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Varamyr, besser bekannt als Varamyr Sechsleib, ist ein Mitglied des Freien Volkes und ein Warg. Er kontrolliert drei Wölfe namens Einauge, Pirscher und Listig, eine Schneebärin und eine Schattenkatze.[1][2]

Charakter & Erscheinung Bearbeiten

Siehe auch: Bilder von Varamyr

Varamyr ist ziemlich klein, er hat ein graues Gesicht und runde Schultern.[2] Er hat Hängeschultern, einen kahlen Kopf und ist eine Maus von einem Mann, aber mit Augen wie ein Wolf.[3] Die Gabe des Leibwechselns ist sehr stark in ihm, jedenfalls deutlich stärker als in seinem Lehrmeister Haggon.[4]

Varamyr Abend86

Varamyr und seine Tiere ©Elena Maria Vacas

BiographieBearbeiten

Varamyr wuchs mit dem Namen "Kugel" in einem Dorf am Meer in einer armseligen Hütte bei seinen Eltern auf. Den Namen Kugel hatte ihm seine Schwester Meha gegeben, als er noch im Bauch seiner Mutter war. Kugel wurde einen Monat zu früh geboren und war deshalb immer schon recht klein und kränklich. Seine Familie dachte, er würde nicht lange überleben, und so wartete seine Mutter, bis er vier Jahre alt war, bevor sie ihm einen Namen gab, doch zu dieser Zeit nannte sein ganzes Dorf ihn schon "Kugel".[4]

Als Kugel sechs Jahre alt war, tötete er seinen vier Jahre jüngeren Bruder Kuller aus Neid, indem er einen der drei Hunde der Familie benutzte: Hängeschwanz, Schnüffel und Knurr. Sein Vater kam hinzu, als die Hunde gerade die Leiche beschnüffelten. Da er nicht wusste, welcher der Hunde seinen Sohn getötet hatte, tötete er alle drei. Kugel sprang von Hund zu Hund, aber als der Vater auch den letzten Hund mit einer Axt tötete, schrie Kugels Körper laut auf, wodurch seine Eltern erkannten, dass er ein Warg war. Es war zugleich sein erster Tod. Sein Vater schleppte Kugel in die Wälder und brachte ihn zu Haggon, einem älteren Warg. Auf dem Weg wehrte sich Kugel, doch sein Vater schlug ihn und sagte, er gehöre zu seinesgleichen. Selbst seine Mutter hatte nicht um ihn geweint, wohl aber um seinen Bruder Kuller.[4]

Haggon lehrte Kugel alles über das Überleben in der Wildnis und die Geheimnisse des Leibwechselns, und welche Tierarten sich dafür besonders anbieten, aber er lehrte ihn auch, dass es abscheuliche Dinge gebe, die sich für einen Leibwechsler verbieten: als Mensch Menschenfleisch essen, sich als Tier paaren oder sich des Körpers eines anderen Menschen zu bemächtigen. Als der Junge zehn Jahre alt war, nahm Haggon ihn einmal mit auf eine Leibwechsler-Versammlung, wo er viele Warge sah, darunter auch Borroq, der einem Keiler ähnelte, Orell mit seinem Adler, Dornros und ihre Schattenkatze und Grisella mit ihrer Ziege. Ungefähr zur selben Zeit nahm Haggon ihn einmal mit nach Ostwacht an der See, wo Haggon Handel mit der Nachtwache trieb. Hier gab es die Möglichkeit, Dinge aus Essos zu erwerben, und Varamyr hatte angefangen davon zu träumen, einmal südlich der Mauer zu leben, auch wenn Haggon ihn davor gewarnt hatte, dass die Menschen ihn dort jagen und töten würden. Etwas später gab er sich mit zehn Jahren den Namen "Varamyr", den er immer als prachtvoll angesehen hat. Er hatte stets davon geträumt, einmal König-jenseits-der-Mauer und in Liedern besungen zu werden. Als er älter wurde, wollte er einmal zu seinen Eltern zurückkehren, um ihnen zu zeigen, wie mächtig er geworden war, doch sie waren längst gestorben. Auch hielt er sich nicht an Haggons Verbote: er fuhr oft in seine Wölfin Listig, während Einauge sie bestieg.[4]

