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Cersei II ist das achtundzwanzigste Kapitel von Ein Tanz mit Drachen, dem zweiten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Cersei Lennister.

Zusammenfassung Bearbeiten

Cersei Lennister tritt ihren Bußgang von der Großen Septe von Baelor zum Roten Bergfried an und wird dafür entkleidet und am ganzen Körper geschoren. Lange bewahrt sie ihren Stolz, doch auf den letzten Metern bricht sie doch in Tränen aus. Als sie den Bergfried erreicht, empfängt sie Qyburn und dieser stellt ihr Ser Robert Kraft vor, das neueste Mitglied der Königsgarde.

SynopsisBearbeiten

Cersei bereitet sich auf ihren Büßergang vorBearbeiten

In der letzten Nacht ihrer Gefangenschaft kann Cersei Lennister nicht schlafen, denn sie fürchtet sich vor dem folgenden Tag, an dem sie nackt einen Bußgang quer durch die Stadt von der Großen Septe von Baelor zum Roten Bergfried absolvieren muss. Sie fürchtet den Zorn des Pöbels, auch wenn der Hohe Spatz ihr viele Wachen zugesichert hat. Sie muss an den Aufstand von Königsmund denken, der sich an dem Tag ereignet hatte, als Myrcella Baratheon nach Dorne geschickt worden war und an dem trotz unzähliger Goldröcke die Massen zur Königsfamilie durchgedrungen waren, den alten Hohen Septon in Stücke gerissen und Lollys Schurwerth ein halbes Hundert Mal vergewaltigt hatte. Cersei muss auch an ihre Kindheit denken, als sie und Jaime Lennister einmal eine Mutprobe an einem Löwenkäfig in Casterlystein veranstaltet hatten. Schon damals war sie mutiger gewesen als er, denn sie hatte im Gegensatz zu ihm sogar ihre Hand in den Käfig gesteckt und einen der Löwen berührt. Immer noch überlegt sie, ob es nicht einen anderen Weg gibt, der Zelle zu entkommen, auch wenn Ser Kevan Lennister und der Hohe Spatz ihr versichert hatten, dass es die einzige Möglichkeit sei. Sie vertraut allerdings keinem von beiden. Andererseits wagt sie es auch nicht, es auf einen Prozess ankommen zu lassen, so wie Margaery Tyrell es vor hat. Cerseis einzige Hoffnung ist ein Urteil durch Kampf, und dafür braucht sie einen Recken. Immer wieder muss sie an die Enttäuschung denken, dass Jaime mit Brienne von Tarth in den Flusslanden verschwunden ist, aber andererseits könnte er ohnehin nicht für sie kämpfen ohne seine Schwerthand. Cersei hofft, dass Tommen immer noch so brav ist und dass er ihrem Rat noch folgt, aber immerhin ist er nie so unberechenbar gewesen wie sein Bruder Joffrey Baratheon.

Als der Morgen graut, macht sie sich Mut, indem sie sich einredet, dass lediglich ihr Stolz leiden werde, ihr körperlich aber nichts geschehen kann. Dann wird sie abgeholt: ihre drei Kerkermeisterinnen Septa Unella, Septa Moelle und Septa Scolera werden begleitet von vier Novizinnen und zwei Schweigenden Schwestern, was Cersei Angst macht, denn diese kümmern sich normalerweise nur um die Toten. Septa Unella beruhigt sie, dann winkt sie die Novizinnen herbei, die Wasser, Seife, eine Schere und ein langes Rasiermesser bringen, um Cersei zu rasieren. Die ältere der Schweigenden Schwestern schneidet Cersei ihr blondes Haar ab und rasiert ihr anschließend den Kopf und alle anderen Stellen am Körper kahl. Anschließend kommt Cersei sich so nackt vor, wie eine Frau sich nur fühlen kann, und unwillkürlich muss sie leise lachen. Eine der Novizinnen reicht Cersei eine weiße Robe für den Gang durch die Große Septe, doch Sandalen für den Gang durch die Stadt werden ihr verwehrt.

