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Victarion II ist das sechsundzwanzigste Kapitel von Ein Tanz mit Drachen, dem zweiten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Victarion Graufreud.

Zusammenfassung Bearbeiten

Victarion Graufreud führt die Eiserne Flotte an der Küste der Sklavenbucht entlang und erobert dabei mehrere Schiffe, wobei sich ein ums andere Mal die Prophezeiungen Moqorros als richtig erweisen. Kurz vor Meereen holt er das Drachenhorn namens Drachenbinder hervor, das Euron Graufreud ihm mitgegeben hat, und Moqorro erklärt ihm, was bei dem Horn zu beachten ist.

SynopsisBearbeiten

Die Eiserne Flotte entert ein Schiff aus Neu GhisBearbeiten

Victarion Graufreud führt die Eiserne Flotte von der Zederninsel Richtung Küste der Sklavenbucht, um dieser dann bis nach Meereen zu folgen. Allabendlich entzündet der Rote Priester Moqorro ein Nachtfeuer auf dem Vordeck der Eiserner Sieg und sieht in den Flammen die Zukunft der Seereise voraus. Victarion hat Tom Treibholz aufgetragen, dem Roten Priester eine neue Robe zu nähen, und weil es keinen roten Stoff an Bord der Eiserner Sieg gab, hat er ihm eine schwarze Robe mit Goldsaum genäht, für die Victarion ein paar seiner eigenen Kleider geopfert hat. Victarion hatte gehofft, dass die Mannschaft den Priester in diesen Farben vielleicht eher akzeptieren würde, doch wirkt er nun noch unheimlicher als zuvor, und die Männer gehen ihm aus dem Weg, wann immer sie können und spucken aus, sobald ihr Schatten sie trifft. Einige hatten Victarion sogar empfohlen, den Roten Priester ins Meer zu werfen, doch Victarion hat das Wissen des Priesters über die Küste und die Drachen schnell schätzen gelernt, außerdem hält sich auch sein Bruder Euron Graufreud Zauberer in seiner Mannschaft, und er hält Moqorro für einen sehr mächtigen Mann. Als Victarion einen Ruderer aber sagen hört, dass er Dämonen auf sie herabbeschwöre, lässt er ihm den Rücken blutig peitschen. Durch Moqorros Heilung ist sein Arm schwarz verkrustet und die Haut an seiner Hand platzt jedesmal auf und raucht, wenn er sie zu einer Faust ballt, aber andererseits hatte er noch nie so viel Kraft in ihr wie jetzt. Er fühlt sich, als würden nun zwei Götter in ihm wohnen.

Zunächst nähern sie sich Astapor, der westlichsten der drei großen Sklavenstädte. Mitten in der Nacht meldet Langwasser Peik vom Krähennest aus herunter, dass er ein Schiff der Ghiscari gesichtet hat. Victarion erkennt vom Vorderdeck, dass sich um ein großes Handelsschiff handelt, dessen Kapitän verzweifelt versucht, Richtung Zederninsel zu entkommen, aber der günstige Wind hilft den Eisenmännern. Die Gram und die Eiserner Sieg schneiden dem Schiff den Weg ab, während sich die Sperber und die Fingertänzer an ihr Heck hängen. Als dann die Klagelied an einer Seite des Handelsschiffs vorbeifährt und deren kappt, streicht der gegnerische Kapitän schließlich die Segel. Das Handelsschiff trägt den Namen Morgen von Ghis und ist auf dem Rückweg von Meereen und Yunkai nach Neu Ghis. Moqorro übersetzt das Ghiscari des Kapitäns in die Gemeine Zunge von Westeros. Dieser behauptet, der Krieg gegen Daenerys Targaryen sei entschieden, denn die Drachenkönigin sei tot und ein Mann namens Hizdahr zo Loraq herrsche nun über Meereen. Da Moqorro Victarion aber berichtet hatte, dass er Daenerys' Gesicht in den Flammen gesehen hatte, hält er die Worte des Kapitäns für eine Lüge und lässt ihm dafür die Zunge herausreißen. Anschließend lässt er ihn fesseln und opfern ihn dem Ertrunkenen Gott, indem er ihn über Bord werfen lässt. Victarion bestimmt, dass die Morgen von Ghis ab nun Zorn des Roten Gottes heißen soll, und so besteht die Eiserne Flotte wieder aus 54 Schiffen.

