Die geheime Belagerung (engl.: secret siege) war eine Auseinandersetzung zwischen dem Eisernen Thron und einer Gruppe Verschwörer am Hof während der Regentschaft für den minderjährigen König Aegon III. Targaryen. Der König zog sich dabei im Jahre 135 n. A. E. zusammen mit seinem Bruder Viserys Targaryen sowie weiteren Vertrauten tagelang in den Schutz von Maegors Feste zurück, welche in dieser Zeit durch die Verschwörer von der Außenwelt abgeschnitten wurde, ohne dass die Bevölkerung Königsmunds oder der Rest der Sieben Königslande Kenntnis davon hatte.[1]
Hintergrund[]
Im Jahre 134 n. A. E. kehrte König Aegons III. Bruder Prinz Viserys Targaryen aus seiner Gefangenschaft in Lys in Begleitung seiner Gemalin Larra Rogare sowie drei ihrer Brüder nach Westeros heim. Im Streit über die Höhe des Lösegeldes trat die Hand Lord Unsieg Gipfel von seinem Amt zurück und verließ Königsmund. Lord Thaddeus Esch trat die Nachfolge an, aber viele Vertraute von Unsieg verblieben auf ihren Posten.[2] Im Verlauf des Lysenischen Frühlings erlangten die Rogares auch in den Sieben Königslanden großen Einfluss, was ihnen den Argwohn anderer Angehöriger des Königshofes einbrachte.[1]
Im Jahre 135 n. A. E. kam es zu einem Giftanschlag auf das Königspaar, dem Aegons III. Freund Gaemon Hellhaar zum Opfer fiel, während Königin Daenaera Velaryon knapp überlebte. Die Schuldigen konnten allerdings nicht ermittelt werden. Kurz darauf übertrug Lord Thaddeus Esch Moredo Rogare den Befehl über eines der Heere, welche den Erbfolgekonflikt im Grünen Tal infolge des Tods von Lady Jeyne Arryn beenden sollten. Thaddeus' Gegner sahen in dieser unpopulären Entscheidung den Beweis dafür, dass sich die Hand an die Rogares verkauft habe.[1]
Sardoq der Schatten gegen Ser Amalrich Gipfel
(von Ertaç Altınöz ©Ten Speed Press)
Nach dem Sturz der Rogares und dem Zusammenbruch der Bank Rogare in Lys wenig später ging eine Gruppe Verschwörer, der vor allem Vertraute der ehemaligen Hand Unsieg Gipfel angehörten, gegen die Rogares in Königsmund vor. Lotho und Roggerio Rogare sowie Thaddeus Esch wurden auf Betreiben von Ser Marsten Wasser, dem Lord Kommandanten der Königsgarde, und Ser Lukas Flurgut, dem Kommandanten der Stadtwache, ergriffen und eingesperrt. Ser Marsten übernahm daraufhin das Amt der Hand des Königs. Als Ser Amalrich Gipfel vor Maegors Feste erschien, um Prinz Viserys Targaryens Gemahlin Larra Rogare ebenfalls in Gewahrsam zu nehmen, verweigerten der Prinz und König Aegon die Herausgabe. Weil Ser Amalrich und seine Männer dennoch über die Zugbrücke vordrangen, wurden sie allesamt von Larras Leibwächter Sardoq dem Schatten getötet. Anschließend befahl der König, die Zugbrücke hochzuziehen, die Fallgitter herunterzulassen und die Tore zu verriegeln.[1]
Verlauf[]
Insgesamt achtzehn Tage lang blieb König Aegon in Maegors Feste. Bei ihm befanden sich seine Gemahlin Daenaera Velaryon, sein Bruder Viserys, dessen Gemahlin Larra Rogare und Bedienstete des Königs, darunter der Hofnarr Pilz, sowie einige Getreue von Thaddeus Esch. Die einzigen Krieger waren Sardoq der Schatten und weitere sechs Männer von Larra. Diese verletzten den Königsgardisten Ser Raynard Ruskyn in der Feste zu Beginn der Auseinandersetzung und nahmen ihn gefangen. Laut Pilzens Zeugnis legten Daenaeras Damen Kettenhemden and und bewaffneten sich mit Speeren, um den Anschein zu erwecken, dass mehr Männer zur Verteidigung bereitstünden. Die Gemeinschaft verfügte nur über einen eingeschränkten Vorrat an Lebensmitteln. Unterdessen stand der Rote Bergfried unter der Kontrolle von Ser Marsten und die Stadt wurde von Ser Lukas Flurgut gehalten.[1]
