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R'hllor ist auch bekannt als Herr des Lichts, Herz des Feuers, Gott von Flamme und Schatten[1] In Essos ist er ein sehr beliebter Gott, wohingegen er in Westeros nur wenige Anhänger hat. Hier ist er bekannt unter dem Namen Roter Gott.[2]

Glaube

Melisandre erklärt Ser Davos Seewert, wie die Welt nach ihrer Vorstellung beschaffen ist: die Nacht sei finster und voller Schrecken, während der Tag hell und wunderschön ist und voller Hoffnung. Alles in der Welt ist entweder schwarz oder weiß, Eis oder Feuer, Hass oder Liebe, bitter oder süß, gut oder schlecht, Tod und Leben. Es herrsche ein Krieg zwischen diesen beiden einzigen Mächten. Mächten, die es seit Anbeginn der Zeit gebe: auf dessen einen Seite stehe R'hllor, der Herr des Lichts, das Herz des Feuers, der Gott von Flamme und Schatten, und auf der anderen Seite der Große Andere, dessen Name nicht ausgesprochen werden darf, der Herr der Finsternis, die Seele des Eises, der Gott von Nacht und Schrecken. Jeder Mensch müsse sich entscheiden, auf welcher Seite er in diesem Krieg stehe.[3]

Laut einer antiken Prophezeiung aus den Büchern von Asshai kann einzig der Messias Azor Ahai mit seinem brennenden Schwert Lichtbringer, dem Schwert der Helden, den Krieg beenden. Melisandre erwähnt eine Prophezeiung: "Wenn der rote Stern blutet und die Dunkelheit wächst, wird Azor Ahai inmitten von Rauch und Salz wiedergeboren werden, um die Drachen aus dem Stein zu erheben." Sie denkt, dass Drachenstein der Ort von Rauch und Salz sei und Stannis der Krieger des Feuers.[3]

George R. R. Martin gab an, dieser Glaube basiere grob auf der Feuerverehrung des Zoroastrismus. Auch die dualistische Vorstellung eines guten und eines bösen Gottes stammen aus der Religion des Zoroastrismus. 

Klerus

Die Geistlichen des Kultes um R'hllor werden Rote Priester genannt, benannt nach dem langen, roten Umhang, den sie gewöhnlich tragen. Rote Priester können sowohl männlich als auch weiblich sein. Akolythen tragen Gewänder aus hellem Gelb und leuchtendem Orange.[4]

In Essos, wo der Glaube an R'hllor weit verbreitet ist, kann man sie in jeder Stadt finden, wohingegen sie in Westeros nur selten zu sehen sind. Hin und wieder werden Kinder in die Tempel aufgenommen, um sie in die Priesterschaft aufzunehmen und im Glaube des roten Gottes zu unterweisen. Andere Kinder werden als Tempelprostituierte oder Krieger ausgebildet. Diese Krieger beschützen die größeren Tempel und werden auch die Feurige Hand genannt.

Bekannte Rote Tempel

Bekannte Rote Priester

Rituale

Nachtgebet

Die Roten Priester zünden ihre Feuer jeden Tag bei Sonnenuntergang an, um R’hllor für den gerade zu Ende gegangenen Tag zu danken und ihn zu bitten, am Morgen erneut die Sonne zu schicken und die Finsternis zu vertreiben.[5]

Davos Seewert wird auf Drachenstein Zeuge eines Abendgebets, das vor einem Nachtfeuer von Melisandre gesungen wird:

"Führe uns aus der Dunkelheit, o mein Herr. Erfülle unsere Herzen mit Feuer, damit wir deinem leuchtenden Pfad folgen können. R’hllor, du bist das Licht in unseren Augen, das Feuer in unseren Herzen, die Hitze in unseren Lenden. Dein ist die Sonne, die unsere Tage erwärmt, dein sind die Sterne, die uns durch das Dunkel der Nacht geleiten." Die Gläubigen antworten: "Herr des Lichts, beschütze uns. Die Nacht ist dunkel und voller Schrecken." Dann singt die Rote Priesterin weiter: "R’hllor, der du uns Odem geschenkt hast, wir danken dir. R’hllor, der du uns den Tag geschenkt hast, wir danken dir", worauf die Gläubigen antworten: "Wir danken dir für die Sonne, die uns wärmt. Wir danken dir für die Sterne, die über uns wachen. Wir danken dir für die Herde und für die Fackeln, die uns vor der grimmigen Dunkelheit behüten." Melisandre singt: "Wir danken dir für Stannis, der unser König ist von deiner Gnade. Wir danken dir für das reine weiße Feuer seiner Güte, für das Rote Schwert der Gerechtigkeit in seiner Hand, für die Liebe, die er für sein treues Volk empfindet. Führe ihn und beschütze ihn, R’hllor, und gewähre ihm die Kraft, seine Feinde zu zerschmettern." Die Gläubigen antworten: "Gewähre ihm Kraft, Gewähre ihm Mut. Gewähre ihm Weisheit."[5]

Die Gebete enden oft mit dem heiligen Refrain denn die Nacht ist dunkel und voller Schrecken.[6]

Prophezeiungen

Nach Vorstellung von Melisandre ist Feuer ein lebendiges Wesen. Fortwährend bewegt es sich, fortwährend wandelt es sich, wie ein Buch, dessen Lettern tanzen und springen, noch während man sie lesen will. Es bedarf jahrelanger Übung, um die Formen hinter den Flammen zu erkennen, und weitere Jahre, um zu unterscheiden, was sein wird, was sein könnte oder was war, und sogar danach ist es sehr schwer.[5]

Verbrennungen

Verbrennungen gehören zu den zentralen Ritualen, so berichtet Salladhor Saan, dass es ihn Lys ständig Verbrennungen irgendwelcher Dinge gebe und dass sie ihn langweilen.[6]

Tod

Jaqen H'ghar erklärt Arya Stark, nachdem sie ihn und zwei seiner Kumpanen vor dem sicheren Feuertod gerettet hat, dass sie R'hllor nun drei Leben schulde. Er bietet an, diese Schuld für Arya zu begleichen[2]

Der Letzte Kuss/ Wiederbelebung

Thoros von Myr erklärt Arya Stark das Ritual des "Letzten Kusses": Als sich Lord Beric Dondarrions zermalmte Brust nicht mehr regte, gab er ihm den Kuss des guten Gottes, um ihn auf seine Reise zu schicken. Thoros füllte seinen Mund mit Feuer und hauchte ihm die Flammen ein, durch die Kehle hinein in die Lunge und ins Herz und in die Seele. Dann spürte er das Schaudern des Toten, den das Feuer erfüllt, und er sah, wie er seine Augen aufschlug.[7]

Geschichte

Der Glaube an R'hllor ist ein kultureller Bestandteil von Essos.

Mittlerweile ist er auch in Westeros verbreitet, wenngleich nur sporadisch, wie etwa an einem kleinen Tempel am Kai von Altsass.[8]

Siehe auch

Quellen

Einzelnachweise

  1. Der Thron der Sieben Königreiche, III-Prolog (Cressen)
  2. 2,0 2,1 Die Saat des goldenen Löwen, IV-Arya I
  3. 3,0 3,1 Sturm der Schwerter, V-Davos III
  4. Der Sohn des Greifen, IX-Tyrion VII
  5. 5,0 5,1 5,2 Die Königin der Drachen, VI-Davos II
  6. 6,0 6,1 Der Thron der Sieben Königreiche, III-Davos
  7. Die Königin der Drachen, VI-Arya I
  8. Zeit der Krähen, VII-Prolog (Pat)
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