Am nächsten Tag überrascht sie ein Gewitter und drei Schiffe der Flotte verschwinden spurlos. Victarion will nicht nach ihnen suchen, denn die Kapitäne der drei Schiffe wissen, wohin die Reise gehen soll, und werden sie irgendwann vor Meereen wieder finden, wenn sie nicht gesunken sind. Moqorro hat außerdem in den Feuern gesehen, dass die drei Schiffe nicht verloren sind, sondern bei der Insel Yaros wieder zu ihnen stoßen werden.

Die Eiserne Flotte kapert weitere Schiffe bei AstaporBearbeiten

Der folgende Tag bringt wieder Sonne sowie einen wolkenlosen blauen Himmel, und die Eiserne Flotte erobert ein weiteres Schiff vor der Küste nordwestlich von Astapor, eine myrische Kogge mit Namen Taube. Sie hat Teppiche, süßen grünen Wein und myrische Spitze geladen und ist auf dem Weg über Neu Ghis nach Yunkai. Der Kapitän besitzt ein Fernrohr, was in der bekannten Welt sehr selten ist, und Victarion beansprucht diesen Schatz für sich. Da die Mannschaft aus freien Seemännern besteht und nicht aus Sklaven, nimmt Victarion sie gefangen, um sie später gegen gutes Geld einzulösen, dann benennt er das Schiff in Würger um. Da das Schiff aus dem Westen kommt, erfahren sie keine Neuigkeiten, sondern nur über Dothraki an der Rhoyne und dem Marsch der Goldenen Kompanie, was Victarion schon vorher wusste. Am Abend fragt Victarion den Roten Priester wieder, was er in den Feuern sieht. Victarion hat das Gefühl, dass es regnen wird, aber Moqorro sieht lediglich einen grauen Himmel und starken Wind voraus, aber er sieht auch die Tiger-Schiffe aus Volantis hinter ihnen und die Drachen vor ihnen. Moqorro sagt außerdem voraus, dass die Küste als nächstes von West nach Ost verlaufe und dass sie an der dann folgenden Biegung nach Norden auf zwei schnelle Schiffe stoßen werden. Die Mannschaft hat inzwischen damit begonnen, Moqorro die "Schwarze Flamme" zu nennen, ein Name, den ihm als Erster Steffar Stotterer gegeben hat, weil er den richtigen Namen des Priesters nicht aussprechen kann.

Wieder behält Moqorro recht, denn der nächste Tag bleibt regenfrei und an der vorhergesagten Stelle treffen sie auf zwei schnelle schlanke Galeeren, die Ralf der Hinker als Erster entdeckt. Die beiden Schiffe können der Leid und der Verlorene Hoffnung allerdings zunächst entkommen, also muss Victarion seine schnellsten Schiffe hinter ihnen herschicken, die Eiserner Flügel, die Sperber und die Krakenkuss. Die Verfolgung dauert den gesamten restlichen Tag, dann aber werden die beiden Schiffe nach einem kurzen und brutalen Kampf geentert. Sie sind nicht beladen und waren nach Neu Ghis unterwegs, um dort Vorräte und Waffen für die Belagerungslegionen vor Meereen zu holen, und um neue Soldaten heranzuschaffen, denn es hat vor Meereen viele Tote durch die Rote Ruhr gegeben. Auch die Kapitäne dieser beiden Schiffe behaupten, Daenerys sei tot. Victarion schlägt ihnen persönlich mit einer Axt die Köpfe ab, dann lässt er die Mannschaft außer den Rudersklaven töten, die er befreit und denen er anbietet, für die Eiserne Flotte zu rudern, denn er sei genau so ein Sklavenbefreier wie Daenerys. Die beiden neuen Galeeren benennt er in Geist und Schatten um. Am Abend vergnügt er sich mit der Dunkelhäutigen Frau.

