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Tyrion I ist das dritte Kapitel von Ein Tanz mit Drachen, dem zweiten Teil des fünften Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Tyrion Lennister.

Zusammenfassung Bearbeiten

Die Selaesori Qhoran liegt wegen einer zweiwöchigen Flaute im Golf der Trauer fest. Tyrion Lennister und Hella versuchen, die Mannschaft mit einem Mimentjost aufzumuntern. Dann braut sich im Westen ein gewaltiger Sturm zusammen, der die Kogge fahruntüchtig macht und Teile der Mannschaft von Bord spült. Nach zwei weiteren Wochen werden die Überlebenden von einem Sklavenschiff entdeckt.

SynopsisBearbeiten

Tyrion und Hella reiten einen Mimentjost auf DeckBearbeiten

Seit zwölf Tagen dümpelt die Selaesori Qhoran ohne Wind im Golf der Trauer, und die Mannschaft ist inzwischen mehr als übel gelaunt. Teile der Mannschaft geben Tyrion Lennister die Schuld an der Flaute und behaupten, das Zwergenglück habe sie verlassen, und nur noch wenige reiben ihm den Kopf, vielmehr bedecken sie ihn inzwischen mit finsteren Blicken. Tyrion hat sich daher von Hella dazu überreden lassen, an Deck der Selaesori Qhoran auf dem Schwein Hübsche gegen Hella und ihren Hund Knirsch einen Mimentjost zu reiten, um die Mannschaft des Schiffs aufzumuntern und ihren Zorn auf die beiden Zwerge zu mildern. Als er auf das Schwein steigt, muss er feststellen, dass Hübsche ein ruhiges Temperament hat. Geduldig lässt Hübsche Tyrion aufsteigen und nach Schild und Lanze greifen, und als er ihr die Füße in die Seite drückt, setzt sie sich sofort in Bewegung. Für einen absurden Moment lang kommt sich Tyrion vor wie Jaime Lennister, doch dann setzt das Gelächter der Seeleute ein, und Tyrion muss augenblicklich an seinen Vater Tywin Lennister und an Joffrey Baratheon denken. Dann sieht er Hella auf Knirsch ihnen entgegenreiten, und er treibt Hübsche an, schneller zu laufen. Hellas Lanze trifft wie geplant Tyrions Schulter und hebt ihn aus dem Sattel, doch bei dem Sturz beißt er sich ordentlich auf die Zunge und schmeckt Blut im Mund. Der Beifall der Mannschaft ist verhalten, und manch einer ruft Tyrion sogar Beleidigungen zu.

Wegen der Holzrüstung schafft es Tyrion nicht, alleine wieder auf die Beine zu kommen, und so muss ihm schließlich Ser Jorah Mormont helfen. Jorah findet, dass sich Tyrion ordentlich zum Narren gemacht hat, sagt aber auch, dass er schon schlechtere Männer beim Tjost gesehen habe. Inzwischen ist Hella bei ihnen und erklärt, dass es nur darauf ankomme, die Leute zum Lachen zu bringen, und nicht um den eigentlichen Kampf. Sie tröstet Tyrion, dass sie Silber erhalten werden, wenn sie ihre Kunststücke vor Daenerys Targaryen vorführen werden. Inzwischen fordern einige Seemänner lauthals eine Zugabe. Dann erscheint allerdings der Maat und ruft die Mannschaft wie schon an den vergangenen Tage in die Boote, um die riesige Kogge rudernd weiter in den Norden zu schleppen, wo der Kapitän auf Wind hofft. Die Mannschaft hasst das Rudern, weil es sehr mühselig ist.

Hella führt die beiden Tiere in ihre Kabine und Ser Jorah hilft Tyrion widerwillig aus dessen Rüstung. Dabei rät Ser Jorah Tyrion, gut auf Hella aufzupassen, denn er hat gehört, wie die Mannschaft sich darüber ausgelassen hat, dass man das Schwein und auch den Hund gut braten könne. Verwundert stellt Ser Jorah dann fest, dass Tyrion tatsächlich beabsichtigt, Daenerys mit dem Tjost bei Laune zu halten, um sein Leben ein wenig zu verlängern. Er erklärt, dass Daenerys kein dummes Mädchen sei, sondern dass sie ihn wegen seiner Verbrechen bestrafen werde. Tyrion macht Jorah darauf aufmerksam, dass er es war, der Daenerys ausspioniert hat. Tyrion legt Ser Jorahs Plan offen, denn er hat ihn schon lange durchschaut, und dann erklärt er ihm, dass er nicht wie Jaime Aerys II. Targaryen, sondern lediglich seinen eigenen Vater umgebracht habe, was in Daenerys' Augen kein Verbrechen darstellen dürfte. Er empfiehlt Jorah daher, es auch einmal auf dem Schwein zu versuchen und will ihn gerade als Florian den Narr verspotten, da schlägt der Ritter Tyrion mit aller Wucht ins Gesicht, sodass ihm ein Zahn herausbricht. Tyrion weiß nun, dass er mit seiner Vermutung richtig liegt. Ser Jorah droht Tyrion, ihm für den Rest der Reise aus dem Weg zu gehen, und dazu soll er sich auch eine neue Schlafstelle suchen.