Als Haggon starb, fraß Varamyr in einem Wolfsleib Haggons Herz, und er nahm ihm auch das "zweite Leben", indem er Haggon aus seinem Wolf Graufell verdrängte, sodass Haggon nicht in dessen Leib fliehen konnte, obwohl der Wolf schon sehr alt war. Lange hatte er dann als eine Art Herrscher gelebt. Er hatte sich Haggons Halle aus Moos und Schlamm und behauenen Baumstämmen zu eigen gemacht und unter seinen Tieren gelebt. Ein Dutzend Dörfer huldigten ihm und versorgten ihn mit Obst, Brot und Apfelwein. Mädchen konnte er sich nehmen, wann immer er wollte, dazu brauchte er nur in seine Schattenkatze zu fahren und sich an das Mädchen heranzuschleichen, das dann aus Angst mitkam. Von jedem Mädchen nahm er eine Strähne als Erinnerung. Manchmal forderte ihn ein Dorfheld heraus, doch er besiegte sie alle, tat den Frauen aber kein Leid an. Viele Mädchen wurden auch schwanger von ihm, aber alle seine Kinder waren kümmerliche Wesen, und keins von ihnen erbte die Gabe des Leibwechselns.[4]

Varamyr nannte sich anfangs "Varamyr Dreileib", und nachdem er Haggons Wolf kontrollierte, "Varamyr Vierleib". Er wurde mit der Zeit immer stärker und konnte mehr Tiere kontrollieren, bis es insgesamt fünf waren: drei Wölfe, eine Schattenkatze und eine Schneebärin, die vier Meter groß war. Die Bärin hasst Varamyr allerdings und tobt jedes Mal, wenn er in sie eindringt. Als dann Manke Rayder zu ihm kam, schloss er sich ihm an und wurde einer seiner engsten Vertrauten. Varamyr ist bereits mehrere Male im Leib eines seiner Tiere gestorben, das erste Mal in seinem Hund, und danach einmal durch einen Speer, durch einen Bären und bei einer Totgeburt, während der er selbst verblutet ist,[4] und in der Schlacht an der Schwarzen Festung stirbt er ein neuntes Mal in Orells Adler.[3]

Er ist ein angesehener Anführer in Manke Rayders Heer, der ihm sogar einmal goldene Armreife schenkte.[4]

Jüngste EreignisseBearbeiten

Band 5 - Sturm der SchwerterBearbeiten

Nachdem Manke Rayder entdeckt hat, dass die Nachtwache auf der Faust der Ersten Menschen von den Anderen überfallen worden ist, schickt er Varamyrs Wölfe los, damit sie nach Wiedergängern suchen.[2]

Band 6 - Die Königin der DrachenBearbeiten

Während der Belagerung der Mauer durch die riesige Armee Manke Rayders beobachtet Jon Schnee das Lager durch ein Linsenglas aus Myr. Dabei sieht er auch Varamyr mit seiner Schattenkatze.[5]

Er ist bei Manke Rayder, als Jon für Verhandlungen in Mankes Lager vor die Mauer kommt. Varamyr hat sich den Adler Orells angeeignet, und ein Teil von Orell lebt in ihm weiter. Varamyr hat mit dem Adler die Schwarze Festung ausgekundschaftet, und so weiß Manke, wie es um die Nachtwache steht. Als kurz später Stannis Baratheon in der Schlacht an der Schwarzen Festung angreift, befindet sich Varamyr wieder in seinem Adler, um die Angreifer zu beobachten, wird dabei von einem Brandpfeil getroffen. Am Boden windet und schreit Varamyrs Körper, bis er sich wieder gefunden hat und auf allen Vieren in den Wald verschwindet.[3] Die Verbrennung des Adlers war Melisandres Werk.[6]