Die Turmglocken läuten, um die Stadtbewohner aufzufordern, Zeuge ihres Bußgangs zu werden. Als sie durch die Große Septe rauscht, verstummen für einen Moment lang die unzähligen Betenden, die sich dort zur Morgenandacht versammelt haben. In der Halle der Lampen warten ein Dutzend Söhne des Kriegers auf Cersei, die Regenbogenmäntel, Silberharnische und Großhelme tragen. Ihr Hauptmann kniet vor Cersei nieder und stellt sich als Ser Theodan der Aufrichtige vor. Cersei blickt in die Gesichter der Wachen und erkennt dabei Lancel Lennister, ihren Vetter und Ser Kevans Sohn. Als Cersei sagt, dass sie bereit sei, lässt Ser Theodan zwei Wachen die Tore öffnen.

Cerseis BußgangBearbeiten

Draußen scheint die Sonne, doch weht auch ein böiger Wind, und Cersei riecht den vertrauten Gestank der Stadt. Als sie oben auf den Marmorstufen stehenbleibt, fällt ihr ein, dass Eddard Stark hier hingerichtet worden ist, und sie bereut, dass Joffrey dies damals veranlasst hat. Sie denkt, dass Joffrey ihn besser begnadigt und zur Nachtwache geschickt hätte, dann wäre Robb Stark Lord von Winterfell geworden, und sie hätten Sansa Stark als Geisel behalten können. So jedenfalls war damals der Plan gewesen, den Varys und Petyr Baelish ausgehandelt hatten, und Eddard Stark hatte zugestimmt. Sie hätten Sansa mit einem ihrer Vettern vermählen können, wobei sich Cersei daran erinnert, dass Kleinfinger damals angeboten hatte, sie zu heiraten. Auch an Janos Slynt und Ser Ilyn Payn muss sie nun denken, die Joffreys wahnwitzigen Befehl willfährig ausgeführt hatten.

Nun starrt der Pöbel sie an und nicht Eddard Stark. Der große Marmorplatz vor der Septe ist voller Menschen aller Schichten, und zwischen ihnen sieht sie lauter Arme Gefährten mit ihren schäbigen Waffen und Rüstungen. Cersei hebt den Kopf und schaut zu Aegons Hohem Hügel hinüber, wo sie die Türme und Zinnen des Roten Bergfrieds sehen kann. Septa Unella tritt vor und verkündet, dass sich Cersei aus dem Hause Lennister ihnen allen als Büßerin stellen wolle, denn sie habe sich der Lüge und der schweren Unzucht schuldig gemacht. Septa Moelle ergänzt, dass Cersei ihre Sünden gebeichtet habe und der Hohe Septon befohlen habe, dass sie ihren Stolz ablegen und so ihre Reue beweisen solle, und Septa Scolera schließt die Ansprache ab, indem sie erklärt, dass Cersei nun nackt und ohne Geheimnisse vor sie treten werde, um den Bußgang zu absolvieren. Cersei muss an die Erzählungen denken, die es in Casterlystein von der Mätresse ihres Großvaters gab, die ihr Vater sofort nach dem Tod Lord Tytos' durch die Straßen Lennishorts hatte jagen lassen. Auch sie war damals nackt gewesen, doch sie hatte angeblich gejammert und gefleht, als man ihr die Kleider abgenommen hatte. Cersei nimmt sich vor, all ihren Stolz zu bewahren.

Cersei lässt ohne Hast die Robe von ihren Schultern gleiten und muss ihre Hände zu Fäusten ballen, um ihre Scham nicht instinktiv zu bedecken. Der Pöbel beobachtet sie, wie sie die Marmorstufen hinabschreitet. Die Armen Gefährten bilden einen Fächer vor ihr, um die Menschen auseinander zu treiben, die Söhne des Kriegers bewachen ihre Flanken, und hinter ihr gehen die drei Septas und die vier Novizinnen. Als Erste beschimpft sie eine Frau als "Hure", doch Cersei zwingt sich, es zu überhören. Septa Scolera geht hinter ihr und ruft immer wieder die Worte "Schande" und "Schande über die Sünderin". Cersei schreitet über den glatten und kalten Marmorboden an der Statue von Baelor I. Targaryen vorbei. Die Beschimpfungen gehen weiter, und dann fliegt faules Gemüse knapp an ihrem Kopf vorbei.