Tyrion schleppt sich in die Küche, um seinen Mund mit Rum auszuwaschen, als Hella erscheint und sich nach ihm erkundigt. Sie rügt ihn, dass er besser aufpassen solle, denn die großen Menschen können ihnen sehr weh tun. Ser Jorah etwa hätte ihn auch über Bord werfen können, und die Mannschaft hätte vermutlich nur belustigt zugesehen. Sie unterhalten sich eine Weile über ihre Väter und die Liebe im Allgemeinen, und als Tyrion Hella gerade heraus fragt, ob sie noch Jungfrau sei, antwortet sie, dass sie das selbstverständlich noch sei und deutet an, dass niemand sich auf sie einlassen würde. Tyrion empfiehlt ihr, es dabei zu belassen, denn Liebe sei Wahnsinn. Er erzählt Hella, dass Ser Jorah hofft, Daenerys würde ihm vergeben.

Ein Sturm zieht aufBearbeiten

Plötzlich spüren sie, wie sich das Schiff langsam bewegt, und Hella stürmt nach oben auf Deck, gefolgt von Tyrion. An Deck sind die Seemänner schon damit beschäftigt, Leinen zu ziehen und den Befehlen der Maate zu folgen. Schwacher Wind aus Westen bläht die Segel langsam auf, während die Ruderboote zum Schiff zurückkehren. In Tyrion keimt die Hoffnung auf, doch noch nach Meereen zu gelangen, doch als er vom Achterdeck aus nach Westen blickt, entdeckt er ein dickes Wolkenband in ungewöhnlichen Farben. Moqorro gesellt sich überraschenderweise mit zwei seiner Flammenden Hände zu ihnen. Normalerweise sieht man sie nicht vor der Abenddämmerung, und jetzt ist es erst Mittag. Moqorro deutet auf den Sturm und erklärt, dass das R'hllors Zorn sei, denn der Rote Gott ließe sich nicht verspotten.

Drei Stunden fahren sie vor dem Wind her, bevor der Sturm das Schiff erreicht. Der Sturm ist ungleich größer als der erste Sturm, den sie auf dem Schiff erlebt haben, der fast schon angenehm und reinigend gewesen war. Tyrion führt Hella in ihre Kabine, als die ersten Blitze das Schiff erreichen. Hübsche und Knirsch spielen verrückt vor Angst in der Kabine, und Hella versucht vergeblich, sie zu beruhigen. Der Hund bellt ununterbrochen, und das Schwein hat die gesamte Kabine vollgeschissen. Tyrion sichert einige losen Dinge mit Seilen, dann schlägt er vor, etwas zu spielen, um sich abzulenken, denn auch Hella hat große Angst. Er schlägt Komm-in-meine-Burg vor, doch dann fällt ihm auf, dass Hella das Spiel nicht kennen kann, da es nur Hochgeborene spielen und man dafür Kenntnisse in der Heraldik Westeros' benötigt. Tyrion entschuldigt sich dafür, dass ihm kein weiteres Spiel einfällt, aber Hella packt ihn einfach und küsst ihn stattdessen. Es ist ein unbeholfener Kuss, und Tyrion begehrt Hella nicht im Geringsten, aber er will sie auch nicht verletzen. Als er ihr in die Augen sieht, merkt er, dass auch sie ihn nicht begehrt, und sie stammelt, dass sie nicht sterben wollte, ohne jemals jemanden geküsst zu haben. Tyrion entschuldigt sich damit, dass er verheiratet sei, dann erzählt er ihr von Lady Sansa Stark, die sie auf dem Hochzeitsfest gesehen hat.