Die Flotte vergrößert sich weiter bei der Insel YarosBearbeiten

Als sie weiter im Norden die Insel Yaros erreichen, warten dort tatsächlich die drei verschollenen Schiffe auf sie, so wie es Moqorro vorausgesagt hat, und als Belohnung schenkt Victarion ihm einen goldenen Reif. Als Nächstes muss Victarion die schwere Entscheidung treffen, ob er durch die Wasserstraße zwischen Insel und Festland fahren will oder um die Insel außen herum. Er fürchtet die Enge der Wasserstraße, denn sie erinnert ihn an die Schlacht bei der Schönen Insel, als Stannis Baratheon ihn und seine Flotte in dem Kanal zwischen Insel und Festland in die Zange genommen und vernichtend geschlagen hatte. Um Yaros herumzusegeln würde allerdings bedeuten, wertvolle Zeit zu verlieren. Er grübelt eine Weile darüber nach, dann gibt er den anderen Schiffen das Signal, durch die Wasserstraße zu fahren.

Während sie Yaros passieren, entert die Eiserne Flotte drei weitere Schiffe. Rodrik Sparr schnappt sich mit seiner Gram eine fette Galeasse, und Manfryd Merlyn entert mit seiner Drachen eine Handelsgaleere, deren Frachträume mit Wein, Seide und Gewürzen gefüllt sind. Spät am Tag entern die Sieben Schädel und die Leibeigenentod eine schäbige kleine Fischerketsch, deren Kapitän Victarion erzählt, dass Daenerys auf ihrem Drachen ins Dothrakische Meer geflogen ist. Als sich der Kapitän über Victarions Unwissenheit lustig macht, dass das Dothrakische Meer aus Gras besteht und nicht aus Wasser, hebt dieser den Kapitän am Mast hoch und erwürgt ihn mit seiner schwarzen Hand. Anschließend werfen Langwasser Peik und Tom Treibholz den Leichnam über Bord. Als Moqorro Victarion dann erklären will, der Ertrunkene Gott sei nur ein Leibeigener des Großen Anderen, wird er gewarnt, seine Worte mit Vorsicht zu wählen. Daraufhin erzählt Moqorro ihm, dass er ihn jede Nacht in den Feuern sehe und ihm großer Ruhm bevor stünde.

Stolz erzählt Victarion dies alles am Abend der Dunkelhäutigen Frau und prahlt damit, dass er das erreichen werde, was seinem Bruder Balon Graufreud und selbst Lord Dagon Graufreud versagt blieb: die Eiseninseln zu befreien und den Alten Weg zu erneuern. Die Geschichten über Dagon Graufreud kennt auf den Eiseninseln jedes Kind: er war vor ungefähr Hundert Jahren Lord von Peik, als der schwache König Aerys I. Targaryen auf dem Eisernen Thron gesessen hatte. Aerys' Hauptaugenmerk galt einer Rebellion von Bastarden und Verbannten auf Tyrosh, der so genannten Dritten Schwarzfeuer-Rebellion, die im Jahr 219 n. A. E. ausbrach. Lord Dagon hingegen nutzte die Gunst der Stunde, stach von Peik aus in See und machte sich das Meer der Abenddämmerung untertan, indem er sowohl gegen Haus Lennister als auch gegen Haus Stark siegte, nur Haus Targaryen konnte er nicht endgültig bezwingen. Victarion träumt nun davon, genau das zu erreichen, indem er Daenerys dazu bringt, ihm mächtige Söhne zu schenken.

Die Eiserne Flotte nähert sich YunkaiBearbeiten

Die Eiserne Flotte umfasst nun 60 Schiffe. Nördlich von Yaros sehen sie immer mehr fremdländische Segel, da sie sich den Gewässern Yunkais nähern. Weil Victarion davon ausgeht, dass ein reger Schiffsverkehr zwischen Meereen und Yunkai herrscht, um die Truppen dort zu versorgen, lenkt er die Eiserne Flotte weiter hinaus aufs offene Meer außerhalb der Sichtweite des Festlands. Aber auch dort erteilt er den obersten Befehl, kein feindliches Schiff entkommen zu lassen, denn er will um jeden Fall vermeiden, dass die Yunkai'i gewarnt werden.

