft, dass Langklaue tatsächlich gegen die Anderen bestehen kann, weil es aus Valyrischem Stahl geschmiedet ist.

Als das Wetter immer schlechter wird und zudem die Dunkelheit naht, schickt Tormund Toregg zurück ins Lager, damit er die Nachzügler drängt, sich zu beeilen, denn das Tor des Tunnels soll bei Einbruch der Nacht geschlossen werden. Als Jon die Menschen beobachtet, bemerkt er, dass sie regelrecht Angst vor dem Wald hinter sich haben, während es langsam anfängt zu schneien. Der Boden ist inzwischen schlammig und matschig, wodurch die Kolonne noch langsamer wird. Am Nachmittag schneit es kräftiger, als der Strom von Wildlingen langsam zu einem Rinnsal abebbt. Am Wald sehen sie eine Rauchsäule im Lager, wo Toregg die Toten verbrennt, die er in den verlassenen Zelten gefunden hat. Schließlich erscheint Toregg wieder bei Jon und Tormund, zusammen mit Tormunds Nachhut, einem Dutzend berittener Krieger mit Speeren und Schwerter. Unter ihnen ist auch Borroq, ein Leibwechsler, der von seinem riesigen Eber begleitet wird und als Einziger zu Fuß unterwegs ist. Als Geist den Eber wittert, fletscht er geräuschlos die Zähne, woraufhin Jon ihn beruhigt. Die Dunkelheit stellt sich langsam ein, und Tormund sagt, dass er spürt, dass es die ganze Nacht über schneien wird.

Jon erklärt, dass er als Letzter durch den Tunnel gehen wolle und schickt Tormund vor. Als er erwähnt, dass es ein Fest geben wird, freut sich Tormund. Er verschwindet zusammen mit Toregg und den Reitern im Tunnel. Borroq, der ihnen langsam folgt, bleibt zehn Schritte vor Jon und seinen Wachen mit seinem Tier stehen und begrüßt ihn als seinen Bruder. Einen Moment lang glaubt Jon, Borroq und sein Eber würden angreifen, doch dann warnt Borroq Jon lediglich und sagt ihm, dass "sie kämen", dann trotten er und der Eber weiter zum Tor.

Jon erhält eine Nachricht von Cotter PeikBearbeiten

Jon und seine Wachen gehen als Letzte in den Tunnel und werden auf der Südseite von Bowen Marsch erwartet, der alle Zahlen auf einer Tafel gesammelt hat. 3119 Wildlinge haben den Tunnel passiert, 60 der Geiseln wurden bereits nach Ostwacht an der See und zum Schattenturm geschickt, nachdem man ihnen Essen gegeben hat. Eddison Tollett ist mit seinen sechs Wagen voller Speerfrauen wieder nach Langhügel abgereist. Der Rest der Wildlinge ist in der Schwarzen Festung, die Jon noch nie so belebt erlebt hat. Jon erklärt, dass Tormund mit seinen Männern in ein bis zwei Tagen nach Eichenschild weiterziehen will, und auch die anderen sollen möglichst schnell auf die Burgen verteilt werden. Bowen Marsch antwortet pflichtbewusst und kühl. Überall in der Festung sind nun Menschen, in vielen Fenstern brennt Licht, und manche der Männer bewerfen sich sogar mit Schnee wie Kinder.

Als Jon in seine Gemächer in Donal Noyes ehemalige Waffenkammer zurückkehrt, erscheint schon nach kurzer Zeit Dannel und erklärt, Klydas habe eine Nachricht für ihn. Jon bittet diesen herein, dann liest er die Nachricht, die von Cotter Peik stammt. Er schreibt aus Hartheim, wo nur noch sechs Schiffe von den ursprünglich elf übrig sind: Die Schwarzdrossel ist gesunken, zwei Lyseni-Schiffe sind vor Skane auf Grund gelaufen, und die Kralle ist leck geschlagen. Die Verhältnisse unter den Wildlingen sind äußerst schlecht. Sie essen mittlerweile sogar ihre eigenen Toten auf, und sie werden zudem von "toten Dingern" aus den Wäldern und aus dem Wasser angegriffen. Die Braavosi-Kapitäne wollen nur Frauen und Kinder aufnehmen, und da die Wildlinge wütend darüber waren und sie Sklavenhändler geschimpft haben, gab es einen Angriff auf die Sturmkrähe, der sechs Männern der Mannschaft das Leben gekostet hat. Cotter Peik hat noch acht Raben übrig, und er fordert Hilfe über Land an, denn die See ist zu stürmisch, um auszulaufen. Den Brief hat Maester Harmune für Cotter Peik geschrieben, der aber sein wütendes Zeichen darunter gesetzt hat.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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Siehe auchBearbeiten

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