FANDOM


Davos III ist das fünfundzwanzigste Kapitel von Sturm der Schwerter, dem ersten Teil des dritten Bandes der Das Lied von Eis und Feuer-Reihe. Der POV-Charakter des Kapitels ist Davos Seewert.

Zusammenfassung Bearbeiten

Ser Davos Seewert befindet sich in einem der warmen und tieferen Kerker von Drachenstein. Melisandre besucht den Zwiebelritter und erklärt ihm die Welt aus Sicht von R'hllor, um ihn vor die Wahl zu stellen, ob er auf der Seite des Lichts oder auf der der Dunkelheit steht. Drei Tage später wird Lord Alester Florent in eine der Zellen gebracht. Er wird des Verrats bezichtigt, weil er Stannis Baratheon vorgeschlagen hatte, Joffrey Baratheon Friedensbedingungen zukommen zu lassen.

Synopsis Bearbeiten

Davos sitzt im Kerker von DrachensteinBearbeiten

Davos Seewert sitzt in einer Kerkerzelle unterhalb von Drachenstein. Es ist dunkel und feucht und voller Ratten. Die Wände allerdings sind warm, und Davos erinnert sich daran, dass er einmal gehört hat, dass je tiefer die Zellen liegen, desto wärmer sind die Wände. Als er in die Zelle gebracht worden war, war er noch sehr krank und schwach gewesen: zu seinem Husten hatte sich ein Fieber eingestellt, und seine Lippen bekamen Blasen. Trotz der Wärme hatte er Schüttelfrost gehabt und geglaubt, er werde bald sterben. Dann aber war Maester Pylos gekommen, um ihn unter anderem mit Mohnblumensaft zu pflegen, und nun ist er schon wieder viel stärker. Zwei Wärter sind ihm zugeteilt: ein gedrungener bringt ihm täglich Haferbrei, manchmal gesüßt, und der andere, der etwas älter ist ungewaschen und bringt ihm das Abendessen, das aus Eintopf, Fleisch oder fettigem Neunauge besteht. Sie verraten Davos ihre Namen nicht, reden ohnehin kein Wort mit ihm und so nennt Davos sie Haferbrei und Neunauge. Obwohl er weiß, dass er keine Antworten bekommt, spricht er die Kerkermeister bei jedem Essen an und fragt sie nach Stannis Baratheon oder dem Verlauf des Kriegs. Er fragt nach seinem Sohn Devan Seewert, nach Sharin Baratheon und nach Salladhor Saan, nach dem Wetter und nach der Meerenge. Sie antworten nie, aber Haferbrei blickt ihn immerhin manchmal an, weshalb Davos ihn ein wenig mag als Neunauge. Davos erkennt, dass sie ihn am Leben lassen, aber das hatten sie mit Lord Gunter Sonnglas und Ser Hubbard Ramton und seinen Söhnen auch getan.

Melisandre besucht DavosBearbeiten

Melisandre erscheint an einem Abend nach dem Essen, um ihn zu besuchen. Sie erkundigt sich nach seinem Befinden, und er sagt, ihm fehle sein König und sein Sohn, dann fragt er sie offen heraus, ob sie gekommen sei, um ihn zu verbrennen. Sie deutet auf die einzige Fackel. die vor der Zelle an der Wand hängt, und fragt Davos, ob sie sie löschen soll, denn sie sei die einzige Gabe von R'hllor an diesem dunklen Ort. Davos sagt, dass er die Fackel bräuchte, und Melisandre antwortet, dass sie wie die Fackel sei, ein Werkzeug R'hllors, und sie seien da, um die Dunkelheit fernzuhalten. Davos entgegnet, dass er sie für die Mutter der Dunkelheit hält, seit er den Schatten gesehen hat, den sie unter Sturmkap geboren hat. Melisandre sagt, dass Schatten nur durch Licht erzeugt werden können, gesteht aber, dass Stannis Baratheons Lebensenergie zu schwach sei, um weitere Schatten zu kreieren. Davos aber könne seinem König dienen, indem er zu ihr in ihre Kammer käme, dann könne sie ihm unbekannte Lust gewähren und einen weiteren Schatten kreieren. Davos weicht zurück und sagt, er wolle nichts mit ihrem Gott zu tun haben. Dann bittet er die Sieben um Unterstützung.