Es dauert eine Ewigkeit bis zum Ende des Marmorplatzes, wo die Pflastersteine beginnen. Die Prozession wird sogar noch langsamer, als sie Visenyas Hügel hinabgehen, denn die Straßen sind steil und eng, und die Menge drängt sich eng zusammen. Cersei hält ihren Kopf erhoben, doch dann rutscht sie auf etwas aus und wäre fast gestürzt, hätte Septa Unella sie nicht am Arm gepackt. Ein Mann wirft einen Fleischspieß nach ihr, der sie am Bein trifft und eine Spur von Fett und Blut hinterlässt. Die Beschimpfungen werden lauter und heftiger, und manche rufen sogar nach Margaery Tyrell oder Stannis Baratheon. Von den Fenstern und Balkonen fliegen Essensreste, Eier, faules Obst und Bier in ihre Richtung, und dann trifft sie eine tote Katze mit solcher Wucht, dass der Kadaver aufplatzt und ihre Beine mit Eingeweiden und Maden besudelt. Auf halbem Weg den Hügel hinunter rutscht Cersei dann tatsächlich aus und schlägt sich das Knie auf, sodass Septa Unella ihr helfen muss. Als sie sich umblickt, ist die Große Septe noch sehr nah, und kurz verzweifelt Cersei, dann tritt Ser Theodan an sie heran und drängt sie weiterzugehen, denn die Menge wird unruhig. Er packt sie und zieht sie den Hügel hinab, was Cersei unverschämt findet. Dann tritt sie auf etwas Scharfes und schneidet sich die Ferse auf, sodass sie blutet.

Am Fuß des Hügels wird die Straße flacher und breiter, doch die Beschimpfungen gehen weiter. Langsam vernebeln sich die Gesichter vor Cerseis Augen, und ihr kommt es so vor, als sehe sie vertraute Menschen um sich herum: ihren Vater, Melara Heidewies, Eddard Stark, Sansa und auch Tyrion Lennister. Als sie denkt, Joffrey zu erblicken, stürzt sie ein zweites Mal und zittert stark, als sie wieder auf die Beine gezogen wird. Dann verliert sie schließlich doch die Nerven und fängt an zu flehen. Septa Unella versucht, ihr Mut zu machen, als sie den Fuß von Aegons Hohem Hügel erreicht haben. Ihr scheint es, als würden die Beschimpfungen hier noch heftiger werden. Sie zwingt sich, die Beleidigungen nicht persönlich zu nehmen, dabei muss sie sich aber auch eingestehen, dass sie sich tatsächlich alt und hässlich fühlt in ihrem nackten Körper ohne ihre drapierenden Kleider. Plötzlich scheint es ihr, als sehe sie Maggy, die alte Waldhexe, in der Menge. Jetzt kann Cersei auch ihre Tränen nicht mehr unterdrücken, obwohl sie es um jeden Preis vermeiden wollte zu weinen. Sie stößt einen Schrei aus, bedeckt ihre Blöße notdürftig mit ihren beiden Händen und stürzt nach vorne den Hügel hinauf, durch die Reihen der Armen Gefährten, doch stolpert und fällt sie zweimal, und am Ende krabbelt sie auf allen Vieren Richtung Burgtor des Roten Bergfrieds.

Cersei erreicht den Roten BergfriedBearbeiten

Dann teilt sich endlich die Menge und eine Reihe Rotröcke taucht vor ihr auf. Cersei hört Ser Kevan Befehle brüllen, dann kommen Ser Meryn Trant und Ser Boros Blount auf sie zumarschiert. Als Cersei nach Tommen fragt, erklärt Ser Kevan, dass ihr Sohn sie so nicht sehen sollte und daher nicht anwesend ist. Joslyn Swyft hüllt Cersei in eine weiche, saubere Decke, dann wird sie von zwei riesigen stählernen Armen hochgehoben, als wäre sie ein Kind, und zum Torhaus getragen. Der Ritter ist zweieinhalb Meter groß und hat einen riesenhaften Körper. Erstaunt erkennt Cersei, dass der Riese die Rüstung der Königsgarde trägt und schließt daraus, dass ihr Onkel sich an ihre Vereinbarung gehalten hat und Qyburn die Auswahl für den vakanten Platz in der Garde überlassen hat. Plötzlich ist Qyburn selbst bei ihnen und erklärt, wie erfreut er ist, sie wieder in der Burg zu wissen. Er stellt den Ritter als Ser Robert Kraft vor und erklärt, er habe ein Schweigegelübde abgelegt, das er so lange abhalten wolle, bis alles Böse aus dem Reich vertrieben sei und alle Feinde Cerseis tot seien. Cersei ist hochzufrieden.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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Siehe auchBearbeiten

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