Am ersten Morgen traten Marsten und Lukas vor Maegors Feste und verlangten Aegons Herauskommen, während die von Sardoq erschlagenen Männer aus dem Burggraben geborgen wurden. Der König ließ sich aber nicht davon überzeugen, dass die Verschwörer in seinem Sinne handelten, und verweigerte die folgenden zwei Tage jedes Gespräch. Am vierten Tag erschien Marsten mit Großmaester Munkun, welcher ebenfalls keinen Erfolg mit seinen Bitten hatte. Viserys forderte den Großmaester im Gegenzug auf, "eintausend Raben" auszusenden, damit das Reich von der Belagerung erführe, doch dieser ging nicht darauf ein. Es folgten weitere Versuche von Munkun, Marsten, Septon Bernhard und Ser Gareth Lang, die allesamt daran scheiterten, Aegon zur Aufgabe zu bewegen. Es gibt verschiedene Erklärungsansätze dafür, warum Marsten die Feste nicht erstürmen ließ. Manche behaupten, hinter seiner Zögerlichkeit habe einfach Feigheit gestanden, was Erzmaster Gyldayn für unwahrscheinlich hält. Gelegentlich wird auch verbreitet, dass Aegon oder Viserys damit gedroht hätten, den gefangenen Ser Raynard Ruskyn beim ersten Anzeichen eines Angriffs zu hängen. Dies wird in Pilzens Zeugnis "eine niederträchtige Lüge" genannt. Gyldayn glaubt, Marsten habe seine Ehre nicht mit einem Angriff auf seinen König beschmutzen wollen und daher auf Verhandlungen und die schlechte Versorgungslage der Verteidiger gesetzt.[1]
Am zwölften Tag wurde Lord Thaddeus Esch vorgeführt, welcher ein blau geschwollenes Gesicht hatte und dem Zähne fehlten. Septon Bernhard listete die Verbrechen auf, welche ihm zur Last gelegt wurden und die er laut Marsten Wasser gestanden hatte. Der schlimmste Vorwurf betraf das angebliche Komplott mit den Rogares, um König Aegon und Königin Daenaera zu vergiften und so Viserys und seiner Gemahlin Larra den Weg zur Herrschaft zu bereiten. Viserys konnte allerdings aufzeigen, dass Thaddeus durch die vorangegangene Folter durch Lord Georg Gnadenfurt gebrochen war und seine vermeintlichen Geständnisse wertlos waren. König Aegon befahl Marsten daraufhin die Ergreifung von Lord Georg und der Lord Kommandant kam der Aufforderung nach, was zum Zusammenbruch der Verschwörung führte. Thaddeus wurde ebenso wie seine eingesperrten Gefolgsleute wieder freigelassen. Lord Georg bezichtigte zahlreiche Angehörige des Hofes der Mittäterschaft, darunter den verstorbenen Ser Amalrich Gipfel und Ser Mervyn Blumen von der Königsgarde, Tessario den Tiger, Septon Bernhard, Ser Gareth Lang, Ser Viktor Reisig und Ser Lukas Flurgut nebst sechs von sieben Hauptleuten der Stadttore. Ser Marsten, dessen Namen ebenfalls fiel, wurde von Mervyn Blumen tödlich verletzt, welcher seinerseits auf der Flucht erschlagen wurde. Lukas Flurgut leistete mit einigen Männern Widerstand und kam dabei ums Leben, drei Hauptleute der Stadtwache ergriffen die Flucht. Die restlichen Verschwörer wurden eingesperrt. Bei den Befragungen kam heraus, dass sie das Königspaar und Lady Larra hatten töten wollen, um dann den neuen König Viserys mit einer Westerosi zu verheiraten. Obwohl Lord Unsieg Gipfel als Drahtzieher vermutet wurde, konnte seine Beteiligung nie bewiesen werden.[1]
Aegon III. ließ die Zugbrücke von Maegors Feste erst sechs Tage später wieder runter, nachdem Großmaester Munkun Nachricht an vierzig treue Lords geschickt hatte, nach Königsmund zu kommen. Die Vorräte in der Feste waren derweil so knapp geworden, dass sich Königin Daenaera nachts in den Schlaf weinte und zwei ihrer Damen, vom Hunger geschwächt, beim Überqueren des Burggrabens gestützt werden mussten.[1]
Folgen[]
Lord Thaddeus Esch kehrte kurzzeitig in das Amt der Hand des Königs zurück, hatte aber mit den Folgen der Folter zu kämpfen und wurde daher bis zum Jahresende durch Großmaester Munkun ersetzt.[1]
Zu Beginn des Jahres 136 n. A. E. trafen zahlreiche Lords in Königsmund ein und hielten eine große Versammlung ab, auf der neue Regenten bestimmt und weitere Ämter vergeben wurden. Die neue Hand Lord Torrhen Manderly führte anschließend Prozesse gegen die verbliebenen Verschwörer durch. Die meisten zogen den Beitritt zur Nachtwache der Hinrichtung vor, nur Ser Viktor Reisig forderte ein Urteil durch Kampf und wurde erschlagen.[1]
Siehe auch[]
- Secret siege im Wiki of Ice and Fire (englisch, Spoiler zu The Winds of Winter möglich)