Band 9 - Der Sohn des GreifenBearbeiten

Varamyr hat während des Todeskampfes seines Adlers die Kontrolle über seine Schneebärin und die Schattenkatze verloren. Nach der Schlacht begibt sich auch Varamyr auf die Flucht zurück in den Norden, und als er einer toten Frau ihren Mantel abnehmen will, wird er von deren Sohn, der sich im Gebüsch versteckt hat, mit einem Knochenmesser schwer verletzt. So findet ihn Distel, eine alte Speerfrau, die von den anderen Flüchtigen zurückgelassen worden ist, weil sie nicht mithalten konnte. Sie vernäht seine Wunde und kümmert sich um Varamyr, wobei er seine wahre Identität aus Scham nicht zu erkennen gibt. Sie finden eine alte Lehmhütte in einem verlassenen Dorf, wo Distel Feuer macht und sich dann auf die Jagd begibt. Varamyr wechselt in der Zwischenzeit in den Leib seiner Wölfe Pirscher, Listig und Einauge, die auf der Jagd nach einer vierköpfigen Gruppe Wildlingen sind.[4]

Varamyr kehrt in seinen eigenen Leib zurück, der schrecklichen Hunger leidet. Zu allem Überfluss geht auch noch Distels Feuer aus, und Varamyr hat weder Feuerstein noch Zunder, also begibt er sich nach draußen, um selber nach Essen zu suchen. Dabei bricht er allerdings entkräftet zusammen. Eine geraume Zeit später kehrt Distel zurück, verfolgt von einer Horde Wiedergänger und Anderen. Als sie Varamyr fortzerren will, ergreift er die letzte Gelegenheit, seinem Tod als Mensch durch einen Sprung in einen anderen Menschen zu entgehen, doch Distels Geist wehrt sich erfolgreich. Nachdem Varamyrs Körper stirbt und sein Geist dann sein Zweites Leben in seinem Wolf Einauge beginnt, erreichen die Anderen das verlassene Dorf. Als Varamyr in Einauges Körper das Dorf erreicht, wo ihre Leichen liegen sollten, ist Distel bereits in eine Wiedergängerin verwandelt worden.[4]

Nachdem Brandon Stark und seine Gefährten in einem verlassenen Fischerdorf Unterschlupf gefunden haben, schickt er seinen Schattenwolf Sommer auf die Jagd. Sommer trifft auf die Wölfe Einauge, Pirscher, Listig und ihr Rudel, das gerade über die Leichen von fünf Grenzern der Nachtwache herfallen. Während Pirscher bei Sommers Anblick den Schwanz einkneift, stellt sich Einauge dem Schattenwolf in den Weg, wobei Bran erkennt, dass es sich bei Einauge ebenfalls um einen Warg handelt. Sommer besiegt Einauge, der ihm als Zeichen seiner Niederlage seine Kehle anbietet, und fällt anschließend gierig über das frische Fleisch her.[7]

Band 10 - Ein Tanz mit DrachenBearbeiten

Als Tormund Riesentod mit über 3000 Wildlingen durch die Mauer gelassen wird, ist ein Sohn Varamyrs unter den 100 Geiseln, die Jon Schnee als Bedingung für das Abkommen verlangt hatte.[8]

QuellenBearbeiten

Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Sturm der Schwerter, V-Appendix
  2. 2,0 2,1 2,2 Sturm der Schwerter, V-Jon II
  3. 3,0 3,1 3,2 Die Königin der Drachen, VI-Jon VI
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 4,6 4,7 4,8 Der Sohn des Greifen, IX-Prolog (Varamyr)
  5. Die Königin der Drachen, VI-Jon V
  6. Die Königin der Drachen, VI-Jon VII
  7. Der Sohn des Greifen, IX-Bran I
  8. Ein Tanz mit Drachen, X-Jon V
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