Melisandre fordert Ser Davos heraus, die Augen zu öffnen und zu erkennen, wie die Welt beschaffen ist: sie erklärt ihm, dass die Nacht finster sei und voller Schrecken, während der Tag hell und wunderschön ist und voller Hoffnung. Alles in der Welt ist entweder schwarz oder weiß, Eis oder Feuer, Hass oder Liebe, bitter oder süß, gut oder schlecht, Tod und Leben. Es herrsche ein Krieg zwischen diesen beiden einzigen Mächten Mächten, die es seit Anbeginn der Zeit gebe: auf dessen einen Seite stehe R'hllor, der Herr des Lichts, das Herz des Feuers, der Gott von Flamme und Schatten, und auf der anderen Seite der Große Andere, dessen Name nicht ausgesprochen werden darf, der Herr der Finsternis, die Seele des Eises, der Gott von Nacht und Schrecken. Jeder Mensch müsse sich entscheiden, auf welcher Seite er in diesem Krieg stehe, und Melisandre fragt Davos, welche Seite er wählt. Dabei reicht sie durch die Gitterstäbe und legt ihm drei Finger auf die Brust. Davos erwidert, dass er sich nicht sicher ist und sein Herz voller Zweifel, und Melisandre erklärt, dass es gut sei, dass er die Wahrheit gesprochen habe, weil sie eine Lüge bemerkt hätte. Sie fragt ihn, warum er sie töten wollte, und er entgegnet, dass er erst wissen wolle, wer ihn verraten hat. Er selbst denkt, dass es Salladhor Saan war, auch wenn er hofft, dass es nicht so ist. Melisandre behauptet, sie habe seine Absichten in den Flammen gesehen. Sie behauptet, Stannis sei von R'hllor erwählt worden, und dass sie ihn in den Flammen gesehen habe, wie er gegen die Dunkelheit gekämpft habe. Als Davos fragt, warum Stannis die Schlacht am Schwarzwasser dann verloren habe, wenn sie den Ausgang in den Feuern habe sehen müssen, antwortet sie, dass Stannis von Ungläubigen umgeben gewesen sei und er einen Fehler gemacht habe, sie nicht mitzunehmen in die Schlacht, sonst hätte sie einen anderen Ausgang genommen. Sie erwähnt eine Prophezeiung: "Wenn der rote Stern blutet und die Dunkelheit wächst, wird Azor Ahai inmitten von Rauch und Salz wiedergeboren werden, um die Drachen aus dem Stein zu erheben."[A 1] Sie denkt, dass Drachenstein der Ort von Rauch und Salz sei und Stannis der Krieger des Feuers. Melisandre verlässt Davos und sagt ihm, er solle darüber nachdenken, was sie gesagt hat. Als Zeichen der Gnade ließe sie die Fackel brennen.

Lord Alester Florent wird ebenfalls in den Kerker gesperrtBearbeiten

Drei Tage später hört Davos draußen von der Treppe her einen Streit. Ein Gefangener wird von zwei Wachen mit dem flammenden Herz auf der Brust in den Gang gebracht, und hinter ihnen geht Ser Axell Florent, den der Gefangene anfleht. Sie stoßen den Gefangenen zu Davos in die Zelle und nennen ihn einen Verräter. Als der Gefangene den Wachen hinterherschreit, dass er die Hand des Königs sei, erkennt Davos Lord Alester Florent. Sie stellen sich gegenseitig vor, wobei sich Alester für seine Erscheinung entschuldigt. Lord Alester erkundigt sich nach Davos' Verlusten im Krieg, und der berichtet von seinen vier Söhnen und seinem Schiff. Lord Alesters einziger Sohn befindet sich in Klarwasser in Sicherheit, aber einer seiner Neffen, Ser Imry Florent, der Sohn seines Bruder Ser Ryam Florent, ging mit der Zorn unter. Davos erinnert sich an Ser Imry, der das Kommando über Stannis' Flotte in der Schlacht am Schwarzwasser geführt hatte, und wie dieser fast die gesamte Flotte siegessicher in den Schwarzwasser gelenkt hatte und so in ihren Untergang. Davos erklärt, dass sein Sohn Maric Seewert Rudermeister auf der Zorn war. Alester erzählt, dass die Zorn mit allen Männern an Bord verbrannt sei, und dass auch der Krieg an diesem Tag verloren wurde. Er ist der Meinung, dass Stannis geschlagen ist und er nie auf dem Eisernen Thron sitzen wird. Seine Flotte sei vernichtet, und die Schiffe aus Lys würden die Flucht ergreifen, wenn das erste Lennister-Segel erscheinen würde. Die meisten von Stannis' Lords sind gefallen oder übergelaufen zu Joffrey Baratheon: Lord Ardrian Celtigar ist in Gefangenschaft geraten und ist übergelaufen, Lord Monford Velaryon ist auf seinem Schiff gestorben, Lord Gunter Sonnglas wurde von Melisandre verbrannt, und Lord Duram Bar Emmon ist erst fünfzehn Jahre alt und fett und schwach. Lediglich die Florents seien Stannis treu geblieben, ihnen gegeüber steht aber die Macht von Rosengarten, Sonnspeer und Casterlystein, und nun auch noch die meisten Sturmlords.

