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Das Opfer (Asha II) ist das fünfundzwanzigste Kapitel von Ein Tanz mit Drachen, dem zweiten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Asha Graufreud.

Zusammenfassung Bearbeiten

Stannis Baratheons Marsch auf Winterfell steckt seit 19 Tagen in einem Schneesturm drei Tage vor Winterfell fest. Während Arnolf Karstark mit seinen Männern zu der Armee stößt, verfallen die Soldaten aus Verzweiflung in Kannibalismus, der von Stannis mit dem Tode bestraft wird. Nach 19 Tagen erscheint schließlich Tycho Nestoris mit Neuigkeiten von Winterfell in Stannis' Lager. Bei ihm sind Jeyne Pool und Theon Graufreud, den Asha kaum wiedererkennt.

SynopsisBearbeiten

Die Männer der Königin bereiten den Scheiterhaufen vorBearbeiten

Stannis Baratheons Armee steckt seit nunmehr 19 Tagen in dem verlassenen Pächterdorf etwa drei Tagesmärsche vor Winterfell im Wolfswald fest. Das Dorf liegt zwar zwischen zwei Seen, in denen es zu Beginn viele Fische gab, doch mittlerweile sind die beiden Gewässer fast leergefischt, und auch in den umliegenden Wäldern finden die Jäger nur wenig Nahrung, daher besteht die Hauptnahrungsquelle aus den ständig verendenden Pferden, allerdings beanspruchen die Lords und Ritter das allermeiste Pferdefleisch für sich selbst. Einige der hungernden und verzweifelten Soldaten sind daher dem Kannibalismus verfallen, und die Ersten, die dabei erwischt werden, sind vier Männer aus dem Haus Erbsengraben, die einen Mann des verstorbenen Lord Grimm zerlegen und dessen Unterarme bereits auf einem Feuer am Spieß gehängt haben. Nun schauen Asha Graufreud und ihre Bewacherin Alysane Mormont dabei zu, wie die Männer der Königin auf der Dorfwiese einen Scheiterhaufen aufschichten, nachdem sie zuvor den knietiefen Schnee fortgeschaufelt haben. Sie graben außerdem zwei Löcher in den vereisten Boden, in die sie dann zwei große Pfähle aus Kiefernholz stecken. Die letzten trübseligen und dunklen Tage haben Asha und Alysane mit Eisfischen auf dem kleineren der beiden Seen verbracht. Anfangs hatten sie jeden Tag ein oder zwei, die erfahrenen Männer aus dem Wolfswald sogar bis zu fünf Fische gefangen, aber mittlerweile ist der See nahezu leer gefischt und sie haben seit drei Tage nichts mehr fangen können.

Die vier Kannibalen sollen R'hllor geopfert und verbrannt werden, damit der Rote Gott ihnen wieder gnädiger sein wird und den Schneesturm beendet. Ser Godry Farring macht den Zuschauern in diesem Sinne Mut, aber Artos Flint, einer der Nordmänner, fragt ihn, was ein Gott aus den südlichen Landen mit dem Schnee im Norden zu tun haben soll. Seiner Meinung nach ist der Schnee dem Zorn der Alten Götter entwachsen, die sie daher eher zu besänftigen versuchen sollten. Hugo Wull, der Große Eimer, stimmt Flint zu und erklärt, das Nachtfeuer werde die Alten Götter eher noch wütender machen, denn sie sähen ihnen von einer kleinen Insel auf dem größeren der beiden Seen zu. Dort steht ein großer Wehrholzbaum, in dessen Stamm vor langer Zeit ein Gesicht hineingeritzt worden ist. Asha und Alysane waren vor acht Tagen hinüber auf die Insel gegangen, um sich den Baum anzusehen, und Asha hatte sich eingestehen müssen, dass der Baum tatsächlich eine gewisse mystische Ausstrahlung hat.

Corliss Heller entgegnet den beiden Nordmännern, dass sie und ihre "Dämonenbäume" ihnen den Schnee erst eingebrockt hätten. Ser Godry überprüft die Pfähle, dann weist er Ser Kleyton Saggs an, die Verurteilten zu holen. Ser Kleyton ist Ser Godrys rechte Hand, aber während jener ein glühender Anhänger R'hllors ist, ist Ser Kleyton ein grausamer Mann, der besonders die Zerstörungskraft der Flammen zu lieben scheint, wie Asha an seinen Augen erkannt hat. Ser Justin Massie, der sich immer mehr als ihr Beschützer aufspielt, hat Asha erzählt, dass Ser Kleyton auf Drachenstein oft mit den Folterknechten gewürfelt habe und dass er ihnen auch bei den Verhören half, vor allem bei jungen Mädchen. Asha spürt an Ser Kleytons Blicken, dass er auch sie gern brennen sehen würde, daher betet sie darum, dass das Opfer den Sturm endlich beenden wird.