Der Sturm wütet den gesamten Tag bis in die Nacht hinein, und mehrmals denkt Tyrion, dass das Schiff sinkt, doch sie haben Glück. Später erfährt Tyrion, dass ein Maat und zwei Seeleute über Bord gespült wurden, der Koch von einem umherfliegenden Topf mit heißem Fett geblendet wurde und der Kapitän sich bei einem Sturz vom Achterdeck beide Beine gebrochen hat. Gegen Mitternacht wagt sich Tyrion auf Deck, doch was er sieht, ist wenig beruhigend. In allen vier Himmelsrichtungen tobt der Sturm weiter um sie herum. Moqorro steht mit seinem Stab auf dem Vorderdeck und brüllt ein Gebet in den Sturm hinaus, während mittschiffs zwei Flammende Hände und mehrere Seeleute versuchen, ein Knäuel Seile zu entknoten. Urplötzlich kehrt der Sturm mit aller Wucht zurück, und Tyrion kann sich gerade noch rechtzeitig an der Reling festhalten. Er sieht, wie grüne Flammen aus Moqorros Stab in den Himmel schießen, dann setzt heftiger Regen ein, der wie eine Wand aus Wasser ist. Tyrion sieht das Segel und zwei Männern an den Tauen an ihm vorbeifliegen, und einen Moment später hört er den Mast brechen. Tyrion versucht, sich zur rettenden Luke vorzukämpfen, wird aber vom Wind in die Reling gepresst, dann treffen ihn Holzsplitter vom Mast an Wade und Hals.

Als der zweite Sturm schließlich zu Ende geht, ist die Selaesori Qhoran nur noch ein Wrack. Der Rumpf ist an Dutzenden Stellen gebrochen, der Mast besteht nur noch aus einem gesplitterten Rest, und das Schiff liegt viel zu tief im Wasser, zudem noch um zehn Grad nach Backbord geneigt. Insgesamt werden neun Männer vermisst, darunter ein Maat, zwei Flammende Hände und Moqorro. Als Tyrion Ser Jorah trifft, beschwert er sich über die Prophezeiung der Witwe vom Hafen, die gesagt hatte, dass das Schiff Qarth nie erreichen werde.

Die Selaesori Qhoran treibt über das MeerBearbeiten

Der Kapitän stirbt am folgenden Tag, der Koch drei Tage später, aber der restlichen Mannschaft gelingt es immerhin, das Schiff über Wasser zu halten. Der Maat, der das Kommando übernommen hat, schätzt, dass sie sich auf Höhe der Südspitze der Zederninsel befinden. Sie lassen Boote zu Wasser, die das Schiff nach Norden ziehen sollen, aber ein Boot sinkt augenblicklich und das andere schneidet die Seile durch und verschwindet alleine nach Norden. 19 Tage treiben sie über das Meer, und die Vorräte und das Wasser schwinden dahin. Tyrion bringt Hella Essen in die Kabine, nebenbei untersucht er regelmäßig seine Wunde an der Wade, und Ser Jorah verbringt den ganzen Tag damit, sein Schwert zu schärfen. Die drei restlichen Flammenden Hände entzünden jeden Abend ihr Abendfeuer, doch behalten sie dabei ihre Rüstungen an und ihre Speere in Griffweite. Hella schlägt vor, noch einmal einen Tjost für die Mannschaft zu reiten, aber Tyrion will die Seemänner lieber nicht daran erinnern, dass sie ein Schwein an Bord haben, auch wenn es schon wesentlich dünner geworden ist. In der folgenden Nacht träumt er von Königsmund und der Armbrust, allerdings erschießt er statt seinen Vater Hella.

Durch Geschrei wird Tyrion schließlich geweckt, und einen Augenblick lang denkt er, er sei wieder auf der Scheuen Maid. Er erinnert sich an Lemores herrlichen Anblick nach ihrem morgendlichen Bad in der Rhoyne, doch der Geruch des Schweinekots in der Kabine holt ihn wieder in die Realität zurück. Tyrion spürt, dass etwas an Deck vor sich geht, also geht er nachschauen. Hella ist schon oben und ruft voller Aufregung, dass sie ein Segel am Horizont entdeckt hat, das auf sie zuhält. Tyrion packt sie, küsst sie auf die Wange, die Stirn und auf den Mund, dann fragt er Ser Jorah, was das für ein Schiff sei. Ser Jorah erklärt mit emotionsloser Stimme, dass es ein Sklavenschiff sei.

Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

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Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

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Siehe auchBearbeiten

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