Seiner Meinung nach bleibt jetzt nur noch, möglichst viel durch Verhandlungen zu retten, und das wollte er als Hand des Königs einleiten. Dazu habe er einen Brief verfasst und wollte ihn von Salladhor Saan nach Königsmund zu Lord Tywin Lennister bringen lassen. In diesem Brief hatte er angeboten, dass Stannis auf den Thron verzichte und die Äußerungen über Joffreys uneheliche Geburt widerrufe, wenn er wieder in den Königsfrieden aufgenommen und als Lord von Drachenstein und Sturmkap bestätigt werden würde. Lord Alester selbst bot darin an, daselbe zu tun, wenn Klarwasser und seine Ländereien wieder an sein Haus zurückfielen. Lord Alester war davon ausgegangen, dass Lord Tywin darauf eingehen würde, schließlich muss er noch mit den Eisenmännern und Haus Stark fertig werden. Die Vereinbahrung sollte durch eine Heirat zwischen Sharin und Tommen Baratheon bestätigt werden. Der Reiz dieser Vereinbahrung liegt darin, dass Drachenstein und Sturmkap an Tommen übergehen würde, wenn Stannis nicht doch noch einen Sohn zeugen würde. Zudem hätten die Lennisters Sharin als Geisel, damit Stannis nicht erneut nach dem Thron greifen kann. Als Davos wissen will, was Stannis zu dem Vorschlag gesagt hat, erwidert Alester, dass der König stets von der Roten Frau umgeben sei, die seine Sinne beeinflusse. Er aber hält nichts von deren Prophezeiung des Drachens, das hätten die Geschichten um Aerion Targaryen, den neun Magiern, Sommerhall und den Alchemisten gezeigt[A 2].

Davos spricht frei heraus: er schätzt, dass Stannis niemals etwas revidieren wird, an das er fest glaubt, also kann er auch seinen Anspruch auf den Thron nicht zurücknehmen. Auch Tommen ist in seinen Augen dem Inzest entsprungen und daher könne er ihn nicht mit Sharin verheiraten. An Alesters Blick erkennt Davos, dass er denkt, dass Stannis gar keine andere Wahl hätte, aber Davos weiß, dass Stannis dann lieber als König sterben würde. Lord Alester starrt ihn lange an und fängt dann an zu weinen.


Handelnde & erwähnte Personen Bearbeiten

Handelnde Personen:

Erwähnte Personen:

Erwähnte Orte & Begriffe Bearbeiten

Orte:

Begriffe:

AnmerkungenBearbeiten

  1. Eine Prophezeiung, die viel besser auf Daenerys Targaryen zutrifft‚ siehe: II-Daenerys VI.
  2. Spoiler zeigen
    Aerion Targaryen hatte Seefeuer getrunken, um sich in einen Drachen zu verwandeln (siehe: III-Jon I), Aegon III. Targaryen hatte neun Magier über die Meerenge bringen lassen, damit sie Dracheneier zum brüten brächten, und die Alchemisten hatten Aegon IV. Targaryens Holz- und Eisendrachen erbaut (siehe: VI-Davos I).

Siehe auchBearbeiten

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA , sofern nicht anders angegeben.