Die vier Kannibalen werden geopfertBearbeiten

Ser Kleyton treibt die vier Verurteilten nackt und gefesselt herbei. Es sind ganz normale Männer, von denen der jüngste weint, während zwei von ihnen auf den Boden starren, als wären sie bereits tot. Der Älteste von ihnen ist gleichzeitig ihr Feldwebel. Er ist der Einzige, der sich mit Worten wehrt. Er beschimpft die Zuschauer und im Besonderen die Männer der Königin sowie den Roten Gott. Er schreit Ser Godry an, dass er gelacht habe, als dessen Vetter gestorben sei, Corliss Heller und dessen Mutter beschimpft er wegen ihres Namens und Ser Kleyton nennt er einen verfluchten Bastard, woraufhin dieser ihm ohne ein Wort die Kehle aufschlitzt. Asha erklärt Alysane, dass der Feldwebel mit seinen Provokationen auf einen schnellen Tod aus war und sein Ziel erreicht habe, während der Jüngste nun noch hysterischer weint. Die vier Verurteilten werden Rücken an Rücken an die beiden Pfähle gekettet, und die Männer der Königin schichten trockenes Holz unter ihnen auf, das sie dann mit Lampenöl begießen.

Vier Tage zuvor war Bryn Farring, einer der Knappen König Stannis', dem Hunger und der Kälte erlegen. Stannis hatte mit grimmiger Miene am Scheiterhaufen gestanden, auf dem man den Jungen verbrannt hatte, und seitdem hat der König seinen Wachturm nicht mehr verlassen, allerdings sieht man ihn ab und zu auf dem Dach des Turms. Ser Godry weist nun einen Soldaten namens Kanto an, den König holen zu gehen, als Ser Richard Horpe hinter ihnen erscheint und Stannis bereits ankündigt. Arnolf Karstark ist bei ihnen. Dieser war vor acht Tagen mit seinem Sohn Arthor Karstark, drei Enkeln, 400 Speermännern, drei Dutzend Bogenschützen, einem Dutzend berittener Lanzen, einem Maester, einem Käfig voller Raben, aber mit nur wenig Proviant zu ihnen gestoßen. Arnolf ist eigentlich kein richtiger Lord, sondern nur der Kastellan von Karholt, solange der rechtmäßige Lord Harrion Karstark von den Lennisters gefangen gehalten wird. Asha hat gehört, dass Arnolf Winterfell als Lehen erhalten soll, falls sie es erobern, denn Haus Karstark ist vor langer Zeit einmal Haus Stark entsprungen, und Arnolf war der Erste von Eddard Starks Vasallen gewesen, der sich zu Stannis bekannt hatte.

Beim Anblick des Königs flehen zwei der Gefangenen um Gnade. Stannis hört es sich in Ruhe an, gibt Ser Godry dann aber dennoch ein Zeichen, mit den Gebeten zu beginnen. Ser Corliss entfacht das Feuer mit seiner Fackel. Asha erinnert sich daran, wie sie auf den Eiseninseln zugesehen hatte, wie Priester des Ertrunkenen Gottes Leibeigenen die Kehle aufgeschlitzt und sie ins Meer geworfen hatten, um sie ihrem Gott zu opfern, aber den Anblick der brennenden Männer findet sie nun ungleich schlimmer. Nachdem das Wehklagen der drei verbrannten Männer geendet hat, zieht sich Stannis wieder wortlos in seinen Turm zurück.