An einem Morgen kapern die Gram, die Kriegerbraut und die Eiserner Sieg eine weitere Sklavenhändlergaleere aus Yunkai namens Willige Braut, in dessen Frachtraum sie 20 parfümierte Knaben und 80 Mädchen finden, die für die Freudenhäuser in Lys bestimmt waren und die in der Kunst der Sieben Seufzer unterrichtet worden sind. Victarion lässt die Sklavenhändler töten, dann befreit er die Rudersklaven und fordert auch sie auf, für ihn zu segeln, und teilt die meisten Mädchen unter seinen Kapitänen auf. Er erklärt den Mädchen, dass sie nun die Chance haben, ein ehrenwertes Salzweib zu werden, wenn sie es schaffen, ihrem Kapitän gut zu dienen. Die parfümierten Knaben lässt Victarion jedoch mit Ketten umwickeln und wirft sie ins Meer, da er es für unnatürlich hält, was sie sind. Dann benennt er die Galeere in Schrei des Sklavenhändlers um.

Victarion erklärt seinen Eisenmännern in einer Rede, dass die Reise ab nun gefährlicher werden wird, da sie vermutlich von nun an auch auf Kriegsschiffe stoßen werden, die aus Astapor, Yunkai und Meereen, aber auch aus Tolos, Elyria und Neu Ghis und sogar aus Qarth stammen können. Die Galeeren aus Volantis erwähnt er nicht, obwohl auch sie vermutlich bereits den Golf der Trauer hinter sich gelassen haben. Victarion erklärt am Ende seiner Rede, dass jeder Eisenmann zwanzig Mal so viel wert sei wie ein Sklavenhändler, und dafür erntet er euphorisches Gebrüll und Geschrei. Dann führt er die sieben hübschesten Lustsklavinnen vor, küsst jede von ihnen auf die Wange und erklärt ihnen, dass ihnen nun eine große Ehre zuteil kommen werde, auch wenn sie seine Worte überhaupt nicht verstehen. Anschließend lässt er sie auf die Fischerketsch bringen, macht die Leinen los und setzt das Schiff in Brand, um die Mädchen sowohl R'hllor als auch dem Ertrunkenen Gott zu opfern. Nach der Opfergabe kommt ein heftiger Wind auf, der sie genau in die richtige Richtung nach Norden und Nordosten Richtung Meereen treibt, als würden die Götter antworten.

Victarion zeigt Moqorro das Horn DrachenbinderBearbeiten

In der folgenden Nacht holt Victarion zum ersten Mal das Drachenhorn hervor, das Euron in den Ruinen von Valyria gefunden und Victarion auf die Reise in die Sklavenbucht mitgegeben hat. Es ist ein zwei Meter langes, gewundenes Ding, glänzt schwarz und ist mit rot-goldenen Bändern und dunklem Valyrischem Stahl umspannt. Das Horn ist warm und so glatt, dass Victarion sein verzerrtes Spiegelbild darin sehen kann. Moqorro erklärt, dass die fremdländischen Zeichen auf den Bändern Valyrische Glyphen sind. Auf einem der Bänder steht der Name des Horns: Drachenbinder. Victarion erinnert sich daran, wie Eurons Mischlng Cragorn auf Alt Wiek beim Königsthing in das Horn geblasen hat und die Glyphen anfingen zu leuchten. Der Ton, den das Horn erzeugt hatte, war schrecklich anzuhören gewesen, und Cragorn war anschließend von innen heraus verbrannt und gestorben. Moqorro übersetzt zwei weitere Bänder: Kein Sterblicher soll mich erklingen lassen und weiterleben, und Blut für Feuer, Feuer für Blut. Victarion denkt, dass Euron ihn mit dem Horn verraten will, aber Moqorro rät ihm, dass er nicht selbst in das Horn blasen müsse, denn die Drachen würden allein dem Herrn des Horns dienen, notwendig sei aber, dass er sich das Horn zunächst mit Blut zueigen machen müsse.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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Siehe auchBearbeiten

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