Ser Justin Massie setzt sich für Asha einBearbeiten

Die Menge zerstreut sich und die Meisten gehen zu ihren Lagerfeuern zurück, aber Ser Kleyton kommt zu Asha herüber und fragt sie, ob ihr die Vorstellung gefallen habe, dann droht er ihr mit stinkendem Atem, dass sie bald auch brennen werde. Asha weiß, dass die meisten Nordmänner sie ebenfalls hassen und gerne tot sehen würden, denn die Eisenmänner plündern die Steinige Küste seit Jahrhunderten, und hinzu kommen die Verbrechen Theon Graufreuds in Winterfell sowie ihre Überfälle auf Tiefwald Motte, Maidengraben und Torrhenschanze. Alysane Mormont weist Ser Kleyton an, Asha in Ruhe zu lassen, und er folgt widerwillig. In diesem Augenblick erscheint Ser Justin und erklärt sorglos, dass Stannis andere Dinge mit Asha vorhabe als sie zu verbrennen, der aber unterstellt ihm, dass er Asha für sich haben wolle. Als Ser Kleyton erklärt, dass ihr Königsblut R'hllor viel eher besänftigen könne als das der Menschen niederer Geburt, erwidert Asha, dass es R'hllor vielleicht auch gefallen könnte, wenn einer seiner eigenen Anhänger verbrannt werde. Ser Kleyton droht Asha ein letztes Mal und schließt sich dann Ser Godrys Männern an.

Asha bedankt sich aufrichtig bei Ser Justin für sein Einschreiten und nennt ihn ihren Recken, aber Alysane merkt an, dass er ein gefährliches Spiel treibe, denn er distanziere sich mit seinem Einsatz für Asha von den Männern der Königin. Ser Justin beruhigt sie, dann lädt er sie zum Abendessen ein. Er erklärt, dass ihnen noch 64 von den ursprünglich 800 Pferden geblieben seien. Alysane allerdings ist der Appetit vergangen, doch Asha nimmt die Einladung dankend an. Die beiden gehen gemeinsam zur Langhalle des Dorfs, die das größte Gebäude der Siedlung darstellt, auch wenn sie eigentlich schäbig und klein ist. Die Lords und Hauptleute wohnen hier, während sich Stannis im Steinturm am See eingerichtet hat. Die Halle bietet Platz für 50 Männer, allerdings hat sich die doppelte Menge hineingezwängt. In der Mitte der Halle gibt es eine Feuerstelle mit Abzugslöchern im Dach. Die Nordmänner sitzen auf der einen Seite der Halle, die Südländer auf der anderen. Während die Lords und Ritter aus dem Süden in einem elenden Zustand sind, manche von ihnen sehr kränklich und blass wirken, erscheinen die Nordmänner mit ihren Bärten und Rüstungen fast schon vital und munter. In der Halle ist es wohlig warm, weil die Dorfbewohner bei ihrer Flucht eine große Menge Torf zurückgelassen haben, das jetzt verbrannt wird. Ser Justin findet Plätze für sie beide und besorgt Bier und Pferdefleisch, welches Asha genüsslich hinunterschlingt.

Am Ende ihres Tischs hören sie, wie Willerich Fuchshandschuh erzählt, er habe von Stannis' Burschen erfahren, dass der König in drei Tagen weitermarschieren wolle, denn er habe seinen Sieg im Feuer gesehen. Ser Justin erwidert, dass die Kältezählung achtzig erreicht habe und mehr fallen würden, wenn sie Stannis' Plan folgen würden. Ser Umfried Klifften hingegen erklärt, dass noch viel mehr sterben würden, wenn sie an Ort und Stelle blieben, daher heiße es jetzt "Weiterziehen oder Sterben". Ser Ormund Wyld hingegen ist wie Ser Justin der Meinung, man solle besseres Wetter abwarten. Lord Robin Erbsengraben aber erinnert ihn daran, dass die Seen fast leer gefischt sind, was Ned Wälder, ein erfahrener Kundschafter aus Tiefwald Motte, bestätigt. Asha hört diesen Streit jeden Abend, doch dieses Mal provoziert Ser Justin Lord Robin zusätzlich, indem er erklärt, er sei lieber ein Feigling als ein Menschenfresser. Plötzlich steht Ser Richard Horpe in der Tür und widerspricht Ser Justin: der Tod gehöre zum Krieg und jeder, der mitmarschiere, erhalte seinen Anteil am Plündergut, nachdem sie Winterfell erobert hätten. Außerdem verspricht er, so schnell wie möglich Vorräte für die Zurückgelassenen in das Dorf zu schicken.

Ser Justin widerspricht, dass sie seiner Meinung nach Winterfell nicht erobern können, da die Burg zu stark sei, woraufhin sich Arnolf Karstark vom Hohen Tisch aus erhebt, gestützt auf der Schulter seines Sohnes Arthor. Er verkündet, Winterfell für Eddard Stark und auch für Robb Stark zurückerobern zu wollen. Als Ser Justin fragt, wie sie das bewerkstelligen wollen, erklären Arthor und die Enkel Arnolfs, dass sie Rammböcke, Leitern und Belagerungstürme einsetzen werden, woraufhin Ser Justin sie "bei den guten Göttern" für verrückt erklärt. Ser Richard erinnert ihn daran, dass sie nur einen Gott hätten, nämlich den Herrn des Lichts, woraufhin Ser Justin seine Widerworte aufgibt und erklärt, dass er genau so fest an R'hllor glaube wie Ser Richard. Als dieser ihn dann aber wegen seiner ständigen Zweifel einen Feigling nennt, stürmt Ser Justin aus der Halle, und Asha bleibt nichts weiter übrig, als ihm schnell zu folgen.

Tycho Nestoris findet Stannis' HeerBearbeiten

Draußen ist es dunkel, und Asha verläuft sich bereits nach zehn Metern im mit Schnee völlig eingedeckten Dorf. Sie hört ein verängstigtes Pferd wiehern. Asha gerät zufällig zu den Marterpfählen auf der Dorfwiese, an denen die verkohlten Leichen der vier Menschenfresser hängen. Ein Rabe tut sich an ihnen gütlich, und der Schnee reicht ihnen bereits bis zu den Beinen. Plötzlich hört sie Ser Kleyton Saggs Stimme hinter sich, der ihr wieder einmal erklärt, dass sie auch bald brennen werde. Als er sie beschimpft und ihr rät, sich ihm statt Justin Massie hinzugeben, erinnert Asha ihn daran, dass Stannis Vergewaltiger für gewöhnlich kastrieren lässt.

Erneut hört Asha ein Pferd wiehern, diesmal scheinen es sogar mehrere zu sein. Es ist schwer zu entscheiden, aus welcher Richtung sie kommen, aber kaum hat Ser Kleyton sein Langschwert gezogen, prescht auch schon ein Trupp von ca. 20 Männern auf kleinen Pferden auf sie zu. Ser Kleyton stellt sich mutig den Reitern in den Weg. Asha bemerkt, dass es für Kundschafter zu viele Reiter, für eine Vorhut aber zu wenige sind, und dann sieht sie die schwarzen Umhänge und begreift, dass es Männer der Nachtwache sein müssen. Zu Ashas großer Überraschung ist es dann aber Tristifer Botlin, der ihr antwortet, dass sie Stannis Armee vor Winterfell gesucht haben, dass sie dort aber nur Mors Umber getroffen hätten, der Trommeln schlägt und Hörner bläst. Dieser habe sie zurück in den Wolfswald geschickt und nun hätten sie sie schließlich gefunden. Bei ihm ist Qarl die Jungfrau, Roggon Rostbart, Grimmzunge, Finger und Saatkrähe, während Cromm seinen Wunden erlegen ist. Ser Kleyton verlangt zu erfahren, wer die Männer sind und wie sie aus Tiefwald Motte entkommen konnten. Tristifer Botlin erklärt, dass Lady Sybelle Glauer ein beachtliches Lösegeld für sie erhalten habe.

Als Ser Kleyton fragt, wer für solchen Abschaum wie die Eisenmänner ein Lösegeld zahlen würde, führt Tycho Nestoris sein kleines Bergpferd nach vorne, stellt sich vor und erklärt, dass die Eiserne Bank von Braavos ihn schicke und er dringend mit Stannis Baratheon sprechen müsse. Asha muss über die Absurdität der Situation und den fremdartigen Mann aus Braavos laut loslachen und erklärt, Ser Kleyton werde Tycho Nestoris sicherlich gerne sofort zu Stannis Baratheon führen. Der Gesandte blickt Asha mit klugen Augen an und weiß sofort, dass es sich um Lady Asha aus dem Hause Graufreud handelt, dann kündigt er ein Geschenk an und ruft zwei Gestalten nach vorne, die Mors Umber ihnen mitgegeben hat. Zunächst denkt Asha, es sei ein alter Mann und ein Mädchen. Das Mädchen zittert fürchterlich, und ihre Nase ist schwarz vom Frost, und der alte Mann neben ihr stinkt und sieht völlig erbärmlich und abgemagert aus. Dann aber hebt er den Blick und begrüßt Asha. Ashas Herz setzt für einen Moment aus, dann erkennt sie ihren Bruder Theon Graufreud wieder.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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Siehe auchBearbeiten

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